The National Times - Außenministerin Baerbock für Konvent zur Erarbeitung einer EU-Verfassung

Außenministerin Baerbock für Konvent zur Erarbeitung einer EU-Verfassung


Außenministerin Baerbock für Konvent zur Erarbeitung einer EU-Verfassung
Außenministerin Baerbock für Konvent zur Erarbeitung einer EU-Verfassung / Foto: © AFP/Archiv

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat sich für einen Konvent zur Erarbeitung einer EU-Verfassung ausgesprochen. "Er bleibt die Idealvorstellung für die große Reform, auch als visionärer Weg hin zu einem europäischen Bundesstaat", sagte Baerbock dem am Wochenende veröffentlichten Magazin "Der Spiegel". Es reiche aber nicht, "heroisch die Idee eines Konvents" einzubringen, letztlich aber keine Mehrheit zu finden und sich dann "bequem zurückzulehnen".

Textgröße ändern:

"Für mich ist das kein Widerspruch, große Ziele zu haben und zugleich zu sagen: Was sind die Schritte, die wir jetzt, heute gehen können auf dem Weg dahin?", sagte Baerbock in dem "Spiegel"-Interview. Als ein Beispiel nannte sie die Einführung von Mehrheitsentscheidungen in der Außenpolitik. Diese gehört zu den Politikfeldern, auf denen die EU-Staaten bislang nur einstimmig entscheiden können.

Eine Absage erteilte die Ministerin dem jüngsten Vorschlag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, eine Gemeinschaft für Länder zu gründen, die noch nicht EU-Mitglied werden können oder wollen. "Die Diskussion über ein Europa der zwei Geschwindigkeiten hatten wir schon mal", sagte Baerbock. "Ich habe schon damals, ehrlich gesagt, wenig davon gehalten."

Der Ukraine-Krieg biete die Chance, "Europa weiterzubauen", sagte Baerbock in dem gemeinsamen Interview mit Luxemburgs Außenminister Jean Asselborn. "Aber wir müssen höllisch aufpassen, dass wir es nicht spalten. Wir dürfen keinen exklusiven Klub innerhalb der EU gründen."

Asselborn mahnte, dass die Aufnahme von bis zu zehn neuen Mitgliedsländern eine "völlig andere Struktur" der EU erfordere. "Die EU braucht einen richtigen Präsidenten, einen Premierminister mit einer Regierung, ein Parlament, das Gesetze vorschlagen kann, und einen Senat neben dem Parlament, in dem jedes Land vertreten ist", beschrieb Asselborn seine Vorstellungen. "Die Länder werden weiter bestehen, aber das Budget wird dann in Brüssel beschlossen."

C.Stevenson--TNT

Empfohlen

Bericht: Merz reist vom 24. bis zum 27. Februar nach China

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) absolviert laut einem Zeitungsbericht Ende Februar seinen ersten China-Besuch seit seinem Amtsantritt. Auf seiner Reise vom 24. bis zum 27. Februar werde der Kanzler von einer hochrangigen Wirtschaftsdelegation nach Peking begleitet, berichtete die "Augsburger Allgemeine" am Samstag unter Berufung auf ihr vorliegende Einladungen an Vorstandschefs von Unternehmen. Zu den genauen Terminen und Gesprächspartnern des Kanzlers gebe es noch keine Angaben.

Träger von Internationalem Karlspreis 2026 wird bekanntgegeben

In Aachen wird am Samstag (13.00 Uhr) der Träger oder die Trägerin des diesjährigen Internationalen Karlspreises bekanntgegeben. Die Entscheidung des Direktoriums des Karlspreises wird von dessen Vorsitzendem, dem früheren nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, und dem Aachener Oberbürgermeister Michael Ziemons (beide CDU) verkündet. Die Preisverleihung erfolgt traditionell am Himmelfahrtstag und damit in diesem Jahr am 14. Mai bei einem Festakt im historischen Aachener Rathaus.

Große Proteste in Dänemark und Grönland gegen Besitzansprüche der USA erwartet

In Dänemark und Grönland werden am Samstag große Proteste gegen die von US-Präsident Donald Trump erhobenen Besitzansprüche auf Grönland erwartet. Tausende Menschen haben in Online-Netzwerken angekündigt, an den von grönländischen Verbänden organisierten Protesten in Kopenhagen, Nuuk und anderen Städten teilzunehmen. In Kopenhagen soll es einen Protestzug unter dem Motto "Hände weg von Grönland" zur US-Botschaft geben. In Grönland stehen die Proteste unter dem Motto "Grönland gehört den Grönländern".

US-Richterin schränkt Maßnahmen von ICE-Beamten in Minnesota ein

Angesichts der angespannten Lage wegen des Einsatzes der US-Einwanderungspolizei ICE im Bundesstaat Minnesota hat eine Bundesrichterin die Befugnisse der dortigen ICE-Beamten eingeschränkt. Friedliche Protestierende und Autofahrer dürften nicht festgenommen oder mit Pfefferspray vertrieben werden, erklärte Bundesrichterin Katherine Menendez in ihrer am Freitag (Ortszeit) ergangenen 83-seitigen Anordnung. Sie gab dem US-Heimatschutzministerium 72 Stunden Zeit für die Umsetzung.

Textgröße ändern: