The National Times - Nordwestsyrien befürchtet humanitäre Katastrophe bei ausbleibender UN-Hilfe

Nordwestsyrien befürchtet humanitäre Katastrophe bei ausbleibender UN-Hilfe


Nordwestsyrien befürchtet humanitäre Katastrophe bei ausbleibender UN-Hilfe
Nordwestsyrien befürchtet humanitäre Katastrophe bei ausbleibender UN-Hilfe / Foto: © AFP

In Nordwestsyrien wird wegen eventuell ausbleibender UN-Hilfslieferungen eine humanitäre Katastrophe befürchtet. Bewohner und Flüchtlinge in der letzten von Rebellen und islamistischen Milizen kontrollierten Region des Landes zeigten sich am Samstag höchst besorgt über die drohende Schließung des Grenzpostens Bab al-Hawa. Russland hatte am Freitag eine UN-Resolution für weitere Hilfen über diesen Grenzübergang blockiert. Ohne UN-Mandat müsste er ab Montag geschlossen bleiben.

Textgröße ändern:

"Wenn der Grenzübergang Bab al-Hawa geschlossen wird und wir damit von den Hilfsgütern und Lieferungen abgeschnitten sind, werden wir sterben", sagte die 45-jährige Ftaim. Die Mutter von 14 Kindern lebt in einem Flüchtlingslager der Provinz Idlib. "Jeder weiß, dass die meisten Lagerbewohner völlig von dieser Hilfe abhängig sind", sagte Abdulsalam Jussef. Das russische Veto bedeute für ihn eine "Katastrophe".

Bab al-Hawa an der Grenze zur Türkei ist der letzte verbliebene Grenzübergang nach Syrien, über den Hilfslieferungen der UNO in das Krisenland gelangen. In diesem Jahr sind bereits mehr als 4600 Lastwagen mit humanitärer Hilfe für mehr als 2,4 Millionen Menschen auf diesem Weg in die Region Idlib gelangt.

Am Freitag hatten 13 der 15 Mitglieder im UN-Sicherheitsrat dafür gestimmt, das entsprechende UN-Mandat um ein Jahr zu verlängern. Nur Russland stimmte dagegen, China enthielt sich. Das aktuelle Mandat läuft am Sonntag aus.

Moskau prangert die Hilfslieferungen, die ohne das grüne Licht der Regierung von Machthaber Baschar al-Assad in Damaskus geschehen, als Verletzung der Souveränität Syriens an. Nichtsdestotrotz reichte Russland einen alternativen Resolutionstext ein, der eine Verlängerung der Hilfen über Bab al-Hawa um zunächst sechs Monate vorsieht. Dieser scheiterte am Veto der USA, Frankreichs und Großbritanniens. Die nicht-ständigen Sicherheitsratsmitglieder enthielten sich, China stimmte mit Russland.

Diplomaten zufolge könnten die nicht-ständigen Sicherheitsratsmitglieder nun eine neunmonatige Verlängerung vorschlagen. Die Bewohner von Idlib sind jedoch skeptisch. Moskau unterstützt Damaskus aktiv bei der Rückeroberung der letzten Rebellenhochburg. Das Veto im UN-Sicherheitsrats sei ein erneutes Beispiel für die "Belagerungs- und Hungerpolitik, die Russland in ganz Syrien betreibt", sagte Masen Allutsch, ein Beamter am Grenzübergang Bab al-Hawa.

S.Lee--TNT

Empfohlen

Hunderte Menschen protestieren in Libyen gegen Migranten und Flüchtlinge

Im nordafrikanischen Libyen haben hunderte Menschen vor dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) in Tripolis gegen irreguläre Migranten und Flüchtlinge protestiert. Sie riefen am Donnerstag unter anderem "Libyen gehört den Libyern" und forderten die Schließung des UNHCR-Büros in der libyschen Hauptstadt.

Medien: Trumps Ex-Berater Bolton will sich in Dokumentenaffäre schuldig bekennen

Der wegen unrechtmäßigen Umgangs mit vertraulichen Regierungsdokumenten angeklagte Ex-Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, will sich laut US-Medienberichten schuldig bekennen. Bei einer für den 26. Juni angesetzten Gerichtsanhörung werde Bolton ein Schuldbekenntnis ablegen und in die Zahlung einer Strafe von mehr als zwei Millionen Dollar (1,7 Millionen Euro) einwilligen, berichteten am Donnerstag der Nachrichtensender CNN und andere Medien unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Kreise.

Hisbollah lehnt auch neue Waffenruhe mit Israel ab

Die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon lehnt auch die neue Vereinbarung zur Umsetzung einer Waffenruhe mit Israel ab. Ihr Chef Naim Kassem forderte am Donnerstag den Rückzug der israelischen Soldaten und drohte mit neuen Angriffen auf den Norden Israels. Zuvor hatten sich Israel und die libanesische Regierung bei Gesprächen in Washington auf die "Umsetzung einer Waffenruhe" geeinigt, was Libanons Präsident Joseph Aoun als "die letzte Chance für einen umfassenden und endgültigen Waffenstillstand" mit Israel bezeichnete.

Merz will bei Gipfel in Montenegro EU-Integration des Westbalkans voranbringen

Bei einem EU-Westbalkan-Gipfel am Freitag in Montenegro will sich Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) für beschleunigte Verhandlungen mit den sechs Ländern der Region über ihren Beitritt zur Europäischen Union einsetzen. Das Beitrittsversprechen gegenüber den Westbalkanstaaten habe für die Bundesregierung "hohe Priorität", hieß es am Donnerstag aus Regierungskreisen in Berlin. Die Vorbereitungen für den Gipfel wurden von Streitigkeiten zwischen Montenegro und Serbien überschattet, deren Beziehungen von jeher angespannt sind.

Textgröße ändern: