The National Times - Angeklagt wegen "From the River to the Sea": Aktivistin teilweise freigesprochen

Angeklagt wegen "From the River to the Sea": Aktivistin teilweise freigesprochen


Angeklagt wegen "From the River to the Sea": Aktivistin teilweise freigesprochen
Angeklagt wegen "From the River to the Sea": Aktivistin teilweise freigesprochen / Foto: © AFP/Archiv

Eine propalästinensische Berliner Aktivistin, die unter anderem wegen der Verwendung der Parole "From the River to the Sea" angeklagt war, ist vom Amtsgericht Tiergarten teilweise freigesprochen worden. Eine Strafbarkeit sei hier nicht gegeben, sagte Richter Philipp Berkholz in seiner Urteilsbegründung am Mittwoch. Die Angeklagte habe glaubhaft ausgeführt, dass sie mit dem Slogan nicht die Unterstützung der Hamas, sondern der palästinensischen Bevölkerung zum Ausdruck bringen wollte.

Textgröße ändern:

Die rechtliche Bewertung des Ausspruchs ist umstritten. So wurde die Parole etwa in einem Verfahren am Berliner Landgericht, das im November 2024 zu Ende ging, von der Kammer als Kennzeichen der Terrororganisation Hamas gewertet.

In einem Beschluss einer anderen Kammer vom April 2025, auf den sich Berkholz in seiner Begründung bezog, wird dies jedoch in Zweifel gezogen. Nicht jede Verwendung des Ausspruchs durch eine verbotene politische Organisation wie der Hamas könne dazu führen, dass der Ausspruch zu ihrem Kennzeichen werde, heißt es darin.

Angeklagt war die 38-Jährige, die auch durch ihre Fahrt auf dem Gaza-Hilfsschiff "Madleen" eine gewisse Bekanntheit erlangt hat, auch wegen anderer Straftaten. So soll sie sich im vergangenen Jahr bei einer Demonstration körperlich gegen ihre Festnahme gewehrt haben.

In einem anderen Fall soll sie einen Polizisten verleumdet haben, indem sie ihn als Kriminellen bezeichnete, der Frauen und Kinder schlagen wolle. Außerdem wurde ihr von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, als Teilnehmerin der "International Queer Pride" 2024 in Berlin einen Regenschirm auf einen Polizisten geworfen zu haben.

Wegen dieser Vergehen wurde die Aktivistin zu einer Gesamtgeldstrafe von 1800 Euro verurteilt. Das Amtsgericht sprach sie des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, der Verleumndung und des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte auf eine Geldstrafe von 4400 Euro plädiert, die Verteidigung stellte keinen konkreten Antrag.

In einer zu Prozessbeginn von ihr selbst verlesenen Erklärung sagte die Angeklagte, sie beobachte eine autoritäre Wende und eine systematische Kriminalisierung von Demonstrationen. Als sie 2021 ukrainische Geflüchtete unterstützt habe, habe es dafür viel Applaus gegeben. Seit sie sich für Palästina engagiere, werde sie kriminalisiert und diffamiert.

H.Davies--TNT

Empfohlen

Wadephul reist zu Antrittsbesuch in die Niederlande

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist am Montag zu seinem Antrittsbesuch in die Niederlande. In Den Haag trifft er zunächst seinen niederländischen Kollegen Tom Berendsen zu Gesprächen über den EU-Haushalt, die weitere Unterstützung der Ukraine sowie die bilaterale militärische Zusammenarbeit. Danach ist am Nachmittag gegen 16.30 Uhr eine Preesekonferenz geplant. Das Deutsch-Niederländische Korps hatte kürzlich eine Führungsrolle in der Nato-Verteidigungsplanung für Estland und Lettland übernommen.

EU-Verteidigungsminister beraten über Patriot-Raketen für die Ukraine

Die Verteidigungsminister der EU beraten am Montag in Brüssel unter anderem darüber, wie die Ukraine mit mehr Raketen des US-Luftabwehrsystems Patriot ausgestattet werden kann. Ein Vorschlag sieht nach Angaben eines ranghohen EU-Beamten vor, dass Mitgliedstaaten ihren Platz in der Warteschlange für Bestellungen mit der Ukraine tauschen. Das Patriot-System spielt eine zentrale Rolle beim Schutz vor ballistischen Raketen aus Russland.

CDU-Generalsekretärin Hoppermann warnt SPD und Grüne vor Koalition mit Linker in Berlin

Nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann Grüne und SPD in scharfer Form vor einer Koalition mit der Linken gewarnt - und diese zu einem Bündnis mit ihrer Partei aufgefordert. "Es gibt eine andere Mehrheit mit der Union. SPD und Grüne müssen nun für sich entscheiden, ob sie sich zum Steigbügelhalter von linken Extremisten machen wollen", sagte Hoppermann der "Rheinische Post" vom Montag. Die Berliner Linke sei radikal und antisemitisch.

Serbiens Präsident Vucic tritt zurück: Weg frei für Kandidatur als Regierungschef

Der serbische Präsident Aleksandar Vucic ist zurückgetreten - und widmet sich nun seiner Kandidatur für das Amt des Regierungschef bei der Wahl Ende Oktober. Im Präsidentenpalast in Belgrad unterzeichnete Vucic am Sonntag vor Journalisten seine Rücktrittsurkunde. "Morgen früh werde ich meine Amtsgeschäfte an die Parlamentspräsidentin übergeben", kündigte der konservativ-nationalistische Politiker an. Vor dem Palast versammelte Anhänger skandierten Vucic' Namen.

Textgröße ändern: