The National Times - Kaschmir-Konflikt: Indien und Pakistan melden gegenseitige Drohnenangriffe

Kaschmir-Konflikt: Indien und Pakistan melden gegenseitige Drohnenangriffe


Kaschmir-Konflikt: Indien und Pakistan melden gegenseitige Drohnenangriffe
Kaschmir-Konflikt: Indien und Pakistan melden gegenseitige Drohnenangriffe / Foto: © AFP

Im neu entfachten Kaschmir-Konflikt haben Indien und Pakistan ihre gegenseitigen Angriffe am Donnerstag fortgesetzt. Die pakistanischen Streitkräfte hätten über Nacht versucht, "mehrere militärische Ziele" mit Drohnen und Raketen zu beschießen, teilte das indische Verteidigungsministerium mit. Die indische Armee habe ihrerseits ein Luftverteidigungssystem im pakistanischen Lahore "neutralisiert". Islamabad meldete indes den Abschuss von 25 indischen Drohnen. Die Zahl der Todesopfer stieg auf 47.

Textgröße ändern:

Das Verteidigungsministerium in Neu Delhi erklärte, die pakistanischen Drohnen und Raketen seien abgefangen worden. Die eigene Armee habe zugleich "Radar- und Luftverteidigungssysteme an mehreren Standorten in Pakistan angegriffen".

Am Donnerstagmorgen hatte die indische Armee bereits Schusswechsel zwischen indischen und pakistanischen Soldaten in Kaschmir gemeldet. Die pakistanische Armee habe in der Nacht mit Kleinwaffen und Artilleriegeschützen geschossen, worauf die indischen Streitkräfte "angemessen reagiert" hätten, hieß es.

Ein Sprecher der pakistanischen Armee warf Indien vor, mit mehreren Drohnenangriffen in der Nacht zum Donnerstag "einen weiteren Akt der Aggression" begangen zu haben. Zuvor hatte die pakistanische Armee erklärt, "25 israelische Harop-Drohnen abgeschossen", zu haben. Bei den indischen Angriffen sei ein Zivilist getötet worden.

Auf pakistanischer Seite stieg die Zahl der Todesopfer nach jüngsten Angaben der Armee auf 31. Weitere 57 Menschen seien verletzt worden. Neu Delhi meldete indes 16 getötete Zivilisten, darunter drei Frauen und fünf Kinder.

Die gegenseitigen Drohungen zwischen Islamabad und Neu Delhi hielten weiter an. Am späten Mittwochabend sagte der pakistanische Regierungschef Shehbaz Sharif in einer Fernsehansprache, Pakistan werde "jeden Tropfen des Blutes der Märtyrer rächen". Der indische Außenminister Subrahmanyam Jaishankar erklärte am Donnerstag, auf jegliches militärisches Vorgehen Pakistans werde eine "sehr, sehr harte Antwort" Indiens erfolgen.

Am Mittwochmorgen war der jahrzehntealte Kaschmir-Konflikt militärisch eskaliert: Indien bombardierte mehrere Ziele in Pakistan, Islamabad antwortete mit Artilleriefeuer. International löste die Verschärfung der Lage Besorgnis aus. Die USA, Deutschland und die EU-Kommission riefen beide Seiten zur Deeskalation auf.

Auslöser der Eskalation war ein Anschlag auf indische Touristen, bei dem am 22. April im indischen Teil Kaschmirs 26 Menschen erschossen wurden. Indien wirft Pakistan die Unterstützung des Anschlags vor, die pakistanische Regierung weist die Vorwürfe zurück.

P.Murphy--TNT

Empfohlen

Griechenland will Teil seiner EU-Schulden früher als erwartet zurückzahlen

Griechenland will einen Teil seiner Schulden aus der Finanzkrise von 2010 vorzeitig an Länder der Europäischen Union zurückzahlen. Das Land werde im kommenden Monat Kredite in Höhe von 6,9 Milliarden Euro bedienen, sagte Regierungssprecher Pavlos Marinakis am Montag vor Journalisten.

Festnahme in Hamburg: Jugendlicher soll islamistischen Bombenanschlag geplant haben

Ein 17-Jähriger soll in Hamburg einen islamistisch motivierten Sprengstoffanschlag auf Ziele wie ein Einkaufszentrum oder eine Polizeiwache geplant haben. Spezialkräfte nahmen den syrischen Jugendlichen am Donnerstag fest, wie die Generalstaatsanwaltschaft in der Hansestadt am Montag mitteilte. Er kam in Untersuchungshaft.

Schüsse am Rande von Dinner mit Trump: Verdächtiger plädiert auf nicht schuldig

Gut zwei Wochen nach dem Schusswaffenangriff am Rande des Korrespondenten-Dinners mit Donald Trump hat der mutmaßliche Täter den Vorwurf eines Mordanschlags auf den US-Präsidenten zurückgewiesen. Der 31-jährige Cole A. plädierte laut Medienberichten am Montag vor einem Bundesbezirksgericht in Washington auf nicht schuldig. Dem Verdächtigen aus Kalifornien droht eine lebenslange Haftstrafe.

EU einigt sich auf Sanktionen gegen gewalttätige israelische Siedler

Nach monatelanger Blockade durch Ungarn haben sich die Außenministerinnen und Außenminister der EU auf neue Sanktionen gegen gewalttätige israelische Siedler im Westjordanland geeinigt. "Es ist vollbracht", schrieb der französische Außenminister Jean-Noel Barrot am Montag im Onlinedienst X. EU-Vertretern zufolge wurden sieben Siedler oder Siedlerorganisationen auf die Sanktionsliste gesetzt, ebenso wie Vertreter der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas. Der israelische Außenminister Gideon Saar kritisierte die Sanktionen gegen israelische Siedler auf X als "willkürlich".

Textgröße ändern: