The National Times - Nach Lauterbachs Einschätzung gibt es bereits eine neue Corona-Welle

Nach Lauterbachs Einschätzung gibt es bereits eine neue Corona-Welle


Nach Lauterbachs Einschätzung gibt es bereits eine neue Corona-Welle
Nach Lauterbachs Einschätzung gibt es bereits eine neue Corona-Welle / Foto: © AFP/Archiv

Nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gibt es bereits eine neue Corona-Welle. "Die angekündigte Sommerwelle ist leider Realität geworden", sagte er der "Rheinischen Post. "Das bedeutet auch für die nächsten Wochen wenig Entspannung." Nach einem zeitweisen Rückgang im Mai schnellen die Infektionszahlen derzeit wieder nach oben. Bei den Grünen und Sozialverbänden wurden Forderungen nach einem neuen, wirksameren Infektionsschutzgesetz laut.

Textgröße ändern:

"Weil die aktuelle Virusvariante sehr leicht übertragbar ist und weil fast alle Vorsichtsmaßnahmen ausgelaufen sind, verpufft in diesem Jahr der Sommereffekt in der Pandemie", sagte Lauterbach. "Älteren und Vorerkrankten empfehle ich daher dringend, sich nochmal impfen zu lassen. Das verhindert nicht unbedingt eine Infektion, aber es verhindert schwere Krankheitsverläufe", sagte der Minister.

Man könne die Welle aber nicht wegimpfen, sagte Lauterbach zu RTL/ntv. "Dafür sind die Impfstoffe nicht stark genug." Er halte eine "vierstellige Inzidenz-Zahl für möglich". Es handele sich zwar nicht um eine Sommerwelle, die "uns den Urlaub verderben muss oder sollte". Allerdings werde dieser Sommer nicht so entspannt, wie der vergangene. Lauterbach empfahl das Tragen von Masken in Innenräumen und eine vierte Impfung für Risikogruppen.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner stieg am Mittwoch auf 472,4. Das RKI bezifferte am Morgen die Zahl der neuen Corona-Fälle innerhalb von 24 Stunden auf 92.344. Es gab 112 neue Todesfälle. Einen Anstieg gab es auch wieder bei der Zahl der Behandlungen von Corona-Infizierten in Krankenhäusern sowie auf Intensivstationen, wenn auch noch auf deutlich niedrigerem Niveau als in den ersten Monaten des Jahres.

Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte dem Portal T-online: "Wir müssen jetzt ein neues Infektionsschutzgesetz aushandeln, das die Möglichkeit, also Rechtsgrundlage, für eine Maskenpflicht in Innenräumen, Hygienekonzepte für Veranstaltungen, sowie die Möglichkeit für Testpflichten und Zugangsbeschränkungen bietet, falls die Lage dies im Herbst erfordert.

Die dynamische Entwicklung der Varianten BA.4 und BA.5 zeige, dass die Pandemie nicht vorbei sei, sagte Dahmen. Ihm bereite Sorge, dass die Varianten weiterhin sehr infektiös seien und den Immunschutz erneut teilweise umgehen könnten - auch bei Menschen, die bereits an einer Omikron-Variante erkrankt waren. "Das bedeutet, dass insbesondere ältere und vorerkrankte Menschen im Herbst und Winter noch mal schwer erkranken könnten, gerade dann, wenn die letzte Impfung schon weiter zurückliegt."

Auch die Diakonie rief die Ampel-Koalition dazu auf, das im September auslaufende Infektionsschutzgesetz zu verlängern und zu verschärfen. Dadurch solle verhindert werden, dass es "zu vielen Arbeitsausfällen und vermeidbaren schweren Erkrankungen und Todesfällen kommt", erklärte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. "Außerdem müssen Länder und Kommunen bei der Digitalisierung der Gesundheitsämter Nägel mit Köpfen machen und in unseren Nachbarländern erfolgreich eingesetzte Software einführen."

"Es reicht nicht aus, dass der Bundesgesundheitsminister von einer Sommerwelle redet", sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Nachrichtenagentur AFP. "Damit die steigenden Infektionszahlen sich nicht zu einem Tsunami für Pflegebedürftige und Schwerstkranke entwickeln, muss Karl Lauterbach jetzt gegensteuern."

Brysch forderte zudem eine Verlängerung der kostenlosen Bürgertests über den Juni hinaus. Das Bundesgesundheitsministerium setzt sich für eine Anschlussregelung ein, wie ein Sprecher sagte. Wie diese aussehen könne, sei Gegenstand laufender Gespräche.

V.Allen--TNT

Empfohlen

Staatsbürgerschaftsrecht: Schlappe für Trump vor Oberstem US-Gericht

Krachende juristische Niederlage für US-Präsident Donald Trump: Der Oberste Gerichtshof in Washington hat am Dienstag Trumps Erlass für verfassungswidrig erklärt, wonach in den USA geborene Kinder nicht mehr automatisch die Staatsbürgerschaft erhalten sollten. Von einem "großen Sieg" sprach der Präsident indes, weil der Gerichtshof Verbote für Transgender-Athletinnen im Frauensport billigte.

Großbritannien will Asylsuchende künftig an Kosten für Unterhalt beteiligen

Großbritannien will Asylbewerber künftig an den Kosten für ihren Unterhalt beteiligen. Die Regelung ist Teil einer Einwanderungsreform, die von der Labour-Regierung am Dienstag ins Parlament eingebracht wurde. Sollten Asylsuchende eine Anerkennung bekommen und dann ein ausreichendes Einkommen erzielen, müssten sie den Regierungsplänen zufolge bis zu 10.000 Pfund (etwa 11.600 Euro) für Unterbringung und Unterhalt während ihres Asylverfahrens zurückzahlen.

Oberstes US-Gericht kippt Trump-Plan für eingeschränkte Staatsbürgerschaft

Krachende Niederlage für US-Präsident Donald Trump vor dem Obersten Gerichtshof: Der Supreme Court hat Trumps Anordnung für unrechtmäßig erklärt, wonach in den USA geborene Kinder nicht mehr automatisch die Staatsbürgerschaft erhalten sollen. Es ist der zweite schwere Misserfolg für den Präsidenten, seit das Oberste Gericht im Februar die meisten seiner Zölle für unrechtmäßig erklärt hatte.

Tausende fordern in Südafrika bei Protesten Ausweisung illegaler Migranten

Tausende Südafrikaner sind landesweit bei fremdenfeindlichen Demonstrationen auf die Straße gegangen, um die Ausweisung von illegalen Migranten zu verlangen. Sie folgten damit der Aufforderung eines Bündnisses aus kleineren Parteien und Bürgerinitiativen, das Ausländern ohne gültigen Papieren eine inoffizielle Frist bis zum 30. Juni für die Ausreise gesetzt hatte. Die Regierung hatte massive Sicherheitsmaßnahmen angeordnet.

Textgröße ändern: