The National Times - Iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi warnt vor Atomwaffen

Iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi warnt vor Atomwaffen


Iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi warnt vor Atomwaffen
Iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi warnt vor Atomwaffen / Foto: © NARGES MOHAMMADI FOUNDATION/AFP

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi hat zum 80. Jahrestag des Atombomben-Abwurfs auf Hiroshima vor einer wachsenden "Versuchung" für Länder gewarnt, nach Atomwaffen zu streben. Sie beklagte am Mittwoch in einer Rede "eine Welt, in der autoritäre Regierungen Atomwaffen anstreben, um ihr Überleben zu sichern".

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"Wo die Invasion eines Landes durch ein anderes zur Normalität wird und internationale Institutionen wie die Vereinten Nationen zunehmend an Einfluss verlieren, wächst die Versuchung für Länder, nach Atomwaffen zu streben", fuhr Mohammadi fort, die per Videoschalte aus dem Iran bei einer Konferenz in Oslo zugeschaltet war.

Mohammadi äußerte sich anlässlich des Atombomben-Abwurfs auf die japanische Stadt Hiroshima vor 80 Jahren. Am Morgen des 6. August 1945 hatte ein Bomber der US-Armee eine Uran-Bombe über Hiroshima abgeworfen. Unmittelbar danach und in den ersten Monaten nach dem Angriff starben etwa 140.000 Menschen. Drei Tage später tötete eine weitere US-Atombombe in der Stadt Nagasaki etwa 74.000 Menschen. Wenige Wochen später endete der Zweite Weltkrieg mit der Kapitulation Japans.

Mohammadi wurde 2023 für ihren Einsatz für Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Ihre beiden Kinder nahmen den Preis stellvertretend für sie in Empfang.

Mohammadi hat einen Großteil des vergangenen Jahrzehnts im Gefängnis verbracht. Sie wurde wiederholt wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang für Frauen und gegen die Todesstrafe verurteilt und inhaftiert. Im Dezember war sie aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend aus dem Ewin-Gefängnis bei Teheran entlassen worden. Ihren Anwälten zufolge droht ihr jederzeit eine erneute Inhaftierung.

Mohammadi äußerte sich auch zur Atompolitik des Iran. "Die Behauptung, diese sei friedlich, ist reine politische Rhetorik", sagte sie. Sie bedauerte zudem, dass sich die Lebensbedingungen der Menschen im Iran nicht verbessert hätten. "Wir sind im ganzen Land mit einem weitverbreiteten Mangel an Strom und Wasser konfrontiert."

Die Konferenz in Oslo wurde zu Ehren der japanischen Organisation Nihon Hidankyo veranstaltet, die sich für eine Welt ohne Atomwaffen einsetzt und im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war.

C.Blake--TNT

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