The National Times - Mindestens 125 Tote bei Angriffen in pakistanischer Provinz Belutschistan

Mindestens 125 Tote bei Angriffen in pakistanischer Provinz Belutschistan


Mindestens 125 Tote bei Angriffen in pakistanischer Provinz Belutschistan
Mindestens 125 Tote bei Angriffen in pakistanischer Provinz Belutschistan / Foto: © AFP

Nach den Angriffen von Aufständischen in der Unruheprovinz Belutschistan im Südwesten Pakistans geht die Armee von mittlerweile mindestens 125 Toten aus. Die Separatisten griffen an mehreren Orten an, vor allem aber in der Provinzhauptstadt Quetta und in Gwadar, wie der Pressedienst des Militärs am Samstag mitteilte. Dabei seien 18 Zivilisten und 15 Mitglieder der Sicherheitskräfte getötet worden. Zudem starben laut Militär 92 Aufständische getötet, darunter drei Selbstmordattentäter.

Textgröße ändern:

Zuvor hatten örtliche Sicherheitsbehörden von 15 Opfern unter Zivilisten und Sicherheitskräften gesprochen. Die Zahl der toten Kämpfer lag demnach bei zunächst 58.

Die "koordinierten Schusswaffen- und Selbstmordanschläge" seien in ganz Belutschistan verübt worden, teilte ein hochrangiger Sicherheitsbeamter der Nachrichtenagentur AFP mit. Insgesamt hätten Angriffe an mehr als zwölf Orten stattgefunden. Auch der stellvertretende Verwaltungschef des Bezirks Nushki sei entführt worden.

In einem weiteren Bezirk hätten die Aufständischen mindestens 30 Gefängnisinsassen befreit und dabei Schusswaffen und Munition an sich gebracht, erklärte ein weiterer hochrangiger Sicherheitsbeamter. Zudem hätten die Kämpfer eine Polizeiwache angegriffen und dort ebenfalls Munition geraubt.

Polizeibeamte in vier Bezirken erklärten gegenüber AFP, dass die Lage noch nicht wieder vollständig unter Kontrolle sei. Das Mobilfunknetz war eingeschränkt, der Zugverkehr wurde in der gesamten Provinz Belutschistan eingestellt.

Ein hochrangiger Armeevertreter in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bestätigte die Angriffe und erklärte, diese seien "koordiniert, aber schlecht ausgeführt" gewesen. Die Angriffe seien "aufgrund schlechter Planung" und wegen wirksamer Sicherheitsmaßnahmen "gescheitert".

Premierminister Shehbaz Sharif lobte den Einsatz der Sicherheitskräfte, denen es gelungen sei, die "koordinierten Angriffe" an zwölf verschiedenen Orten zu vereiteln. "Gemeinsam mit der gesamten Nation bin ich stolz auf unserer Märtyrer", erklärte Sharif.

Zugleich beschuldigte der pakistanische Regierungschef das benachbarte Indien, die für die Anschläge verantwortlichen Separatisten unterstützt zu haben. "Wir werden den Krieg gegen den Terrorismus fortsetzen, bis er vollständig aus dem Land getilgt ist", kündigte Sharif an.

Ein Sicherheitsbeamter warf wiederum dem Nachbarland Afghanistan vor, die Angreifer unterstützt zu haben: "Während der gesamten Operation standen die Terroristen Berichten zufolge in ständigem Kontakt mit ihren Hintermännern in Afghanistan."

Die Belutschistan-Befreiungsarmee (BLA) bekannte sich in einer an AFP gesendeten Erklärung zu den Angriffen. Die militante Separatistengruppe erklärte, die Angriffe hätten sich gegen militärische Einrichtungen sowie Polizei- und Zivilverwaltungsbeamte gerichtet.

Die rohstoffreiche Provinz Belutschistan an der Grenze zu Afghanistan und dem Iran wird regelmäßig von Gewalt erschüttert. Die Armee geht dort seit Jahrzehnten gegen separatistische Aufständische vor. Erst am Freitag hatte die Armee mitgeteilt, bei zwei Einsätzen in der Provinz 41 Aufständische getötet zu haben.

Die Separatisten haben in den vergangenen Jahren ihre Angriffe aus benachbarten Provinzen verstärkt. Dabei attackieren sie auch ausländische Energieunternehmen, denen sie vorwerfen, die Rohstoffe der Provinz auszubeuten.

Trotz hoher Rohstoffvorkommen ist Belutschistan die ärmste Provinz Pakistans und hinkt bei Bildung, Arbeit und wirtschaftlicher Entwicklung dem Rest des Landes hinterher.

Im vergangenen Jahr hatten belutschische Aufständische in der Nähe der Stadt Sibi einen Zug gestoppt und rund 450 Passagiere als Geiseln genommen. Dutzende Menschen wurden getötet.

T.Cunningham--TNT

Empfohlen

Juso-Chef Türmer: SPD-Vorsitzende derzeit "nicht Teil der Lösung"

Juso-Chef Philipp Türmer hat der aktuellen SPD-Parteispitze vorgeworfen, keine Antworten auf die Krise in der Partei zu haben. "Ich sage nicht, dass die beiden die Probleme sind, aber im Moment sind sie auch nicht Teil der Lösung", sagte Türmer den Sendern RTL und ntv am Dienstag mit Blick auf die Vorsitzenden Lars Klingbeil und Bärbel Bas. Nötig sei wieder eine Orientierung und Strategie der Partei.

Macron präsentiert Trump Vorschläge zur Eindämmung des Ölpreises

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat US-Präsident Donald Trump mehrere Vorschläge unterbreitet, um den die Weltwirtschaft lähmenden Ölpreisanstieg einzudämmen. Bei dem Treffen am Montag in New York ging es nach Angaben aus Diplomatenkreisen um eine UN-Resolution zur Straße von Hormus und die Sicherung von saudiarabischen Energieanlagen. Mit Blick auf Russland und die Ukraine erklärte Macron, er habe mit Trump auch über eine "Energie-Waffenruhe" gesprochen.

Nach Wahlsieg in Berlin: Linke will noch diese Woche mit Grünen und SPD sprechen

Nach ihrem Wahlsieg bei der Abgeordnetenhauswahl in Berlin will die Linkspartei noch in dieser Woche erste Gespräche mit Grünen und SPD über eine mögliche Zusammenarbeit führen. Die Vorgespräche sollen der Vorbereitung von Sondierungen dienen, über welche die Linke auf einem Parteitag am Freitag abstimmen will, wie der Landesverband am Dienstag mitteilte.

Ungarn will vorerst "kein Mitglied" der Gruppe der Karpaten-Länder sein

Ungarn will vorerst nicht Teil der auf Initiative der Ukraine ins Leben gerufenen Staatengruppe "Acht der Karpaten" (C8) sein. Ungarn sei "kein Mitglied" der Gruppe, teilte das Außenministerium in Budapest auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag mit. Die Regierung verfolge die Staatengruppe und ihre Schritte aber "aufmerksam".

Textgröße ändern: