The National Times - Care-Krisenreport: Afrika bei "vergessenen Krisen" stark überrepräsentiert

Care-Krisenreport: Afrika bei "vergessenen Krisen" stark überrepräsentiert


Care-Krisenreport: Afrika bei "vergessenen Krisen" stark überrepräsentiert
Care-Krisenreport: Afrika bei "vergessenen Krisen" stark überrepräsentiert / Foto: © AFP/Archiv

Der Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik, die schlimmste Dürre seit 100 Jahren in Namibia und die komplette Abschottung Nordkoreas zählen einem aktuellen NGO-Bericht zufolge zu den zehn "vergessenen Krisen" des Jahres 2025. Die internationale Hilfsorganisation Care erstellt seit zehn Jahren jährlich eine Liste der in den Medien am wenigsten beachteten Krisen in der Welt - im diesjährigen "Krisenreport" steht die Zentralafrikanische Republik mit nur 1532 Online-Artikeln auf Platz eins.

Textgröße ändern:

Für ihre Studie hat die Organisation zwischen Januar und September 2024 Berichte über humanitäre Krisen in fast 350.000 Online-Medien weltweit in fünf Sprachen ausgewertet. Dem Ergebnis zufolge sind afrikanische Länder bei den von den Medien nur wenig beachteten Krisen deutlich überrepräsentiert. Acht der vergessenen Krisen liegen auf dem afrikanischen Kontinent, wie Care Deutschland betonte.

Nach Zentralafrika folgt auf Platz zwei der Liste Namibia, dann Sambia und Malawi. Auf Platz fünf ist das mittelamerikanische Honduras zu finden, auf Platz sechs Nordkorea. Die vier darauffolgenden Plätze der Care-Liste nehmen wieder afrikanische Staaten ein - Angola, Burundi, Simbabwe und Madagaskar.

In der Zentralafrikanischen Republik tobt seit rund 15 Jahren ein Bürgerkrieg - rund 2,4 Millionen Menschen befinden sich laut Care "in einer humanitären Notsituation". Über den Konflikt wurde der Zählung zufolge in Onlinemedien nur 1532-mal berichtet - 63-mal weniger als über die Hochzeit des Amazon-Gründers Jeff Bezos in Venedig im vergangenen Juli, zu der es 96.927 Artikel gab.

In Namibia, das den zweiten Platz auf der Liste belegt, haben 1,3 Millionen Menschen nicht genügend Nahrung. Im drittplatzierten Sambia sind 5,5 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Care warnt, dass es ohne Berichterstattung keinen öffentlichen Druck gibt und ohne öffentlichen Druck keine politischen Entscheidungen. Dies wiederum habe einen Mangel an finanziellen Mitteln zur Bekämpfung der Krisen zur Folge.

"Seit einem Jahrzehnt lenkt der Care-Krisenreport den Blick auf humanitäre Notlagen, die Gefahr laufen, aus der öffentlichen Wahrnehmung zu verschwinden", erklärte der Generalsekretär von Care Deutschland, Otto Zentel. "Wo Krisen unsichtbar bleiben, fehlt oft auch die finanzielle Unterstützung." Für Menschen in Krisenregionen bedeute das unter anderem "weniger Nahrung, weniger medizinische Versorgung, weniger Hoffnung".

"Im Jahr 2025 waren die humanitären Pläne der Vereinten Nationen für Simbabwe oder Malawi nur zu 14 Prozent finanziert", erklärte die NGO. Dies sei - neben strukturellen Problemen - auch auf "drastische Budgetkürzungen durch die Vereinigten Staaten und etwa zehn europäische Länder" zurückzuführen. Insgesamt sei die weltweite humanitäre Hilfe um fast die Hälfte zurückgegangen.

Seit dem ersten Care-Krisenreport vor zehn Jahren machen Konflikte in afrikanischen Ländern stets einen großen Teil der Liste aus. Die Lage in der Zentralafrikanischen Republik war bisher jedes Jahr unter den zehn am wenigsten beachteten Krisen der Welt vertreten.

A.Parker--TNT

Empfohlen

Widerstand in SPD gegen Mehrbelastungen für Pflegebedürftige

In der SPD kommt aus den Bundesländern Widerstand gegen von der Regierung geplante Mehrbelastungen für Pflegebedürftige. "Anstatt zu entlasten, erhöht Frau Ministerin Warken den Druck auf Pflegebedürftige und ihre Familien", sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) der "Bild"-Zeitung vom Dienstag. Das Vorhaben der schwarz-roten Regierung sei keine Reform, es blieben "lediglich höhere Zuzahlungen".

Vor Besuch in China: Putin preist "stabilisierende" Rolle der bilateralen Beziehungen

Vor seinem zweitägigen Besuch in China hat Russlands Präsident Wladimir Putin die "stabilisierende" Rolle der bilateralen Beziehungen gepriesen. "Die enge strategische Partnerschaft zwischen Russland und China spielt weltweit eine bedeutende, stabilisierende Rolle", sagte Putin in einer am Dienstag veröffentlichten Videobotschaft an die Menschen in China. "Ohne uns gegen irgendjemanden zu verbünden, streben wir nach Frieden und allgemeinem Wohlstand", fügte er hinzu - ohne auszuführen, auf welches Drittland er sich dabei bezog.

Merz empfängt Schweizer Bundespräsidenten Parmelin im Kanzleramt

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) empfängt am Dienstag den Schweizer Bundespräsidenten Guy Parmelin zu dessen Antrittsbesuch in Berlin. In einem gemeinsamen Gespräch wollen Merz und Parmelin Themen der bilateralen Zusammenarbeit sowie europapolitische, außen- und sicherheitspolitische Fragen erörtern. Anschließend wollen sie gemeinsam vor die Presse treten (gegen 11.00 Uhr).

Kreml-Chef Putin zu Besuch in China erwartet

Der russische Staatschef Wladimir Putin wird am Dienstag zu einem zweitägigen Besuch in China erwartet. Bei einem Treffen mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping will sich Putin nach Kreml-Angaben über "wichtige internationale und regionale Fragen" austauschen. Nach Angaben Moskaus plant Putin auch ein Treffen mit Chinas Regierungschef Li Qiang, bei dem die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit im Fokus stehen soll.

Textgröße ändern: