The National Times - Westliche Staaten warnen vor Missbrauch des G20-Treffens durch Russland

Westliche Staaten warnen vor Missbrauch des G20-Treffens durch Russland


Westliche Staaten warnen vor Missbrauch des G20-Treffens durch Russland
Westliche Staaten warnen vor Missbrauch des G20-Treffens durch Russland / Foto: © RUSSIAN FOREIGN MINISTRY/AFP

Angesichts der Teilnahme des russischen Chefdiplomaten Sergej Lawrow am Außenministertreffen der G20-Staaten auf Bali haben westliche Teilnehmer vor einem Missbrauch der Veranstaltung durch Moskau gewarnt. Die EU werde Russland davon abhalten, das Treffen als "Plattform für Propaganda" über den russischen Krieg gegen die Ukraine zu nutzen, kündigte die Sprecherin des EU-Außenbeauftragten Josep Borrell am Donnerstag an. Lawrow traf am Rande des Treffens bereits mit Chinas Außenminister Wang Yi zusammen.

Textgröße ändern:

Der "fürchterliche" Krieg des russischen Präsidenten Wladimir Putin "schließt jedes business as usual aus und wird deutlich angesprochen", sagte die Sprecherin Borrells. Die EU werde russische Desinformation widerlegen. Dass Moskau auf dem Treffen ranghoch vertreten sei, könne zudem die Glaubwürdigkeit, Effektivität und Relevanz der G20 gefährden, warnte sie. Borrell wird Lawrow während des zweitägigen Treffens auf der indonesischen Insel nicht treffen.

Auch Frankreich stelle sich auf eine "harte Konfrontation" mit Russland bei dem Treffen ein, hieß es in französischen Diplomatenkreisen. Außenministerin Catherine Colonna und ihre europäischen Amtskollegen würden "wachsam" sein, "dass es kein 'business as usual'" in der Diskussion und bei "der Behandlung Russlands in diesem Club" geben werde.

Während die EU und die USA wegen des Ukraine-Krieges Sanktionen gegen Russland verhängt haben, halten sich G20-Staaten wie China, Indien und Südafrika mit einer Verurteilung des russischen Einmarschs in der Ukraine zurück. Angesichts dieser "differenzierten Haltungen" sei es Aufgabe der europäischen Länder, "auf Unwahrheiten und das russische Narrativ zu antworten", die versuchten, die aktuellen Probleme "nicht auf den russischen Angriffskrieg zurückzuführen, sondern auf die internationale Antwort vor allem Europas und der G7 auf diese Aggression", hieß es in Paris.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte vor ihrer Abreise nach Bali ebenfalls gewarnt, Russland dürfe "nicht einfach die Bühne" überlassen werden. Auch Baerbock wird während des G20-Treffens bilaterale Gespräche führen.

Aus Sicht der USA könnten in Bali trotz der Teilnahme Russlands Fortschritte im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt erzielt werden. Er gehe davon aus, dass "so gut wie alle G20-Länder" Initiativen zustimmen würden, die gegen die globale Ernährungsunsicherheit und die schwankende Energieversorgung gerichtet seien, sagte ein US-Regierungsvertreter während des Fluges von Außenminister Antony Blinken nach Bali. "Sie werden sehen, dass wir in der Lage sein werden, die Verantwortung Russlands für einige der Probleme, mit denen sich die G20 befassen werden, deutlich zu machen", sagte er.

Blinken traf am Donnerstagabend in Bali ein und will nach US-Angaben Lawrow während des Außenministertreffens aus dem Weg gehen. Am Samstag ist hingegen ein Treffen Blinkens mit dem chinesischen Außenminister Wang vorgesehen.

Wang führte bereits am Donnerstag im Vorfeld des G20-Treffens bilaterale Gespräche mit Lawrow. Laut russischem Außenministerium informierte Lawrow seinen Gegenüber dabei "über die Umsetzung der wichtigsten Aufgaben des militärischen Sondereinsatzes in der Ukraine", deren Ziel die "Entnazifizierung" des Landes sei. Beide Parteien waren sich demnach einig, dass einseitige Sanktionen "unter Umgehung der UNO" nicht hinnehmbar seien.

China unterhält weiterhin gute Beziehungen zu Moskau, während westliche Staaten Russland aufgrund seines Angriffs auf die Ukraine international zu isolieren versuchen.

Den G20 gehören neben der EU 19 Industrie- und Schwellenländer an, darunter China, Indien, Brasilien und die Türkei. Die G20-Staaten stehen für gut 80 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung.

Q.Marshall--TNT

Empfohlen

Prinz Harry: "Werde immer Teil der königlichen Familie sein"

Der britische Prinz Harry wird trotz seines Zerwürfnisses mit den Royals nach eigenen Worten "immer Teil der königlichen Familie sein". Er sagte am Freitag während eines Besuchs in der Ukraine dem britischen Sender ITV News, er könne mit der Behauptung, dass er "kein arbeitendes Mitglied" der Königsfamilie mehr sei, nichts anfangen. "Ich werde immer Teil der königlichen Familie sein, und ich bin hier, um zu arbeiten und genau das zu tun, wofür ich geboren wurde, und ich tue es gern", sagte Harry.

Trotz Waffenruhe im Libanon weiter gegenseitige Angriffe von Israel und Hisbollah

Trotz der Verlängerung der Feuerpause für den Libanon schweigen die Waffen nicht: Israel und die Hisbollah haben am Freitag ihre gegenseitigen Angriffe fortgesetzt. Während bei israelischen Militäreinsätzen im Libanon mehrere Menschen getötet wurden, feuerte die Hisbollah Raketen auf den Norden Israels ab. Zugleich rief sie Beirut auf, sich aus den Verhandlungen mit Israel über eine dauerhafte Friedenslösung zurückzuziehen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu warf der Miliz vor, den Friedensprozess zu "sabotieren".

Neue Verhandlungen: US-Unterhändler und Irans Außenminister reisen nach Islamabad

In Pakistan werden am Wochenende voraussichtlich neue Verhandlungen über ein mögliches Ende des Iran-Kriegs stattfinden. Die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner fliegen am Samstag zu erneuten Gesprächen mit iranischen Unterhändlern nach Pakistan, wie die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, am Freitag bekanntgab. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sollte bereits am Abend in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eintreffen.

Kosovo: Lange Haftstrafen gegen serbische Separatisten nach Aufstand von 2023

Im Kosovo sind drei serbische Separatisten nach einem tödlichen Aufstand im Jahr 2023 wegen Terrorismus zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Ein Gericht in der kosovarischen Hauptstadt Pristina verhängte am Freitag gegen zwei Männer lebenslange Haftstrafen, ein dritter Angeklagter wurde zu 30 Jahren Haft verurteilt. "Es hat sich bestätigt, dass sie versuchten, den Norden des Kosovo abzuspalten und mit Serbien zu vereinen", sagte der Vorsitzende des dreiköpfigen Richtergremiums, Ngadhnjim Arrni, in der Urteilsbegründung.

Textgröße ändern: