The National Times - Maas dachte während Afghanistan-Debakel an Rücktritt

Maas dachte während Afghanistan-Debakel an Rücktritt


Maas dachte während Afghanistan-Debakel an Rücktritt
Maas dachte während Afghanistan-Debakel an Rücktritt

Der damalige Außenminister Heiko Maas (SPD) hat im vergangenen Jahr wegen des Afghanistan-Desasters seinen Rücktritt noch vor der Bundestagswahl erwogen und darüber auch mit dem SPD-Kanzlerkandidaten und heutigen Kanzler Olaf Scholz gesprochen. "Wenn man jeden Tag in der Zeitung liest, dass man zurücktreten soll, denkt man zwangsläufig auch nach", sagte Maas der "Süddeutschen Zeitung" vom Samstag.

Textgröße ändern:

Er sei zu einem Rücktritt bereit gewesen und habe dies Scholz auch angeboten, sagte Maas. Sie seien aber gemeinsam zu dem Ergebnis gekommen, dass dies zum damaligen Zeitpunkt die falsche Entscheidung gewesen wäre. Mitten in einer militärischen und später zivilen Evakuierungssituation zurückzutreten, hätte "alle Abläufe noch weiter verkompliziert", sagte Maas. Dies wäre vor allem zu Lasten derer gegangen, "die in Afghanistan auf unsere Hilfe hofften".

Maas bezog sich dabei auf die Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan im vergangenen Sommer und den überstürzten Abzug der internationalen Sicherheitskräfte.

Dass er der neuen Ampel-Regierung nicht mehr angehört, hat nach den Worten von Maas nichts mit der Eskalation in Afghanistan zu tun, sondern sei von ihm schon lange so geplant gewesen. Bereits bei seiner Berufung zum Außenminister habe für ihn festgestanden, dass dieses Amt auf eine Legislaturperiode begrenzt sein würde.

Dies sei "eine Frage der politischen Konstellation" gewesen, erläuterte Maas. Denn aus seiner Sicht habe es nur die Möglichkeit gegeben, dass die SPD nach der Bundestagswahl im Herbst entweder in der Opposition landen oder den Kanzler stellen würde. In beiden Fällen hätte sie das Auswärtige Amt nicht weiter besetzen können. Deshalb sei sein Abschied vom Ministeramt auch "nichts Unerwartetes" gewesen.

S.Cooper--TNT

Empfohlen

Bericht: Fast jeder zweite Rentner muss Steuern nachzahlen

Fast jeder zweite Rentner in Deutschland muss nach der Steuererklärung Geld an das Finanzamt überweisen. Einer Auswertung des Steuererklärungsanbieters smartsteuer zufolge, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben) vorlag, mussten rund 41 Prozent der ausgewerteten Rentner Steuern nachzahlen. Im Durchschnitt waren 1326 Euro fällig. In der Hälfte aller Fälle lag die Nachzahlung allerdings bei höchstens 499 Euro.

Vergewaltigungsvorwürfe: US-Demokraten nominieren neuen Kandidaten für Senatssitz

Die Demokratische Partei im US-Bundesstaat Maine hat einen neuen Senatskandidaten bestimmt, nachdem sich der ursprüngliche Kandidat Graham Platner nach Vergewaltigungsvorwürfen aus dem Rennen zurückgezogen hatte. Die Delegierten auf einem Nominierungsparteitag stimmten am Samstag (Ortszeit) für den früheren Präsidenten des Senats von Maine, Troy Jackson. Er soll nun gegen die republikanische Amtsinhaberin Susan Collins antreten.

Bolsonaro-Sohn Flávio zum Präsidentschaftskandidaten in Brasilien gekürt

Der Sohn von Brasiliens ultrarechtem Ex-Staatschef Jair Bolsonaro, Flávio Bolsonaro, ist offiziell zum Kandidaten für die Präsidentschaftswahl im Oktober gekürt worden. Der Senator wurde am Samstag beim Parteitag seiner rechtsgerichteten Liberalen Partei in São Paulo zum Herausforderer des linken Amtsinhabers Luiz Inácio Lula da Silva ernannt. "Hier fließt das Blut von Bolsonaro", sagte der 45-Jährige und schlug sich dabei auf den Arm.

Mindestens 20 Tote bei gegenseitigen Angriffen Russlands und der Ukraine

Bei gegenseitigen Angriffen der Ukraine und Russlands sind in beiden Ländern insgesamt mindestens 20 Menschen getötet worden. Russische Behörden meldeten am Samstag zwölf Tote im russisch besetzten Teil Saporischschjas sowie drei weitere Tote in anderen Regionen. Von ukrainischer Seite wurden insgesamt fünf Todesopfer gemeldet. Die Ukraine griff zudem eine Ölraffinerie in Sibirien an. Derweil rief Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew Kremlchef Wladimir Putin zu einem Stopp der Kämpfe auf.

Textgröße ändern: