The National Times - Viele Flüchtlinge vor Wahl in Chile: Peru erklärt Notstand an Grenze zu Nachbarland

Viele Flüchtlinge vor Wahl in Chile: Peru erklärt Notstand an Grenze zu Nachbarland


Viele Flüchtlinge vor Wahl in Chile: Peru erklärt Notstand an Grenze zu Nachbarland
Viele Flüchtlinge vor Wahl in Chile: Peru erklärt Notstand an Grenze zu Nachbarland / Foto: © AFP

Vor der Stichwahl zum Präsidentenamt in Chile in zwei Wochen flüchten viele Migranten aus Angst vor Abschiebungen - nun hat das Nachbarland Peru an der Grenze zu Chile deshalb den Notstand ausgerufen. Die Armee werde ihre Grenzkontrollen in der südlichen Region Tacna 60 Tage lang verstärken, kündigte die Regierung in Lima am Freitag (Ortszeit) an. Bei der Stichwahl am 14. Dezember in Chile könnte der rechte Hardliner Antonio Kast zum Präsidenten gewählt werden.

Textgröße ändern:

An der Grenze zwischen Chile und Peru waren am Freitag dutzende Migranten gestrandet. Auf einem Video des chilenischen Gouverneurs der Grenzregion Arica rund 2200 Kilometer nördlich der chilenischen Hauptstadt Santiago war zu sehen, wie dutzende Menschen versuchten, das südamerikanische Land zu verlassen. Ein Migrant aus Venezuela sagte in einem Interview, dass eine Gruppe von Flüchtlingen versuche, Chile zu verlassen, "aus Angst vor Zwangsabschiebungen" im Falle einer Präsidentschaft von Kast. Er fügte hinzu: "Sie wollen uns nicht nach Peru lassen." Im peruanischen Sender Radio Tacna waren Bilder von Migranten zu sehen, die auf einer Straße entlang liefen und ihre Kinder trugen.

Kast, der deutsche Vorfahren hat, gilt als ultrarechter Hardliner. Im Wahlkampf hat der 59-Jährige insbesondere irreguläre Migranten für Gewaltkriminalität verantwortlich gemacht. Mit Blick auf das Datum der Vereidigung und Machtübergabe sagte er am Freitag in einem Video: "An alle Migranten ohne Papiere in Chile, ich sage Ihnen, Sie haben noch 103 Tage, um unser Land freiwillig zu verlassen." Kast gilt als Favorit bei der Stichwahl am 14. Dezember.

Der peruanische Außenminister Hugo de Zela sagte am Freitag, das Thema der Migration solle in einem Komitee zusammen mit Chile ab nächster Woche besprochen werden. Er betonte aber auch, dass Peru nicht noch mehr irreguläre Migranten aufnehmen werde. Seit 2015 sind mehr als 1,5 Millionen Venezolaner in das Land gekommen, weil in ihrer Heimat eine wirtschaftliche und politische Krise herrscht.

J.Sharp--TNT

Empfohlen

Weidel nennt Proteste gegen AfD-Jugend "zutiefst undemokratisch"

AfD-Co-Chefin Alice Weidel hat die Proteste gegen das in Gießen stattfindende Gründungstreffen der neuen AfD-Jugendorganisation scharf kritisiert. "Das ist etwas, was zutiefst undemokratisch ist", sagte Weidel am Samstagmittag in einem Grußwort bei dem Treffen. Sie sprach von einer "Gewaltbereitschaft, vor der man sich regelrecht fürchten muss". Sie appellierte an die Demonstrierenden: "Rüstet ab." Mit den Polizeibeamten müsse "mit Herz und Respekt" umgegangen werden.

Nach Schüssen auf Nationalgardisten setzen USA alle Asylentscheidungen aus

Nach dem Schusswaffenangriff auf zwei Nationalgardisten in Washington hat die US-Regierung vorerst sämtliche Asylverfahren gestoppt. Die Einwanderungsbehörde (USCIS) habe "alle Asylentscheidungen ausgesetzt, bis wir sicherstellen können, dass jeder Ausländer so gründlich wie möglich überprüft und kontrolliert wird", erklärte Behördenleiter Joseph Edlow am Freitag (Ortszeit). US-Außenminister Marco Rubio erklärte zudem, dass die USA vorübergehend die Ausstellung von Visa für alle Menschen mit afghanischem Pass eingestellt hätten.

Grüne-Jugend-Chefin Held: "Klimakrise ist Klassenfrage"

Die Vorsitzende der Grünen Jugend, Henriette Held, will Reiche mehr für den Klimaschutz zahlen lassen. "Die Klimakrise ist eine Klassenfrage", sagte sie am Samstag beim Grünen-Bundesparteitag in Hannover. "Es sind die Überreichen, die ihrer Verantwortung nicht gerecht werden." Es müsse deshalb "über Umverteilung" gesprochen werden, zudem müssten Unternehmen zur Verantwortung gezogen werden.

Rentestreit: Wüst warnt vor Koalitionsbruch - Bas erwartet Billigung im Bundestag

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat vor einem Bruch der Bundesregierung wegen der umstrittenen Rentenpolitik gewarnt. Er wies im "Tagesspiegel" vom Samstag auch Rufe nach der Bildung einer Minderheitsregierung zurück. Diese bedeute "nichts anderes als Neuwahlen". Sozialministerin Bärbel Bas (SPD) zeigte sich überzeugt, dass die Rentenpläne der Regierung trotz des Widerstands junger Unionsabgeordneter kommende Woche im Bundestag verabschiedet werden.

Textgröße ändern: