The National Times - "Verteidigung nach innen": Merz grenzt sich beim Aschermittwoch klar von AfD ab

"Verteidigung nach innen": Merz grenzt sich beim Aschermittwoch klar von AfD ab


"Verteidigung nach innen": Merz grenzt sich beim Aschermittwoch klar von AfD ab
"Verteidigung nach innen": Merz grenzt sich beim Aschermittwoch klar von AfD ab / Foto: © AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich beim politischen Aschermittwoch mit deutlichen Worten von der AfD abgegrenzt. Er sei "unnachgiebig und auch unerbittlich im Umgang mit denen, die sich Alternative für Deutschland nennen", weil er nicht bereit sei, dass das europäische Erbe des Landes "leichtfertig von solchen Populisten verspielt wird", sagte er am Abend in Trier. "Das dürfen wir niemals zulassen."

Textgröße ändern:

Deutschland müsse wieder bereit sein, seine Freiheit zu verteidigen, und zwar "nach außen" genauso wie "nach innen", sagte Merz. "Deswegen müssen wir all denen den Kampf ansagen, die mit welchen Mitteln und Instrumenten auch immer unsere Freiheit hier im Inneren beschränken wollen."

Merz bezog sich damit auch auf Manipulationen und Falschnachrichten im Netz. Er habe "vollkommen unterschätzt", was über Algorithmen und Künstliche Intelligenz an "gezielter und gesteuerter Einflussnahme" von innen und außen möglich sei, sagte der Kanzler.

Er warnte an dieser Stelle vor einer "Zersetzung des Geistes unserer freiheitlichen Gesellschaft". "Dagegen müssen wir uns zur Wehr setzen", sagte Merz. "Ich möchte Klarnamen im Internet sehen. Ich möchte wissen, wer da sich zu Wort meldet."

Der Bundeskanzler pries in Trier zugleich die Meinungsfreiheit im Land. In Deutschland müsse weiterhin ein "Geist der Offenheit, der Toleranz" herrschen und das bedeute: "Selbst die absurdeste politische Meinung muss man in einer offenen freiheitlichen Gesellschaft äußern dürfen." Die Grenze dabei sei das Grundgesetz und die Menschenwürde. "Und das habe ich auch den amerikanischen Freunden gesagt."

Im vergangenen Jahr hatte US-Vizepräsident JD Vance bei der Münchner Sicherheitskonferenz scharfe Kritik an Deutschland und Europa wegen angeblicher Beschneidung der Meinungsfreiheit geäußert. Seine Rede löste einen Schock unter den europäischen Verbündeten aus.

Ebenfalls an die USA richtete der Kanzler mit Bezug auf die Zollpolitik auch eine Warnung. "Wenn die Amerikaner der Meinung sind, dass sie mit ihrer Zollpolitik auf der ganzen Welt Einfluss nehmen sollten, und wenn Sie der Meinung sind, dass Zölle wichtiger sind als Steuern im eigenen Land", dann sei das "nicht unsere Politik".

Das werde er bei seinem nächsten Besuch in Washington auch genau so sagen, sagte Merz. Und wenn es die USA übertrieben, "dann sind wir Europäer durchaus in der Lage, uns dagegen auch zu wehren".

C.Stevenson--TNT

Empfohlen

Unionspolitiker fordern Änderungeb bei Gesundheitsreform von Warken

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat von seiner Bundeskollegin Nina Warken (CDU) Nachbesserungen bei der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gefordert. Bei der Absicherung der Bürgergeldbezieher bedürfe es "einer auskömmlichen Finanzierung durch den Bund", heißt es in einer neunseitigen Stellungnahme des NRW-Ministeriums an das Bundesministerium, aus der die "Rheinische Post" am Montag zitierte. Ähnlich äußerten sich weitere Unionspolitiker.

Klöckner fordert mehr Respekt für parlamentarische Beratungen

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) hat die Bundesregierung vor zu schnellen Gesetzgebungsverfahren gewarnt und mehr Respekt für die parlamentarische Beratung eingefordert. "Einen grundsätzlichen Gesetzesturbo akzeptiere ich für unser Parlament nicht", sagte Klöckner der "Neuen Zürcher Zeitung" (Montagsausgabe). Der Bundestag sei "keine Durchreiche für gesetzgeberische Ideen der Regierung". Sie fügte hinzu: "Beratung braucht Zeit und Sorgfalt."

Etat 2027: Unionspolitiker fordern Klingbeil zu Spar-Bereitschaft auf

Unionspolitiker haben von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil(SPD) vor der für Mittwoch geplanten Vorlage der Haushalts-Eckwerte 2027 die Bereitschaft zu Einsparungen gefordert. Für die Haushaltsaufstellung gelte: "Noch mehr sparen und noch mehr konsolidieren", sagte Unionsfraktionsgeschäftsführer Steffen Bilger (CDU) am Montag im "Morgenmagazin" des ZDF. Der Spardruck sei umso größer, als für das laufende Jahr "leider ein sehr geringes Wachstum" zu erwarten sei, was sich auch auf die Steuereinnahmen auswirke.

Putin empfängt Irans Außenminister - Teheran legt den USA offenbar neuen Vorschlag vor

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi ist für Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin über ein Ende des Iran-Krieges in Sankt Petersburg eingetroffen. Araghtschi sei am "frühen Montagmorgen" in der zweitgrößten russischen Stadt angekommen, teilte die iranische staatliche Nachrichtenagentur Irna im Onlinedienst Telegram mit. Einem US-Medienbericht zufolge legte Teheran in den stockenden Friedensverhandlungen mit den USA einen neuen Vorschlag vor.

Textgröße ändern: