The National Times - EU verhängt Sanktionen gegen Mitglieder der Junta in Mali

EU verhängt Sanktionen gegen Mitglieder der Junta in Mali


EU verhängt Sanktionen gegen Mitglieder der Junta in Mali
EU verhängt Sanktionen gegen Mitglieder der Junta in Mali

Wegen Behinderung oder Untergrabung des politischen Übergangsprozesses in Mali hat die Europäische Union Sanktionen gegen fünf Mitglieder der dortigen Junta beschlossen. Die Strafmaßnahmen richten sich unter anderem gegen den Ministerpräsidenten der Übergangsregierung, Choguel Kokalla Maiga, wie die EU am Freitag mitteilte. Ihm und den anderen vier Vertretern der Junta werden demnach die Einreise in die EU sowie die Durchreise durch die EU verwehrt. Zudem wurden ihre Vermögenswerte eingefroren.

Textgröße ändern:

In Mali hatte es in den vergangenen zwei Jahren zwei Militärputsche gegeben. Im August 2020 hatten Militärs unter Führung von Oberst Assimi Goita den damaligen Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita gestürzt. Im Mai 2021 putschte die Militärjunta dann erneut. Goita setzte die zivile Spitze einer Übergangsregierung ab und ernannte sich selbst zum Übergangspräsidenten. Beide Umstürze wurden international scharf kritisiert.

Auf der nun veröffentlichten Sanktionsliste der EU stehen neben Maiga zwei weitere enge Vertraute von Juntachef Goita: Malick Diaw und Ismaël Wagué gelten nach EU-Angaben als Anstifter des Staatsstreichs im August 2020. Auch dem Minister Ibrahim Ikassa Maiga und Junta-Mitglied Adama Ben Diarra wird vorgeworfen, eine Schlüsselrolle bei dem Umsturz gespielt zu haben.

Alle fünf waren bereits im Januar von der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) mit Sanktionen belegt worden, nachdem die Junta angekündigt hatte, die für Februar geplanten Wahlen um mehrere Jahre zu verschieben.

Nach der Kritik Frankreichs an der Absage der Wahlen hatte die Militärjunta den französischen Botschafter am Montag des Landes verwiesen. Die französische Regierung kündigte daraufhin an, bis Mitte Februar mit ihren europäischen Partnern über die künftige Militärpräsenz in dem westafrikanischen Land beraten zu wollen.

Frankreich hat derzeit noch mehr als 4000 Soldaten in der Sahel-Zone im Einsatz, davon mehr als die Hälfte in Mali. Bis 2023 soll deren Zahl auf 2500 bis 3000 reduziert werden. Die Bundeswehr ist in Mali mit bis zu 1700 Soldaten an einer UN- und einer EU-Ausbildungsmission beteiligt.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte den Bundeswehreinsatz in Mali am Mittwoch aber in Frage gestellt. "Angesichts der jüngsten Schritte der malischen Regierung müssen wir uns ehrlich fragen, ob die Voraussetzungen für den Erfolg unseres gemeinsamen Engagements weiter gegeben sind", sagte Baerbock.

Den Machthabern in Mali wird auch vorgeworfen, zunehmend enger mit russischen "Militärberatern" zusammenzuarbeiten. Unter anderem Frankreich und die USA beschuldigen die Junta, dass sie sich unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung von russischen Söldnern der sogenannten Wagner-Gruppe unterstützen lässt.

W.Phillips--TNT

Empfohlen

Macron in Syrien - Erste Visite eines westeuropäischen Staatschefs seit Assad-Sturz

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist zu einem Besuch in Syrien eingetroffen. Am Montagabend empfing der syrische Außenminister Assaad al-Schaibani Macron in Damaskus, später nahm der französische Präsident an einem Arbeitsessen mit Interimspräsident Ahmed al-Scharaa teil. Macron ist der erste westeuropäische Staatschef, der Syrien seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad im Dezember 2024 besucht.

Kanada entscheidet sich für deutschen Hersteller TKMS für Bau neuer U-Boot-Flotte

Kanada hat sich beim geplanten Bau einer milliardenschweren U-Boot-Flotte für den deutschen Hersteller TKMS entschieden. Kanadas Premierminister Mark Carney sagte am Montag vor seinem Abflug zum Nato-Gipfel in die Türkei, TKMS sei als "bevorzugter Lieferant" ausgewählt worden. "Potenziell" soll TKMS nach eigenen Angaben zwölf U-Boote liefern. Es handele sich um den größten Einzelauftrag in der Geschichte des Unternehmens. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte, vor dem Nato-Gipfel setze die kanadische Regierung "ein starkes Zeichen der transatlantischen und europäischen Zusammenarbeit in der Verteidigungsindustrie".

Aufgehobene Sperre für US-Stürmer: Trumps Anruf bei Infantino löst WM-Skandal aus

US-Präsident Donald Trump hat mit seiner Einmischung in die Fußball-Weltmeisterschaft einen beispiellosen Skandal ausgelöst. Trump bestätigte am Montag, dass er Fifa-Chef Gianni Infantino persönlich um die Aufhebung der roten Karte für den US-Stürmer Folarin Balogun gebeten hatte. Trumps Intervention und die Aufhebung der Spielsperre für Balogun lösten international Empörung aus. DFB-Präsident Bernd Neuendorf drängte die Fifa zu einer Klarstellung.

Kabinett beschließt Haushaltsentwurf 2027 - Klingbeil im Kreuzfeuer der Kritik

Begleitet von massiver Kritik hat die Bundesregierung den Haushaltsentwurf für das kommende Jahr auf den Weg gebracht. Das Bundeskabinett verabschiedete am Montag das Budget von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). Es sieht Gesamtausgaben von 555,4 Milliarden Euro und eine Schuldenaufnahme von über 200 Milliarden Euro vor. Klingbeil rechtfertigte dies mit der schwachen Wirtschaftslage und den Folgen der Kriege im Iran und in der Ukraine.

Textgröße ändern: