The National Times - Trump: Unterlagen zu Epstein-Prozess sollen veröffentlicht werden

Trump: Unterlagen zu Epstein-Prozess sollen veröffentlicht werden


Trump: Unterlagen zu Epstein-Prozess sollen veröffentlicht werden
Trump: Unterlagen zu Epstein-Prozess sollen veröffentlicht werden / Foto: © AFP/Archiv

In der Affäre um den Sexualstraftäter Jeffrey Epstein beugt sich US-Präsident Donald Trump ein Stück weit dem Druck seiner Anhängerschaft: Trump sprach sich am Donnerstag (Ortszeit) für die Freigabe von Gerichtsdokumenten zu dem Fall aus. Für zusätzlichen Wirbel sorgte ein Bericht des "Wall Street Journal" über einen angeblichen Brief Trumps an Epstein aus dem Jahr 2003. Der US-Präsident bestreitet, das mit der Zeichnung einer nackten Frau versehene Schreiben verfasst zu haben. Er kündigte an, die Zeitung zu verklagen.

Textgröße ändern:

Trump schrieb in seinem Onlinedienst Truth Social, er habe "aufgrund des lächerlichen Ausmaßes an Aufmerksamkeit, die Jeffrey Epstein zuteil wird", Justizministerin Pam Bondi gebeten, alle "relevanten" Aussagen vor der Grand Jury in dem Fall zu veröffentlichen. Der von den "Demokraten betriebene Schwindel" rund um die Affäre müsse sofort beendet werden.

Bondi erklärte daraufhin im Onlinedienst X, sie werde am Freitag beim Gericht die Freigabe der Protokolle beantragen. Eine Zustimmung des Gerichts ist angesichts der strengen Vorgaben zur Geheimhaltung von Geschworenenprotokollen aber ungewiss.

Die Affäre um Epstein hat zu einer Kluft zwischen Trump und seiner sonst loyalen Basis in der Republikanischen Partei geführt. Der US-Präsident versuchte sich zuletzt in einem Drahtseilakt: Er bezeichnete den Fall als "ziemlich langweiliges Zeug", zugleich betonte er seine grundsätzliche Bereitschaft zu Transparenz.

Der Vorsitzende von Trumps Republikanern im Repräsentantenhaus, Mike Johnson, hatte kürzlich den Druck auf den Präsidenten erhöht und die Veröffentlichung der Akte Epstein gefordert. "Wir müssen alles auf den Tisch legen und die Menschen entscheiden lassen", sagte Johnson.

Zahlreiche Trump-Anhänger hatten sich zuletzt empört geäußert, weil seine Regierung ein Versprechen nicht eingehalten hat: Sie wollte Licht in den Skandal um den US-Milliardär bringen, der 2019 tot in seiner Gefängniszelle in Manhattan aufgefunden wurde. Dem Investmentbanker wurde vorgeworfen, zahlreiche Mädchen und junge Frauen missbraucht und Prominenten zugeführt zu haben.

Wegen früherer Aussagen zu Epstein steht Trump in der Affäre auch selbst im Fokus. Er hatte seinen damaligen Nachbarn Epstein 2002 noch als "tollen Typen" bezeichnet und gesagt, dieser möge "schöne Frauen genauso wie ich" - und viele von ihnen seien eher jung. In später freigegebenen Dokumenten zur Epstein-Affäre war auch Trumps Name aufgetaucht, ein Fehlverhalten wurde dem amtierenden Präsidenten allerdings nicht vorgeworfen.

Das US-Justizministerium und die US-Bundespolizei FBI bestritten auch die Existenz einer Liste mit prominenten Kunden Epsteins. Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, dass auch Trump auf einer solchen Liste stehe.

Für weiteren Ärger im Trump-Lager sorgte am Donnerstag ein Bericht des "Wall Street Journal" (WSJ). Der US-Zeitung zufolge hatte Trump 2003 einen schlüpfrigen Brief an Epstein verfasst. Trump bestritt, Urheber des Briefs zu sein, und kündigte rechtliche Schritte gegen die Zeitung an.

Er werde "bald gegen das 'Wall Street Journal', News Corp und Herrn (Rupert) Murdoch vorgehen", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Er habe die Zeitung "persönlich" vor einer Veröffentlichung des Artikels gewarnt. "Sie haben trotzdem einen falschen, böswilligen und diffamierenden Artikel veröffentlicht", fügte er hinzu. Wenn der Artikel auch nur "die kleinste Spur von Wahrheit" enthalten würde, wäre die Informationen längst von der gegnerischen Seite öffentlich gemacht worden, schrieb Trump weiter.

Laut dem Zeitungsartikel hatte Epsteins Lebensgefährtin Ghislaine Maxwell für ein Gästebuch, das im Jahr 2003 zu Epsteins 50. Geburtstag angelegt wurde, mehrere ihm nahestehende Menschen um Beiträge gebeten, darunter auch den damaligen Immobilienunternehmer Trump.

Der angeblich von Trump eingereichte Brief enthält laut "WSJ" neben getipptem Text die Skizze einer nackten Frau. Die gekritzelte Unterschrift des heutigen Präsidenten unterhalb der Taille der Frauenzeichnung erinnere zudem an Schamhaare, berichtete die Zeitung.

Trump streitet ab, den Brief geschrieben zu haben. "Das bin ich nicht. Das ist eine Fälschung. Ich zeichne keine Bilder von Frauen", sagte er dem "WSJ".

Auch Trumps Vize JD Vance attackierte die Zeitung. "Das WSJ sollte sich für die Veröffentlichung schämen", schrieb er auf X. Der demokratische Abgeordnete Pat Ryan erklärte hingegen, es sei nun deutlich geworden, "warum Donald Trump sich weigert, die Epstein-Akten freizugeben".

I.Paterson--TNT

Empfohlen

Venezolanische Oppositionsvertreterin Macero in ihre Heimat zurückgekehrt

Die venezolanische Oppositionsvertreterin Claudia Macero ist aus dem zweijährigen Exil in ihre Heimat zurückgekehrt. Macero wurde am Sonntagabend am Flughafen in Caracas von hunderten Anhängern empfangen, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP feststellte. Die 34-Jährige gilt als wichtigste Stellvertreterin der Oppositionsführerin María Corina Machado.

Wadephul reist zu Antrittsbesuch in die Niederlande

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) reist am Montag zu seinem Antrittsbesuch in die Niederlande. In Den Haag trifft er zunächst seinen niederländischen Kollegen Tom Berendsen zu Gesprächen über den EU-Haushalt, die weitere Unterstützung der Ukraine sowie die bilaterale militärische Zusammenarbeit. Danach ist am Nachmittag gegen 16.30 Uhr eine Preesekonferenz geplant. Das Deutsch-Niederländische Korps hatte kürzlich eine Führungsrolle in der Nato-Verteidigungsplanung für Estland und Lettland übernommen.

EU-Verteidigungsminister beraten über Patriot-Raketen für die Ukraine

Die Verteidigungsminister der EU beraten am Montag in Brüssel unter anderem darüber, wie die Ukraine mit mehr Raketen des US-Luftabwehrsystems Patriot ausgestattet werden kann. Ein Vorschlag sieht nach Angaben eines ranghohen EU-Beamten vor, dass Mitgliedstaaten ihren Platz in der Warteschlange für Bestellungen mit der Ukraine tauschen. Das Patriot-System spielt eine zentrale Rolle beim Schutz vor ballistischen Raketen aus Russland.

CDU-Generalsekretärin Hoppermann warnt SPD und Grüne vor Koalition mit Linker in Berlin

Nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann Grüne und SPD in scharfer Form vor einer Koalition mit der Linken gewarnt - und diese zu einem Bündnis mit ihrer Partei aufgefordert. "Es gibt eine andere Mehrheit mit der Union. SPD und Grüne müssen nun für sich entscheiden, ob sie sich zum Steigbügelhalter von linken Extremisten machen wollen", sagte Hoppermann der "Rheinische Post" vom Montag. Die Berliner Linke sei radikal und antisemitisch.

Textgröße ändern: