The National Times - Merz rechnet mit wenigen Abweichlern bei Abstimmung über Schuldenpaket

Merz rechnet mit wenigen Abweichlern bei Abstimmung über Schuldenpaket


Merz rechnet mit wenigen Abweichlern bei Abstimmung über Schuldenpaket
Merz rechnet mit wenigen Abweichlern bei Abstimmung über Schuldenpaket / Foto: © AFP

Die Fraktionen von Union, SPD und Grünen erwarten bei der Bundestags-Abstimmung über die Grundgesetzänderungen am Dienstag für das Schuldenpaket eine geringe Zahl von Nein-Stimmen in den eigenen Reihen. In der Sitzung der Unionsfraktion am Montagnachmittag seien zwei oder drei Abgeordnete bei ihrer Entscheidung geblieben, gegen die Vorlage zu stimmen, sagte Fraktionschef Friedrich Merz (CDU) in Berlin. Er sei aber "zuversichtlich", dass die für die Grundgesetzänderung nötige Zweidrittelmehrheit erreicht werde.

Textgröße ändern:

Die geplanten Grundgesetzänderungen sollen der künftigen Bundesregierung die Aufnahme von Schulden in bislang nie dagewesener Höhe ermöglichen. SPD-Fraktionschef Lars Klingbeil sagte am Montagnachmittag, er erwarte eine "sehr, sehr große Zustimmung" der SPD-Abgeordneten für die Vorlage. Eine SPD-Parlamentarierin werde am Dienstag krankheitsbedingt fehlen, zudem sei noch eine Nein-Stimme zu erwarten, sagte Klingbeil vor der Fraktionssitzung. Generell gelte aber: "Die SPD steht hinter diesem Paket."

Auch in der Grünen-Fraktion wurde damit gerechnet, dass eine kleine Zahl von Abgeordneten dem Paket nicht zustimmen wird. "Wir gehen von einer einstelligen Anzahl an Abmeldungen aus", erklärte die Fraktion auf Anfrage der Zeitungen der Mediengruppe Bayern.

Sollte es bei der namentlichen Abstimmung am Dienstag bei den genannten Zahlen bleiben, dürften Union, SPD und Grüne die erforderliche Zweidrittelmehrheit zustande bringen: Gemeinsam haben sie 31 Stimmen mehr als nötig.

Aus der Unionsfraktion wollte der CDU-Abgeordnete Mario Czaja gegen die Grundgesetzänderung stimmen. Er begründete sein Nein mit Sorgen vor einer Neuverschuldung, welche "den Handlungsspielraum des Staates massiv einschränken" werde. Im Kurzbotschaftendienst X schrieb er: "Wir versündigen uns an den nächsten Generationen." Czaja wird dem neuen Bundestag nicht mehr angehören: Er hat bei der Bundestagswahl sein Direktmandat in Ost-Berlin verloren.

Fraktionschef Merz sagte, er habe "größten Respekt vor allen Kolleginnen und Kollegen, die Bedenken haben". Dies könne er "voll und ganz nachvollziehen". Der CDU-Chef beteuerte, dass die künftige Bundesregierung solide haushalten werde.

Der alte Bundestag entscheidet am Dienstag über mehrere Grundgesetzänderungen. Geplant ist die Lockerung der Schuldenbremse für Verteidigungsausgaben und für die Länder. Zudem soll ein Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro für zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur und zur Erreichung der Klimaneutralität bis 2045 eingerichtet werden.

F.Hughes--TNT

Empfohlen

Wichtige Brücke und Atomforschungsanlage in Kiew bei russischen Angriffen getroffen

Russland hat seine zuletzt verstärkten Angriffe auf Kiew fortgesetzt und ukrainischen Angaben zufolge eine wichtige Brücke in der ukrainischen Hauptstadt erstmals seit Kriegsbeginn angegriffen. Dabei sei der Stützbereich der Südbrücke getroffen worden, erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko am Donnerstag. Am Vortag wurde nach Angaben der ukrainischen Atomaufsichtsbehörde eine Atomforschungsanlage in Kiew von einer russischen Drohne getroffen. Derweil wurden die Menschen nach Stromausfällen in mehreren Regionen zum Energiesparen aufgerufen.

Merz: Europa muss an Ukraine-Verhandlungen beteiligt sein

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat bei möglichen Verhandlungen über eine Friedenslösung für die Ukraine eine Beteiligung der Europäer gefordert. Friedensverhandlungen müssten "in einem angemessenen Format" stattfinden, sagte Merz am Donnerstag bei der Verleihung des Westfälischen Friedenspreises an die Nato. "Einen Frieden über die Köpfe der Ukrainer hinweg kann es jedenfalls nicht geben. Ebenso wenig kann es einen Frieden ohne Europa geben."

Erstes rot-grün-rotes Gespräch nach Wahl in Berlin beendet - Fortsetzung geplant

Elf Tage nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin haben sich Linke, Grüne und SPD am Donnerstag zu einem ersten Gespräch vor möglichen Sondierungen getroffen. Das Treffen sei konstruktiv verlaufen, sagte eine Grünen-Sprecherin anschließend. Inhaltliche Details nannte sie nicht. Es sei eine Fortsetzung der Gespräche vereinbart worden, sagte die Sprecherin.

Globales Plastikabkommen: Verhandlungsvorsitzender hält Einigung im März für möglich

In die schwierigen Verhandlungen über ein UN-Abkommen zur Verringerung des weltweiten Plastikmülls ist nach Angaben des Verhandlungsvorsitzenden zuletzt Bewegung gekommen. Er halte eine Einigung bei der nächsten offiziellen Verhandlungsrunde im kommenden März für möglich, sagte der chilenische Diplomat Julio Cordano am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Cordano hatte die Leitung der Verhandlungen im Februar übernommen.

Textgröße ändern: