The National Times - BSG: Trick zu Wechsel in gesetzliche Krankenversicherung schon früher meist unzulässig

BSG: Trick zu Wechsel in gesetzliche Krankenversicherung schon früher meist unzulässig


BSG: Trick zu Wechsel in gesetzliche Krankenversicherung schon früher meist unzulässig
BSG: Trick zu Wechsel in gesetzliche Krankenversicherung schon früher meist unzulässig / Foto: © AFP/Archiv

Ein beliebter Trick für Rentner zum Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung ist auch schon früher meist unzulässig. Denn ein bewusster Verzicht auf Teile der Rente vermittelte erst nach zwölf Monaten Anspruch auf Familienversicherung beim Ehepartner, wie am Donnerstag das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschied. Seit Jahresbeginn ist dies auch im Sozialgesetzbuch ausdrücklich so geregelt. (Az.: B 6a/12 KR 14/24 R)

Textgröße ändern:

Wegen steigender Beiträge zur privaten Krankenversicherung im Alter würden viele Rentner gern in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln. Der Kläger ist privat krankenversichert, seine Ehefrau gesetzlich. 2021 verzichtete er für vier Monate gegenüber der Rentenversicherung auf seine Vollrente von 1130 Euro und bezog nur eine Teilrente von 157 Euro. Dies lassen die Regeln der Rentenversicherung ausdrücklich zu.

Hier hoffte der Mann, wegen seines nun geringen Einkommens in die kostenlose Familienversicherung seiner Ehefrau zu gelangen und danach im Wege der sogenannten Anschlussversicherung auch mit wieder vollem Rentenbezug dauerhaft in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung bleiben zu können.

Seit Jahresbeginn ist der Weg in die Familienversicherung über eine Teilrente gesetzlich generell versperrt. Wie nun das BSG entschied, war er vorher zwar theoretisch gangbar, erforderte aber Durchhaltevermögen. Grund ist, dass der Wechsel in die Familienversicherung nicht vom aktuellen, sondern von einer Prognose des künftigen Einkommens abhängt.

Nach dem Kasseler Urteil erfordert der Wechsel daher einen teilweisen Rentenverzicht über mindestens zwölf Monate. Die gesamten erwarteten Einkünfte müssen so lange unter einem Siebtel der sogenannten Bezugsgröße liegen, 2021 unter 470 und 2025 unter 535 Euro monatlich. Im Streitfall war dies aber nur für drei Monate der Fall.

R.Evans--TNT

Empfohlen

Bundesregierung weist in Spionagefall russischen Diplomaten aus

Nach der Festnahme einer Deutsch-Ukrainerin wegen mutmaßlicher Spionage für Russland hat die Bundesregierung scharf reagiert. Das Auswärtige Amt bestellte am Donnerstag den russischen Botschafter ein und wies einen Diplomaten Moskaus aus, der offenbar als Kontaktmann in der Spionageaffäre fungierte. "Russlands aggressives Handeln hat Konsequenzen", sagte Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU). Die mutmaßliche Spionin Ilona W. wurde unterdessen in Untersuchungshaft genommen.

Prozess wegen Impfschäden in Trier: Klage gegen Hersteller abgewiesen

Das Landgericht Trier hat am Donnerstag einen Klage gegen einen Pharmakonzern wegen Impfschäden abgewiesen. Die zuständige Kammer entschied, dass der Impfstoffhersteller nicht zum Schadenersatz verpflichtet ist, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Die Klägerin hatte demnach darauf geklagt, dass der Hersteller für alle Schäden nach der Impfung haftet. Zudem verlangte sie Auskunft über mögliche Wirkungen und Nebenwirkungen des Impfstoffs in ihrem Fall.

"Falsches Signal": Grünen-Spitze kritisiert Mercosur-Abstimmung im Europaparlament

Das Votum der Grünen im Europaparlament für eine juristische Überprüfung des Mercosur-Handelsabkommens stößt auf deutliche Kritik in den eigenen Reihen. "Die Abstimmung im Europaparlament gestern war ein Fehler", sagte Grünen-Chefin Franziska Brantner dem Portal t-online. Auch die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Katharina Dröge, kritisierte die Entscheidung ihrer Parteikollegen im Europaparlament.

US-Diplomatie in Davos und Moskau: Ukraine-Gespräche kommen offenbar voran

Bei Beratungen in Davos und Moskau haben die USA am Donnerstag auf ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gedrungen. US-Präsident Donald Trump sagte nach einem Treffen mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj in der Schweiz: "Dieser Krieg muss enden." Seine Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner wollten sich derweil in der russischen Hauptstadt mit Präsident Wladimir Putin treffen.

Textgröße ändern: