The National Times - Verhandlungsteam der Ukraine auf dem Weg in die USA - erneute Angriffswelle auf Kiew

Verhandlungsteam der Ukraine auf dem Weg in die USA - erneute Angriffswelle auf Kiew


Verhandlungsteam der Ukraine auf dem Weg in die USA - erneute Angriffswelle auf Kiew
Verhandlungsteam der Ukraine auf dem Weg in die USA - erneute Angriffswelle auf Kiew / Foto: © AFP

Vor dem Hintergrund der Korruptionskrise in der Ukraine ist am Samstag ein ukrainisches Verhandlungsteam zu Gesprächen über ein Ende des Kriegs mit Russland in die USA gereist. Angeführt wurde die Delegation laut Präsident Wolodymyr Selenskyj vom Chef des ukrainischen Sicherheitsrats, Rustem Umerow. Präsidialamtschef Andrij Jermak, der zuvor eine zentrale Rolle bei Verhandlungen über eine Waffenruhe gespielt hatte, hatte am Freitag wegen Korruptionsvorwürfen zurücktreten müssen. Russland überzog die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut mit nächtlichen Drohnenangriffen.

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Der nun als ukrainischer Verhandlungsführer in die USA gereiste Sicherheitsratschef Umerow war bis Juli ukrainischer Verteidigungsminister gewesen. Im Zuge einer groß angelegten Kabinettsumbildung durch Präsident Selenskyj übernahm der derzeitige Amtsinhaber Denys Schmyhal den Posten des Verteidigungsministers.

In den kommenden Tagen sind mehrere Gesprächsrunden zwischen Vertretern der Ukraine und der USA geplant. So wird US-Verteidigungsstaatssekretär Dan Driscoll in Kiew erwartet. Der Sondergesandte von US-Präsident Donald Trump, Steve Witkoff, soll kommende Woche in Moskau mit Kreml-Chef Wladimir Putin sprechen.

Grundlage der Gespräche ukrainischer Vertreter mit US-Unterhändlern ist ein von den USA vorgelegter Plan zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. Die ursprüngliche Fassung dieses Plans war weithin als äußerst vorteilhaft für Russland beurteilt worden.

So sollte die Ukraine nicht nur die von Russland besetzten Gebiete im Osten des Landes abtreten, sondern auch noch nicht eroberte Regionen dort. Zudem sollte die Ukraine auf eine Nato-Mitgliedschaft verzichten. Bei Gesprächen im schweizerischen Genf, an denen auch Vertreter europäischer Staaten beteiligt waren, wurde der Plan dann zugunsten der Ukraine überarbeitet. Der russische Präsident Wladimir Putin beharrte auf Gebietsabtretungen, bezeichnete die überarbeitete Fassung aber auch als "mögliche "Grundlage für zukünftige Vereinbarungen".

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orban, einer der wenigen Verbündeten Russlands innerhalb der EU, sprach sich unterdessen dafür aus, die Ukraine nach dem Krieg zu einem "Pufferstaat" zwischen der Nato und Russland werden zu lassen. Eine hierauf fußende Nachkriegsordnung sei die einzige "dauerhafte Lösung" für den Krieg in der Ukraine, sagte Orban der "Welt am Sonntag". Russland solle seinerseits jenes Territorium behalten, "das auf einer internationalen Friedenskonferenz ausgehandelt wird", fügte er an.

In der Nacht zum Samstag überzog die russische Armee die Ukraine erneut mit massiven Angriffen. Nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums wurden dabei in der Hauptstadt Kiew zwei Menschen getötet, in der erweiterten Hauptstadtregion ein weiterer. Rund 30 Menschen seien zudem verletzt worden, 600.000 Haushalte seien von der Stromversorgung abgeschnitten gewesen. Betroffen gewesen seien vor allem die Hauptstadtregion, aber auch 8000 Haushalt in der Region der zweitgrößten Stadt Charkiw.

Laut der ukrainischen Luftwaffe griff die russische Armee mit insgesamt 36 Marschflugkörpern und 596 Drohnen an. Am späten Freitagabend schloss das an die Ukraine angrenzende Moldau erneut seinen Luftraum. Zwei Drohnen hätten das Gebiet Moldaus überflogen und eine "direkte Gefahr" für die Luftfahrtsicherheit dargestellt, erklärte das moldauische Verteidigungsministerium am Samstag.

In Russland wurde unterdessen ein bedeutender Erdöl-Terminal im Schwarzmeerhafen Noworossijsk angegriffen. Mehrere Marinedrohnen hätten eine der drei Anlegestellen beschädigt, an denen Erdöltanker beladen werden können, erklärte das Konsortium der Öl-Pipeline, die nach Noworossijsk führt. Die Schäden seien "bedeutend", die getroffene Anlegestelle könne nicht mehr genutzt werden.

In Noworossijsk endet die sogenannte kaspische Pipeline, durch die Erdöl aus Kasachstan an die russische Schwarzmeerküste transportiert wird. Das kasachische Energieministerium sprach von einem "inakzeptablen" Angriff, durch den die "weltweite Energiesicherheit" gefährdet werde. Ukrainische Stellen kommentierten den Vorfall zunächst nicht.

Die Ukraine bekannte sich indes zu Angriffen auf zwei Öltanker im Schwarzen Meer vor der türkischen Küste. "Modernisierte Marinedrohnen" vom Typ Sea Baby hätten die beiden Schiffe "erfolgreich ins Visier genommen", hieß es am Samstag aus dem ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Weiter hieß es, die Schiffe seien nach ukrainischer Einschätzung Teil der sogenannten russischen Schattenflotte gewesen, die unter Umgehung internationaler Sanktionen russisches Erdöl exportiert. Beide Schiffe seien leer gewesen und hätten sich auf den Weg in den Hafen Noworossijsk befunden, um dort befüllt zu werden. Laut dem türkischen Verkehrsminister Abdulkadir Uraloglu ereigneten sich die Angriffe in türkischen Gewässern.

S.Clarke--TNT

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