The National Times - USA und Israel bombardieren den Iran - Teheran führt Gegenangriffe in Golfregion

USA und Israel bombardieren den Iran - Teheran führt Gegenangriffe in Golfregion


USA und Israel bombardieren den Iran - Teheran führt Gegenangriffe in Golfregion
USA und Israel bombardieren den Iran - Teheran führt Gegenangriffe in Golfregion / Foto: © AFP

Nach wochenlangen Drohungen haben die USA und Israel Ernst gemacht und am Samstag mit massiven Luftangriffen auf den Iran begonnen. Die israelische Regierung sprach von einem "entscheidenden und beispiellosen" Militäreinsatz gegen den Iran. US-Präsident Donald Trump verkündete "große Kampfeinsätze" zur Beseitigung der "Bedrohungen" durch die Islamische Republik und rief die Bevölkerung des Iran auf, die Regierung in Teheran zu stürzen. Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sprach von "Anzeichen" dafür, dass das geistliche Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei bei den Angriffen getötet wurde.

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Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion. International löste die Entwicklung größte Besorgnis aus. In Berlin tagte der Krisenstab, der UN-Sicherheitsrat berief eine Dringlichkeitssitzung ein.

Ab den Morgenstunden waren in Teheran und weiteren iranischen Städten Explosionen zu hören, Rauchwolken stiegen über der iranischen Hauptstadt auf. Nach Angaben des iranischen Roten Halbmonds wurden bis zum Abend mindestens 201 Menschen bei den Angriffen in 24 der 31 Provinzen des Landes getötet und mehr als 740 weitere verletzt.

Die iranischen Behörden riefen die Bewohner Teherans auf, die Stadt zu verlassen. Nach Angaben der iranischen Behörden wurden bei einem Angriff auf eine Mädchenschule im Süden des Landes 85 Menschen getötet. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben zunächst nicht.

Die israelische Armee meldete Angriffe auf "hunderte iranische Militärziele". Zudem hätten die Luftangriffe in Teheran auf Vertreter der iranischen Führungsriege abgezielt. Sicherheitskräfte riegelten den Teheraner Stadtteil ab, in dem sich die Residenz des geistlichen Oberhaupts Chamenei und der Präsidentenpalast befinden. Ein israelischer Fernsehsender berichtete, über Chameneis Residenz seien 30 Bomben abgeworfen worden.

Der israelische Regierungschef Netanjahu sagte am Abend in einer TV-Ansprache: "Heute Morgen haben wir in einem gewaltigen Überraschungsschlag die Anlage des Tyrannen Ali Chamenei im Herzen Teherans zerstört (...) und es gibt viele Anzeichen, dass dieser Tyrann nicht mehr als Leben ist."

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hatte zuvor gesagt, alle hochrangigen Vertreter des Iran seien am Leben. Auch Chamenei sei - "soweit ich weiß" - am Leben, sagte er dem US-Sender NBC.

Die israelische Armee erklärte, Ziel des Einsatzes sei es, das "iranische terroristische Regime" umfassend zu schwächen und "existenzielle Bedrohungen für den Staat Israel" auszuschalten. Demnach hatten die USA und Israel die gemeinsamen Angriffe über Monate vorbereitet.

US-Präsident Trump begründete die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm sowie der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen in anderen Ländern. "Unser Ziel ist es, die amerikanische Bevölkerung zu verteidigen, indem wir die unmittelbaren Bedrohungen durch das iranische Regime ausschalten", sagte er in einer Videoansprache. Der iranischen Bevölkerung stellte Trump "Freiheit" in Aussicht und rief die Menschen auf, die Regierung in Teheran zu stürzen.

"Wenn wir fertig sind, übernehmt eure Regierung", sagte der US-Präsident. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte, es sei "an der Zeit", dass die Menschen im Iran das "Joch der Tyrannei abschütteln". Der Sohn des letzten iranischen Schahs, Reza Pahlavi, sagte in einer Videobotschaft, er gehe von einem baldigen Ende der Islamischen Republik aus: "Wir sind nahe an einem endgültigen Sieg."

Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion. In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde dabei nach Regierungsangaben ein Zivilist getötet, aus Dubai und Kuwait wurden mehrere Verletzte gemeldet.

In Bahrain traf nach Behördenangaben ein Raketenangriff das Hauptquartier der Fünften US-Flotte. Auch aus Katar, Saudi-Arabien und Kuwait wurden Explosionen gemeldet. In Dubai meldeten die Behörden eine Explosion auf der künstlichen Insel The Palm, bei der vier Menschen verletzt worden seien.

Der israelische Rettungsdienst meldete zwei Verletzte durch iranische Angriffe. Landesweit wurde Alarm ausgelöst, der israelische Luftraum war gesperrt. Die Menschen wurden aufgefordert, Schutzräume aufzusuchen und vorerst dort zu bleiben. Im Zentrum und im Norden Israels heulten immer wieder Sirenen.

International löste die Eskalation Besorgnis und teils scharfe Kritik aus. In Berlin tagte der Krisenstab der Bundesregierung, das Auswärtige Amt sprach Reisewarnungen für zahlreiche Länder im Nahen Osten aus. Die Bundesregierung war nach eigenen Angaben vorab über den Angriff auf den Iran informiert worden.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einer "höchst besorgniserregenden" Entwicklung. Die EU rufe alle Seiten "zu maximaler Zurückhaltung, zum Schutz von Zivilisten und zum vollständigen Respekt des Völkerrechts auf".

Norwegens Außenminister Espen Barth Eide bezeichnete die israelischen Luftangriffe auf den Iran als völkerrechtswidrig. UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Angriffe beider Seiten und rief zur sofortigen Einstellung der Kampfhandlungen und zur Deeskalation auf. Der UN-Sicherheitsrat sollte am Samstag in einer Dringlichkeitssitzung über die Lage beraten.

Irans Verbündeter Russland verurteilte die US-israelischen Angriffe scharf. Das Außenministerium in Moskau erklärte, Washington und Tel Aviv hätten "wieder einmal ein gefährliches Abenteuer gestartet, das die Region schnell an den Rand einer humanitären, wirtschaftlichen und - das kann nicht ausgeschlossen werden - radiologischen Katastrophe bringt".

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten sich in den vergangenen Wochen und vor allem seit der Niederschlagung der Proteste im Iran im Januar massiv verstärkt, Trump hatte der Führung in Teheran seit Wochen mit einem Militäreinsatz gedroht. Parallel verstärkten die USA ihre Militärpräsenz in der Region massiv und verlegten zwei Flugzeugträger sowie mehr als ein Dutzend Kriegsschiffe in die Region. Die USA und Israel hatten den Iran bereits im vergangenen Jahr angegriffen. Die USA bombardierten im Juni drei wichtige iranische Atomanlagen. Nach zwölf Tagen endete der Krieg.

P.Murphy--TNT

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