The National Times - Pillen für Darknet und Schmutz in Labor: Apotheke in Rheinland-Pfalz muss schließen

Pillen für Darknet und Schmutz in Labor: Apotheke in Rheinland-Pfalz muss schließen


Pillen für Darknet und Schmutz in Labor: Apotheke in Rheinland-Pfalz muss schließen
Pillen für Darknet und Schmutz in Labor: Apotheke in Rheinland-Pfalz muss schließen / Foto: © AFP/Archiv

Ein Apotheker aus Rheinland-Pfalz soll rezeptpflichtige Medikamente an jemanden verkauft haben in dem Wissen, dass dieser sie illegal über das Darknet weiterverkaufte. Außerdem wurden in der Apotheke "katastrophale hygienische Zustände" festgestellt, wie das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße am Donnerstag mitteilte. Es bestätigte darum, dass die Apotheke sofort den Betrieb einstellen muss.

Textgröße ändern:

Gegen den Mann läuft ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren. Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz hat den Verdacht, dass er mehr als zwei Jahre lang verschreibungspflichtige Schmerzmittel, Schlafmittel, Beruhigungsmittel und Psychopharmaka verkaufte, ohne dass dafür ärztliche Rezepte vorgelegt wurden.

Er soll gewusst haben, dass der Käufer die Mittel illegal im Internet weiterverkaufte. Ihm habe auch klar sein müssen, dass diese Medikamente leicht abhängig machen können und teilweise als sogenannte K.O.-Tropfen bei Vergewaltigungen eingesetzt werden.

Das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung kontrollierte die Apotheke mehrmals und fand schwere Hygieneprobleme. So seien das Labor und der Rezepturarbeitsplatz stark verschmutzt gewesen. Die Herstellung von Arzneimitteln sei nicht genau dokumentiert worden. Teilweise sei nicht nachvollziehbar gewesen, welche Ausgangsstoffe verwendet und ob diese ordnungsgemäß gelagert oder auf ihre Qualität geprüft wurden.

Das Landesamt widerrief die Betriebserlaubnis und ordnete an, dass die Apotheke den Betrieb sofort einstellen muss. Zwar seien die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, es gebe aber erdrückende Verdachtsmomente. Unter anderem gestand den Angaben zufolge der mutmaßliche Käufer, gegen den ebenfalls ermittelt wird. Er habe angegeben, dass der Apotheker vom Weiterverkauf im Darknet gewusst und keine Rezepte verlangt habe.

Der Apotheker wandte sich mit einem Eilantrag an das Gericht, um zu erreichen, dass er vorerst weiterarbeiten kann. Damit hatte er aber nun keinen Erfolg. Gegen den Beschluss kann er noch Beschwerde zum Oberverwaltungsgericht in Koblenz einlegen.

D.Kelly--TNT

Empfohlen

Dutzende Verbände fordern Rücknahme geplanter Verschärfungen beim Bürgergeld

Ein Bündnis aus 38 zivilgesellschaftlichen Organisationen hat die Bundesregierung dazu gedrängt, geplante Verschärfungen bei der Grundsicherung zurückzunehmen, die vordergründig Kinder und Familien treffen. Die Reform drohe das Ziel, Vertrauen zu stärken und die Erwerbsintegration zu fördern, "in zentralen Punkten" zu verfehlen, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Brief an Regierungsmitglieder. Die Änderungen erhöhten vielmehr "den Druck dort, wo er nur begrenzte Wirkung entfalten kann".

Britisches Ehepaar im Iran wegen Spionage-Vorwürfen zu zehn Jahren Haft verurteilt

Ein vor über einem Jahr im Iran festgenommenes britisches Ehepaar ist nach Angaben seiner Familie wegen Spionagevorwürfen zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Craig und Lindsay Foreman seien "nach einem nur drei Stunden dauernden Prozess, in dem sie sich nicht verteidigen durften, zu zehn Jahren Haft verurteilt" worden, erklärte am Donnerstag der Sohn des Paares, Joe Bennett. Das britische Außenministerium kritisierte das Urteil als "absolut empörend und völlig ungerechtfertigt".

Umfrage: AfD in Mecklenburg-Vorpommern weiter deutlich vor SPD

Sieben Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD in einer neuen Umfrage weiterhin vorn. Laut der am Donnerstag veröffentlichten Erhebung das Instituts Forsa für die "Ostsee-Zeitung" kommt die Partei auf 37 Prozent und liegt damit deutlich vor der regierenden SPD, die 23 Prozent erreicht.

Protest gegen Mileis Arbeitsmarktreform: Gewerkschaften rufen Generalstreik aus

Aus Protest gegen die geplante Arbeitsmarktreform der argentinischen Präsidenten Javier Milei haben die Gewerkschaften des Landes den vierten Generalstreik seit dem Amtsantritt des Staatschefs ausgerufen. Am Donnerstag um Mitternacht (04.00 Uhr MEZ) begann der 24-stündige Ausstand der Arbeitnehmer, zu dem das größte Gewerkschaftsbündnis Argentiniens aufgerufen hatte. Die umstrittene Arbeitsmarktreform des ultraliberalen Präsidenten war vergangene Woche vom Senat gebilligt worden und soll nun im Abgeordnetenhaus beraten werden.

Textgröße ändern: