The National Times - ILO-Chef befürchtet zunehmende Ungleichheit durch KI auf dem Arbeitsmarkt

ILO-Chef befürchtet zunehmende Ungleichheit durch KI auf dem Arbeitsmarkt


ILO-Chef befürchtet zunehmende Ungleichheit durch KI auf dem Arbeitsmarkt
ILO-Chef befürchtet zunehmende Ungleichheit durch KI auf dem Arbeitsmarkt / Foto: © AFP/Archiv

Der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) droht nach Ansicht des Chefs der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu benachteiligen. "Wir wissen, dass die meisten Arbeit, die automatisiert wird, überwiegend von Frauen gemacht wird", sagte ILO-Generalsekretär Gilbert Houngbo am Montag bei einer Podiumsdebatte auf dem KI-Gipfel in Paris. Die KI drohe daher, "die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern zu verschärfen".

Textgröße ändern:

"Wenn Unternehmer Arbeitskräfte durch Maschinen ersetzen können, dann werden sie dies auch tun", sagte Houngbo. Doch letztlich werde es keinen riesigen Verlust von Arbeitsplätzen geben, zeigte er sich optimistisch: "Einerseits werden Millionen von Arbeitsplätzen verloren gehen, oder sind es schon mehr oder weniger. Andererseits werden enorm viele Arbeitsplätze geschaffen werden." Derzeit sehe es so aus, als ob mehr Arbeitsplätze geschaffen würden als verloren gingen.

Es sei damit zu rechnen, dass KI weltweit Auswirkungen auf etwa 2,3 Prozent der Arbeitsplätze haben werde, in den Entwicklungs- und Schwellenländern bis zu fünf Prozent, sagte Houngbo weiter. Die Chefin des internationalen Gewerkschaftsverbands UNI Global Union, Christy Hoffman, sagte: "Die Leute, die fürs Fernsehen schreiben, die Leute, die in Callcentern arbeiten, alle diese Menschen machen sich große Sorgen", dass die KI sie komplett ersetzen wird. ILO-Chef Houngbo forderte soziale Unterstützung und Weiterbildungsangebote für solche Beschäftigte.

Zum zweitägigen KI-Gipfel in Paris wurden 1500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet. Es soll sowohl um die Möglichkeiten von KI etwa im Bereich von Gesundheit gehen, als auch um globale Absprachen über einen ethisch vertretbaren Einsatz.

Auf dem Programm am Montag standen zahlreiche Podiumsdebatten, etwa zur Rolle von KI auf dem Arbeitsmarkt oder in Kultur und Medien. Der Gipfel in Paris ist nicht zuletzt ein Versuch, Europas Rolle in einem Bereich zu stärken, der von US- und chinesischen Konzernen dominiert wird.

S.Clarke--TNT

Empfohlen

Kritik an brasilianischer Justiz wegen Einmischung in TV-Debatte vor Präsidentschaftswahl

Zwei Tage vor der Präsidentschaftswahl in Brasilien ist die Justiz wegen ihrer Einmischung in die letzte geplante TV-Debatte vor dem Urnengang in die Kritik geraten. Drei brasilianische Medienverbände äußerten am Freitag ihre "tiefe Empörung über die richterliche Einmischung in zuvor festgelegte Regeln". Der Sender Globo hatte die Debatte nach zwei kurzfristigen Gerichtsentscheidungen abgesagt.

G7 geben bis zu 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel frei - Ölpreise fallen

Angesichts gestiegener Treibstoffpreise und auf Druck aus den USA haben die G7-Staaten am Freitag die Freigabe von bis zu 100 Millionen Barrel Diesel und Rohöl aus ihren Reserven vereinbart. Die Freigabe solle "sofort beginnen" und sich über vier Monate erstrecken, "einschließlich einer vorgezogenen umfangreichen Dieselfreigabe innerhalb der ersten 20 Tage", hieß es in der G7-Erklärung. Die Ölpreise gaben deutlich nach.

Bundespräsident Steinmeier reist am Donnerstag zu Staatsbesuch nach Frankreich

Auf Einladung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron reist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Donnerstag zu einem zweitägigen Staatsbesuch nach Frankreich. Der Besuch "würdigt die enge Freundschaft und tiefe Verbundenheit" zwischen Frankreich und Deutschland und "unterstreicht die Vielfalt ihrer Beziehungen", teilte das Bundespräsidialamt am Freitag mit. Es handelt sich um den ersten Staatsbesuch eines deutschen Bundespräsidenten in Frankreich seit 13 Jahren.

Kiews Bürgermeister Klitschko beschreibt Lage nach Angriffen auf Brücke als "sehr dramatisch"

"Der Feind reißt Kiew auseinander": Bürgermeister Vitali Klitschko hat die Lage in der ukrainischen Hauptstadt nach russischen Angriffen auf eine wichtige Brücke als "sehr dramatisch" beschrieben. "Es ist nicht mehr möglich, so zu tun, als ob wir jetzt noch so wie in Friedenszeiten leben könnten", schrieb Klitschko am Freitag im Onlinedienst Telegram, nachdem die Sperrung der Südbrücke über den Fluss Dnipro zu Chaos in seiner Stadt geführt hatte.

Textgröße ändern: