The National Times - Venezuela: Bundesregierung besorgt - Kritik aber auch Zuspruch für USA

Venezuela: Bundesregierung besorgt - Kritik aber auch Zuspruch für USA


Venezuela: Bundesregierung besorgt - Kritik aber auch Zuspruch für USA
Venezuela: Bundesregierung besorgt - Kritik aber auch Zuspruch für USA / Foto: © AFP

Der US-Militäreinsatz in Venezuela sorgt in Deutschland für Kritik, erntet teils jedoch auch Zuspruch. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es am Samstag, die Lage in dem südamerikanischen Land werde "mit größter Sorge" verfolgt. Der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter verurteilte das Vorgehen der USA scharf. Sein Parteikollege Jürgen Hardt äußerte hingegen die Hoffnung, dass Venezuela von einem Regierungswechsel profitiere. Grünen-Chef Omid Nouripour warnte vor einem Ende der regelbasierten internationalen Ordnung, die Linke forderte eine entschiedene Reaktion der Bundesregierung.

Textgröße ändern:

Die USA führten in der Nacht zum Samstag einen groß angelegten Militärangriff aus und nahmen nach Angaben von US-Präsident Donald Trump den venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro gefangen. Dieser sei "gefangen genommen und außer Landes geflogen" worden, erklärte Trump. Justizministerin Pam Bondi erklärte, Maduro werde in den USA der Prozess wegen der "Verschwörung zum Drogenterrorismus" gemacht.

Der CDU-Politiker Kiesewetter verurteilte das Vorgehen als "Putsch". "Die USA verlassen mit Präsident Trump endgültig die regelbasierte Ordnung, die uns seit 1945 geprägt hat", sagte er der "Bild". "Venezuela ist zwar ein Unrechtsstaat, aber kein Iran, der Nachbarländer wie Israel in der Existenz bedroht." Washington kehre zur US-Doktrin von vor 1940 zurück - "ein Denken in Einflusszonen in denen das Recht des Stärkeren gilt und nicht internationales Völkerrecht".

Kiesewetter forderte Unterstützung für die Partnerländer Kanada und Dänemark, die ebenfalls von den USA unter Druck gesetzt würden. "Trump zerstört das letzte Vertrauen in die USA", sagte er. "Wer internationales Recht missachtet und Macht über Regeln stellt, unterscheidet sich im Handeln nicht von autoritären Akteuren", kritisierte auch der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic.

Hardt, außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion, sprach hingegen von einem "Signal der Hoffnung für Venezuela". "Maduro hat seit vielen Jahren die Zivilgesellschaft in Venezuela unterdrückt und Terror und Drogen in der Region verbreitet", sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Europa solle sich nun zurückhalten. "Deutschland und die EU werden die Lage weiter ruhig analysieren und den Kontakt mit den USA, Anrainerstaaten Venezuelas und Ansprechpartnern in Venezuela suchen", sagte er.

"Maduro hat den Menschen in Venezuela ihre Freiheit geraubt", sagte auch Grünen-Chef Nouripour. "Ihm fehlte jede demokratische Legitimation." Doch mit Trumps Alleingang "zerbröselt die regelbasierte internationale Ordnung". Wer sie durch das Recht des Stärkeren ersetzen wolle und das Völkerrecht ignoriere, gefährde Frieden weltweit, sagte er dem Portal t-online.

"Wer wie Trump das Völkerrecht bricht und Präsidenten entführen lässt, der betreibt brutalen Staatsterrorismus", erklärte der Parteichef der Linken, Jan van Aken. Er forderte Sanktionen wie gegen Russland und dessen Präsidenten Wladimir Putin wegen dessen Angriffskrieges gegen die Ukraine. "Wer Putin sanktioniert, muss auch Trump sanktionieren."

Trump wolle "das venezolanische Öl rauben", erklärte der Chef des BSW, Fabio de Masi. "Der US-amerikanische Botschafter sollte sofort einbestellt werden. Es ist dabei unerheblich, wie man die venezolanische Regierung bewertet, die Anlass zur Kritik gibt."

Trump wirft Venezuela vor, den Drogenschmuggel in die Vereinigten Staaten aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Bereits im Dezember hatte er gesagt, die Tage von Maduro, der auch von vielen europäischen Staaten nicht als rechtmäßiger Präsident Venezuelas anerkannt wird, seien "gezählt". Anders als das Nachbarland Kolumbien produziert Venezuela keine Drogen im großen Stil, gilt aber als Transitland.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes ist die Lage in Venezuela nach dem nächtlichen US-Angriff "derzeit in Teilen noch unübersichtlich". Berlin stehe "im engen Kontakt mit der Botschaft in Caracas". Der Krisenstab der Bundesregierung werde im Laufe des Tages zusammentreten.

S.Cooper--TNT

Empfohlen

Putin kurz nach Trump in Peking - Xi nennt Beziehungen "unerschütterlich"

Wenige Tage nach dem Besuch von US-Präsident Donald Trump in Peking haben Chinas Staatschef Xi Jinping und sein russischer Kollege Wladimir Putin bei einem Treffen in der chinesischen Hauptstadt demonstrativ das enge Verhältnis zwischen ihren Ländern unterstrichen. Xi sprach am Mittwoch laut Staatsmedien von "unerschütterlichen Beziehungen". Die beiden Staatschefs unterzeichneten mehrere Abkommen zur Zusammenarbeit und bekräftigten ihre "freundschaftliche Kooperation".

"Keine ausländischen Mächte": Lai bekräftigt Anspruch Taiwans auf Selbstbestimmung

Taiwans Präsident Lai Ching-te hat den Anspruch der von China beanspruchten Insel auf Selbstbestimmung bekräftigt. "Taiwans Zukunft darf weder von ausländischen Mächten bestimmt noch durch Angst, Spaltung oder kurzfristige Interessen in Geiselhaft genommen werden", sagte Lai am Mittwoch in einer Rede zum zweiten Jahrestag seiner Präsidentschaft. Lai äußerte sich wenige Tage nach dem Besuch von nachdem US-Präsident Donald Trump in Peking.

Vor Präsidentenwahl: Autokolonne von Senator in Kolumbien beschossen

Knapp zwei Wochen vor der Präsidentenwahl in Kolumbien ist nach Angaben von Präsident Gustavo Petro die Autokolonne eines Senators von der Regierungspartei unter Beschuss geraten. Petro erklärte im Onlinedienst X, der Angriff auf die stark gesicherte Kolonne von Senator Alexander López habe sich am Dienstag in Cauca im Südwesten des Landes ereignet. Für den Angriff machte der linksgerichtete Staatschef den Anführer einer Splittergruppe der früheren Guerrilla-Organisation Farc verantwortlich.

Xi und Putin heben bei Treffen in Peking enge Beziehungen ihrer Länder hervor

Kreml-Chef Wladimir Putin und der chinesische Staatschef Xi Jinping haben zum Auftakt ihres Treffens in Peking die enge Zusammenarbeit zwischen ihren Ländern hervorgehoben. Trotz "ungünstiger äußerer Umstände" zeichnete sich die wirtschaftlichen Beziehungen beider Länder durch "eine starke, positive Dynamik" aus, sagte Putin am Mittwoch zu Xi in der Großen Halle des Volkes, wie Aufnahmen russischer Medien zeigten. "Unsere Beziehungen haben heute ein beispiellos hohes Niveau erreicht."

Textgröße ändern: