The National Times - Abtreibungen nun auch in Mississippi verboten

Abtreibungen nun auch in Mississippi verboten


Abtreibungen nun auch in Mississippi verboten
Abtreibungen nun auch in Mississippi verboten / Foto: © AFP

Nach der umstrittenen Abtreibungs-Entscheidung des Obersten Gerichts in den USA sind Schwangerschaftsabbrüche nun auch in Mississippi - und damit in insgesamt sieben Bundesstaaten - verboten. Um dagegen zu protestieren oder um den "historischen Tag" zu feiern, versammelten sich Unterstützer und Gegner von Abtreibungen am Donnerstag vor der berühmten "Rosa Haus"-Frauenklinik in Jackson. Diese stand im Zentrum des Rechtsstreits, der letztlich zur Aufhebung des landesweiten Grundrechts auf Schwangerschaftsabbrüche führte.

Textgröße ändern:

Die Jackson Women's Health Organization ist wegen der Farbe des Gebäudes im ganzen Land auch als Pink House - Rosa Haus - bekannt. Sie war die einzige Einrichtung, die im konservativen Mississippi Abtreibungen anbot. Während vor dem Gebäude Gegner und Unterstützer von Schwangerschaftsabbrüchen demonstrierten, wurden in ihr am Donnerstag nur noch Nachsorge-Termine vorgenommen. Die letzten Eingriffe waren am Mittwoch vorgenommen worden - ab Donnerstag waren sie in ganz Mississippi nicht mehr erlaubt.

Die Klinik stand im Zentrum des Rechtsstreits, der letztlich zur Aufhebung des landesweiten Grundrechts auf Schwangerschaftsabbrüche führte. Die Jackson Women's Health Organization hatte gegen ein Gesetz in Mississippi geklagt, das Abtreibungen ab der 15. Schwangerschaftswoche verbietet und damit gegen das Grundsatzurteil "Roe v. Wade" aus dem Jahr 1973 verstieß. Dieses hatte ein Grundrecht auf Abtreibungen bis etwa zur 24. Schwangerschaftswoche verankert.

Der Oberste Gerichtshof der USA mit seiner konservativen Mehrheit erklärte am 24. Juni aber das Gesetz in Mississippi für verfassungskonform - und hob gleichzeitig "Roe v. Wade" auf. Die Entscheidung des Supreme Court gilt als historische Zäsur und sorgte für ein politisches Erdbeben. Weil es kein Bundesgesetz zu Abtreibungen gibt, können Bundesstaaten jetzt Schwangerschaftsabbrüche weitgehend oder komplett verbieten.

In Mississippi trat am Donnerstag nun ein Gesetz in Kraft, das noch strenger ist als das Gesetz mit der 15-Wochen-Frist. Es verbietet bis auf wenige Ausnahmen alle Abtreibungen und sieht bei Verstößen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren vor. Die Abtreibungsklinik in Jackson hatte noch versucht, dieses Gesetz durch ein Gericht blockieren zu lassen, war damit aber am Dienstag gescheitert und schließt nun.

G.Morris--TNT

Empfohlen

Neue AfD-Jugend: Beginn von Gründungstreffen verzögert sich wegen Protesten

Wegen massiver Protestaktionen hat sich der Start des Gründungstreffens der neuen AfD-Jugendorganisation im hessischen Gießen deutlich verzögert. Der für 10.00 Uhr am Samstag angesetzte Beginn der Veranstaltung in den Messehallen der Stadt konnte nicht eingehalten werden, da sich ein Großteil der 1000 angemeldeten Mitglieder noch auf dem Weg befand. Die Polizei meldete am Morgen mehrere Straßenblockaden, der Verkehr rund um die mittelhessische Stadt kam in Teilen zum Erliegen.

NRW-Regierungschef Wüst warnt Renten-Rebellen vor Bruch der Koalition im Bund

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat vor einem Bruch der Bundesregierung wegen der umstrittenen Rentenpolitik gewarnt. "Die SPD tut sich bei der Reform der Rente erkennbar schwer, aber diese Regierung darf hieran doch nicht brechen", sagte Wüst dem "Tagesspiegel" vom Samstag. Wüst wies Rufe nach der Bildung einer Minderheitsregierung zurück. Diese bedeute "am Ende nichts anderes als Neuwahlen."

Regierung: Nach russischen Angriffen mehr als 600.000 Menschen in der Ukraine ohne Strom

Die nächtlichen russischen Raketen- und Drohnenangriffe in der Ukraine haben nach örtlichen Angaben mehr als 600.000 Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten. Mehr als 500.000 Kunden in Kiew sowie mehr als 100.000 weitere in der Region Kiew und knapp 8000 in der nordöstlichen Region Charkiw hätten keinen Strom, teilte das ukrainische Energieministerium am Samstag mit. Die russischen Angriffe hatten demnach am Freitagabend begonnen und wurden die Nacht über fortgesetzt.

Grüne setzen Parteitag mit Beratungen zu Klimaschutz und Energiewende fort

Die Grünen haben ihren Bundesparteitag in Hannover am Samstag fortgesetzt. Am Vormittag stehen zunächst die Themen Klimaschutz und Energiepolitik im Mittelpunkt. Den rund 800 Delegierten liegen dazu Leitanträge des Bundesvorstands sowie zahlreiche weitere Anträge vor.

Textgröße ändern: