The National Times - Chinesen gegen hohe Zahlungen eingeschleust: Festnahmen in Schleswig-Holstein

Chinesen gegen hohe Zahlungen eingeschleust: Festnahmen in Schleswig-Holstein


Chinesen gegen hohe Zahlungen eingeschleust: Festnahmen in Schleswig-Holstein
Chinesen gegen hohe Zahlungen eingeschleust: Festnahmen in Schleswig-Holstein / Foto: © AFP/Archiv

Bei einer großangelegten Razzia sind drei Mitglieder einer Schleuserbande aus Schleswig-Holstein festgenommen worden. Gegen einen 44-jährigen Mann aus der Gemeinde Harrislee sowie gegen eine 52-jährige Frau einen 67-jährigen Mann aus Husum seien Haftbefehle vollstreckt worden, teilten die Staatsanwaltschaft Flensburg und die Bundespolizei in Rostock am Mittwoch gemeinsam mit. Die drei sollen eine Vielzahl chinesischer Staatsbürger eingeschleust haben.

Textgröße ändern:

Den Behörden zufolge warben die Schleuser online mit der Immigration im Rahmen des beschleunigten Fachkräfteverfahrens. Pro Geschleustem verlangten sie bis zu 230.000 Euro. Sie stellten die Anwärter zum Schein an, damit sie als Fachkraft in einem deutschen Unternehmen mit unbefristetem Arbeitsvertrag eine sogenannte Blaue Karte EU bekamen. Diese berechtigt zu einem nahezu bedingungslosen Aufenthalt von vier Jahren in der EU.

Die angeblichen Gehaltszahlungen fanden zwar statt und landeten auf Konten der Eingeschleusten, allerdings hatten lediglich die Beschuldigten Zugriff auf diese Konten. Die Geschleusten mussten hingegen eine sechsstellige stille Einlage als Investition in die Firma der Beschuldigten beziehungsweise in Firmen von eingeweihten Geschäftspartnern zahlen.

Der Hauptbeschuldigte aus Harrislee an der deutsch-dänischen Grenze verantwortete aus Sicht der Ermittler in dem Unternehmen die Bereiche Mitarbeiterführung, Finanzplanung, Investment, Rechnungswesen und Buchführung. Der Mann und die Frau aus Husum sollen sich nach der Anwerbung der chinesischen Investoren unter anderem um Verträge, Vollmachten und Anmeldungen sowie den letztendlichen Erhalt der Niederlassungserlaubnis gekümmert haben.

Bei der Razzia, an der 750 Beamte der Bundespolizei mitwirkten, wurden insgesamt 38 Wohnungen und Geschäftsräume sowohl der Beschuldigten als auch von Geschleusten durchsucht. Diese befanden sich in den Bundesländern Berlin, Hamburg, Niedersachsen, Bayern, Hessen, Baden-Württemberg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Es wurden Beweismittel und Bargeld beschlagnahmt sowie Vermögen in Höhe von mehr als fünf Millionen Euro gesichert.

T.Ward--TNT

Empfohlen

Kasachstans Präsident preist bei Besuch in Berlin "exzellente" Beziehungen zu Putin

Kasachstans Präsident Kassym-Schomart Tokajew hat bei einem Besuch in Berlin seine "exzellenten Beziehungen" zu Kreml-Chef Wladimir Putin gepriesen. "Was auch immer in der Ukraine passiert, wir werden niemals vergessen, dass Russland und die Ukraine unsere Freunde sind", sagte Tokajew am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).

Erste Regierungschefin Marokkos: König ernennt Fatima Ezzahra El Mansouri

In Marokko wird zum ersten Mal eine Frau Regierungschefin: König Mohammed VI. hat die Bürgermeisterin von Marrakesch, Fatima Ezzahra El Mansouri, am Dienstag zur Ministerpräsidentin des nordafrikanischen Landes ernannt. Wie sein Büro mitteilte, empfing er die 50-jährige Juristin, die zuletzt auch Bauministerin war, am Dienstag im Königspalast und beauftragte sie offiziell mit der Bildung der neuen Regierung.

Britischer Premier Burnham: "Der Brexit hat mehr geschadet als genutzt"

Der britische Premierminister Andy Burnham sieht im Brexit mehr Schaden als Nutzen für sein Land und prüft verschiedene Optionen für die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur Europäischen Union. Beim nächsten EU-Großbritannien-Gipfel werde er darlegen, wie eine langfristige Zusammenarbeit aussehen könne, sagte Burnham am Dienstag auf dem Labour-Parteitag in Liverpool.

Merz: Russland "nicht an ernsthaften" Ukraine-Gesprächen interessiert

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sieht das jüngste Gespräch zwischen Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow als Beleg für Russlands fehlende Bereitschaft zu ernsten Friedensverhandlungen. "Die anschließende Bewertung dieses Gesprächs durch Russland hat gezeigt, dass Russland offensichtlich überhaupt nicht an ernsthaften Gesprächen zum jetzigen Zeitpunkt interessiert ist", sagte Merz am Dienstag in Berlin bei einer Pressekonferenz mit dem kasachischen Präsidenten Kassym-Schomart Tokajew.

Textgröße ändern: