The National Times - Israel startet neue Militäroffensive im Gazastreifen

Israel startet neue Militäroffensive im Gazastreifen


Israel startet neue Militäroffensive im Gazastreifen
Israel startet neue Militäroffensive im Gazastreifen / Foto: © AFP

Israel hat eine neue Militäroffensive im Gazastreifen gestartet. Die israelische Armee erklärte in der Nacht zu Samstag, sie habe mit "umfassenden Angriffen" begonnen und Soldaten verlegt, um die Kontrolle über weitere Teile des Palästinensergebiets zu erlangen. Am Samstag wurden bei israelischen Angriffen nach palästinensischen Angaben mindestens zehn Menschen getötet. Die Arabische Liga beriet im Irak über den Gaza-Krieg und andere Konflikte in der Region.

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Die israelische Armee gab in der Nacht die "ersten Etappen der Operation 'Gideons Streitwagen' und der Ausweitung der Offensive im Gazastreifen" bekannt. Ziel sei es, "alle Kriegsziele zu erreichen, einschließlich der Befreiung der Geiseln und des Siegs über die Hamas". Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte zu Wochenbeginn angekündigt, die Armee werde in den kommenden Tagen "mit voller Kraft" im Gazastreifen vorrücken, "um den Einsatz abzuschließen". Dies bedeute die "Zerschlagung" und "Zerstörung" der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas.

Die Ausweitung der Offensive erfolgte nun kurz nach dem Ende der Reise von US-Präsident Donald Trump durch die Golfstaaten Saudi-Arabien, Katar und Vereinigte Arabische Emirate.

Wie die von der Hamas kontrollierte Zivilschutzbehörde mitteilte, gab es im Gazastreifen am Samstag mindestens zehn Tote, unter anderem bei Angriffen auf Chan Junis im Süden und Dschabalija im Norden. Am Freitag waren bei israelischen Angriffen nach Zivilschutz-Angaben mindestens hundert Menschen getötet worden. Die israelische Armee erklärte, sie habe innerhalb von 24 Stunden "mehr als 150 Terrorziele" im Gazastreifen getroffen.

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk warf Israel angesichts der verstärkten Angriffe im Gazastreifen "ethnische Säuberung" vor. Die jüngste "Bombenwelle" und die Blockade humanitärer Hilfe für die Bevölkerung deuteten darauf hin, dass dort "eine permanente demografische Verschiebung" vorangetrieben werden solle. Dies verstoße gegen das Völkerrecht und sei "gleichbedeutend mit ethnischer Säuberung", erklärte Türk. Dieser "Wahnsinn" müsse beendet werden.

Beim Gipfel der Arabischen Liga in Bagdad rief UN-Generalsekretär António Guterres zu einem sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand auf. Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi forderte US-Präsident Trump auf, Druck auf Israel auszuüben, "um einen Waffenstillstand im Gazastreifen zu erreichen". Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez rief Staats- und Regierungschefs in aller Welt auf, "ihren Druck auf Israel verstärken, das Massaker im Gazastreifen zu beenden". Der Irak sagte 40 Millionen Dollar (fast 35,8 Millionen Euro) für den Wiederaufbau des Gazastreifens und des Libanon zu.

Israel hatte seine massiven Angriffe im Gazastreifen Mitte März nach einer zweimonatigen Waffenruhe wieder aufgenommen. Bereits seit Anfang März blockiert Israel zudem die humanitären Hilfslieferungen für den Gazastreifen. Nach eigenen Angaben will Israel damit Zugeständnisse der Hamas erzwingen, die weiterhin Dutzende israelische Geiseln in ihrer Gewalt hat. Hilfsorganisationen warnen vor einer Hungerkatastrophe im Gazastreifen.

Auch die medizinische Versorgung wird immer schlechter. Das Indonesische Krankenhauses im nördlichen Gazastreifen kann nach Angaben von Klinikdirektor Marwan Sultan keine Schwerverletzten mehr behandeln, weil ein "gravierender Mangel" an Blutkonserven, Medikamenten und anderer medizinischer Ausrüstung herrsche und Angriffe in der Umgebung weitere Schäden an Decken und Wänden des Gebäudes angerichtet hätten.

Ausgelöst worden war der Gazakrieg durch den Großangriff der Hamas und mit ihr verbündeter Kämpfer auf Israel am 7. Oktober 2023, bei dem nach israelischen Angaben rund 1200 Menschen getötet und 251 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt worden waren. Als Reaktion auf den Hamas-Überfall geht Israel seither massiv militärisch im Gazastreifen vor. Dabei wurden nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die nicht unabhängig überprüft werden können, bislang mehr als 53.100 Menschen getötet.

F.Hughes--TNT

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