The National Times - Globales Plastikabkommen: Verhandlungsvorsitzender hält Einigung im März für möglich

Globales Plastikabkommen: Verhandlungsvorsitzender hält Einigung im März für möglich


Globales Plastikabkommen: Verhandlungsvorsitzender hält Einigung im März für möglich
Globales Plastikabkommen: Verhandlungsvorsitzender hält Einigung im März für möglich / Foto: © AFP/Archiv

In die schwierigen Verhandlungen über ein UN-Abkommen zur Verringerung des weltweiten Plastikmülls ist nach Angaben des Verhandlungsvorsitzenden zuletzt Bewegung gekommen. Er halte eine Einigung bei der nächsten offiziellen Verhandlungsrunde im kommenden März für möglich, sagte der chilenische Diplomat Julio Cordano am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Cordano hatte die Leitung der Verhandlungen im Februar übernommen.

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Das angestrebte Abkommen soll erstmals alle Länder der Welt verpflichten, die Vermüllung von Meeren und Umwelt mit Plastik einzudämmen. Die Verhandlungen hierzu waren jedoch 2024 im südkoreanischen Busan gescheitert, und auch eine neue Verhandlungsrunde im August vergangenen Jahres in Genf blieb ohne Ergebnis.

Grund dafür war vor allem, dass sich verschiedene Lager unversöhnlich gegenüber standen: Auf der einen Seite Länder wie Saudi-Arabien, Kuwait oder Russland, die Erdöl und damit den wichtigsten Grundstoff zur Plastikherstellung produzieren, und auf der anderen Seite Länder etwa aus der EU oder Lateinamerika, zusammen mit Umweltschützern.

Zuletzt zeigten sich die Staaten aber offenbar weniger zerstritten als zuvor: "Ich denke, ihre Standpunkte liegen viel näher beieinander, als es einfache Schwarz-Weiß-Positionen vermuten lassen", sagte Cordano im Anschluss an informelle Gespräche in Thailands Hauptstadt Bangkok. Seine Hoffnung sei, dass das Abkommen auf der kommenden Sitzung verabschiedet werden könne, "wenn wir die richtigen Schritte befolgen, stetig vorankommen und den von mir vorgelegten Fahrplan umsetzen".

Im Vorfeld der jüngsten Gespräche hatte Cordano eine "Verhandlungshilfe" veröffentlicht – ein unverbindliches Dokument, das einen Entwurf für das mögliche Abkommen skizziert, dabei strittige Abschnitte aber zunächst noch in Klammern setzt. Zu diesen Passagen zählen dieselben Punkte, an denen frühere Verhandlungsrunden gescheitert waren: vor allem die Begrenzung der Kunststoffproduktion oder die Einstufung bestimmter Stoffe als problematisch.

Cordano plant nun, im November eine nochmals aktualisierte "Verhandlungshilfe" zu veröffentlichen, bevor im Januar dann eine letzte Runde informeller Gespräche stattfinden soll.

In Bangkok sprach sich der chilenische Diplomat zudem dafür aus, bei den Verhandlungen Pragmatismus an den Tag zu legen, um das Regelwerk unter Dach und Fach zu bringen. Zwar bleibe sein Ziel ein von allen Staaten akzeptiertes Abkommen, doch zugleich gehe es auch darum, ein System zu entwickeln, das in Zukunft wirksam sein und nicht gestoppt oder auf Eis gelegt werden könne, "nur weil kein Konsens erzielt werden kann".

Denn während einige Länder fordern, dass alle Entscheidungen im Konsens getroffen werden, wenden Kritiker ein, dass dies einer kleinen Minderheit die Möglichkeit geben würde, Fortschritte zu blockieren. Aus Verhandlungskreisen verlautete in Bangkok, dass einige Länder zunehmend die Idee eines Dokuments befürworten, das verschiedene Optionen vorsieht: So könnten sich ambitioniertere Staaten für eine Begrenzung der Produktion oder bestimmter Produkte entscheiden, während andere diesen Weg nicht einschlagen.

Plastikmüll sorgt weltweit für massive Umweltverschmutzung; auch im menschlichen Körper lassen sich Mikropartikel finden. Ungeachtet dessen könnte sich die Plastikproduktion Schätzungen zufolge bis 2060 verdreifachen.

M.Wilson--TNT

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