The National Times - 70 Jahre Deutschland in der Nato: Steinmeier hebt Bedeutung der Mitgliedschaft hervor

70 Jahre Deutschland in der Nato: Steinmeier hebt Bedeutung der Mitgliedschaft hervor


70 Jahre Deutschland in der Nato: Steinmeier hebt Bedeutung der Mitgliedschaft hervor
70 Jahre Deutschland in der Nato: Steinmeier hebt Bedeutung der Mitgliedschaft hervor / Foto: © AFP/Archiv

70 Jahre nach dem Beitritt Deutschlands zur Nato hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bedeutung der deutschen Mitgliedschaft in dem Verteidigungsbündnis hervorgehoben. Angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine und zu einer Zeit, in der "die USA ihre europäischen Verbündeten enorm unter Druck setzen", komme Deutschland eine "Schlüsselrolle" in der Nato zu, sagte Steinmeier am Montag bei einem Festakt in Brüssel. Nato-Generalsekretär Mark Rutte würdigte Deutschland als "treibende Kraft" innerhalb des Verteidigungsbündnisses.

Textgröße ändern:

Steinmeier sagte im Nato-Hauptquartier in Brüssel auf Englisch, Deutschland werde danach streben, "mit seinen Streitkräften und seiner Infrastruktur das Rückgrat der konventionellen Verteidigung in Europa" zu werden. Mit Blick auf die deutsche Geschichte sagte Steinmeier, ein "schlecht gerüstetes Deutschland ist heute die größere Gefahr für Europa als ein stark gerüstetes Deutschland". Die Deutschen müssten sich dieser neuen Realität stellen.

"Wir brauchen ein starkes Militär - nicht um Krieg zu führen, sondern um ihn zu verhindern", argumentierte der ehemalige deutsche Außenminister. Zugleich beschwor er die transatlantische Zusammenarbeit. Wenn Europa und Nordamerika in der Nato "gleich stark" seien, sei "dieses Bündnis für beide Seiten des Atlantiks von unersetzlichem Wert".

An dem Festakt nahm neben Steinmeier und Rutte auch der geschäftsführende Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) teil. Rutte und Steinmeier legten gemeinsam einen Kranz am Mahnmal der im Dienst der Nato gefallenen Soldaten nieder.

Rutte sagte, Deutschland habe sich seit dem Nato-Beitritt als "verlässlicher Verbündeter erwiesen". Die Nato sei dadurch "stärker und sicherer geworden".

Die Bundesrepublik Deutschland war der Nato am 6. Mai 1955, nur zehn Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, trotz starker Vorbehalte unter anderem Frankreichs beigetreten. Nach Ende des Kalten Krieges nahm die Bundeswehr an mehreren Nato-Einsätzen im Ausland teil, etwa in Afghanistan und im Kosovo. Dabei kamen nach Angaben der Bundeswehr mehr als 100 deutsche Soldaten ums Leben.

Steinmeier drückte seine Dankbarkeit dafür aus, dass Deutschland nach den Verbrechen des Zweiten Weltkrieges "wieder einen Platz am Tisch" bekommen habe und sich "sogar wieder bewaffnen" habe dürfen. Wie der Beitritt zu den Vereinten Nationen und die europäische Integration sei die Aufnahme in die Nato ein "Schlüssel" gewesen, "der meinem Land den Weg zu Frieden, Wohlstand und Einheit eröffnete", betonte der Bundespräsident.

Pistorius bezeichnete den deutschen Nato-Beitritt bei einem anschließenden Empfang als "historischen Schritt, der durch das Vertrauen und die Unterstützung unserer Bündnispartner ermöglicht wurde". Deutschland sei "bestrebt, mehr Verantwortung für die europäische Sicherheit zu übernehmen", sagte Pistorius laut vorab verbreitetem Redemanuskript auf Englisch. Deutschland habe die Stärkung seiner Verteidigung zu "einer höchsten Priorität gemacht".

Der Festakt fand gut eine Woche vor dem eigentlichen Jubiläum statt. Am tatsächlichen Jahrestag am 6. Mai soll CDU-Chef Friedrich Merz vom Bundestag zum nächsten Bundeskanzler gewählt werden.

L.Johnson--TNT

Empfohlen

Trump attackiert Merz wegen Kritik am Iran-Krieg: "Er weiß nicht, wovon er spricht!"

US-Präsident Donald Trump hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach dessen Kritik am Vorgehen der USA im Iran-Krieg scharf attackiert. "Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hält es für in Ordnung, wenn der Iran Atomwaffen hat. Er weiß nicht, wovon er spricht!", erklärte Trump am Dienstag auf seiner Onlineplattform Truth Social.

Trump attackiert Merz wegen Iran-Kritik: "Er weiß nicht, wovon er spricht!"

US-Präsident Donald Trump hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) nach dessen Kritik am Vorgehen der USA im Iran-Krieg scharf attackiert. "Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hält es für in Ordnung, wenn der Iran Atomwaffen hat. Er weiß nicht, wovon er spricht!", erklärte Trump am Dienstag auf seiner Onlineplattform Truth Social.

Außenminister: Israel hat "keine territorialen Ambitionen im Libanon"

Israel hat nach den Worten von Außenminister Gideon Saar "keine territorialen Ambitionen im Libanon". "Unsere Präsenz (...) dient einem Zweck: dem Schutz unserer Bürger", sagte er am Dienstag bei einer Pressekonferenz. "Kein Land wäre bereit, so zu leben, dass ihm eine Waffe an den Kopf gehalten wird", fuhr Saar fort.

Kämpfe in Mali: Armee gibt Stellungen in Region Gao auf - Junta-Chef trifft russischen Botschafter

Drei Tage nach Beginn der landesweiten Angriffe von Rebellen und Dschihadisten im westafrikanischen Krisenstaat Mali mit dutzenden Toten hat die Armee weitere Stellungen aufgegeben. In der Region Gao nahe der Grenze zum Nachbarland Niger seien die Truppen von einigen Stellungen abgezogen worden, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag von einem örtlichen Abgeordneten. Russland, das mit seiner paramilitärischen Einheit Afrikakorps die Militärregierung in Mali unterstützt, bezeichnete die Lage als "schwierig". Junta-Chef Assimi Goita kam derweil nach Angaben seines Büros mit dem russischen Botschafter zusammen.

Textgröße ändern: