The National Times - Lange Schlangen bei Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Namibia

Lange Schlangen bei Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Namibia


Lange Schlangen bei Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Namibia
Lange Schlangen bei Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Namibia / Foto: © AFP

In Namibia haben am Mittwoch viele Menschen stundenlang Schlange gestanden, um ihre Stimme bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abzugeben. Dabei droht der seit der Unabhängigkeit von Südafrika im Jahr 1990 regierenden Partei Swapo eine historische Niederlage. Für die Swapo geht Vizepräsidentin Netumbo Nandi-Ndaitwah ins Rennen um die Präsidentschaft. Die 72-jährige rief die Bevölkerung in dem dünn besiedelten Land bei ihrer Stimmabgabe in Windhoek am Morgen zum Wählen auf.

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Die Wahl um das Amt des Staatsoberhaupts wird auf jeden Fall mit einem historischen Ergebnis enden: Entweder wird Nandi-Ndaitwah die erste Frau an die Spitze Namibias - oder das Land erhält erstmals einen Präsidenten, der nicht der ehemaligen Unabhängigkeitsbewegung angehört.

"Indem ihr wählt, sorgt ihr dafür, dass eure Stimme gehört wird und dass sie in den kommenden fünf Jahren Auswirkungen auf euer Leben hat", sagte die derzeitige Vizepräsidentin Nandi-Ndaitwah. "Also stimmt zahlreich ab!"

Wichtigster Konkurrent Nandi-Ndaitwahs bei der Präsidentschaftswahl ist der frühere Zahnarzt und Anwalt Panduleni Itula, der vor vier Jahren seine eigene Partei gründete, die Partei der unabhängigen Patrioten (IPC). Der 67-Jährige ist ein früheres Swapo-Mitglied und hatte bei der Präsidentschaftswahl vor fünf Jahren 29,4 Prozent der Stimmen geholt, obwohl er keine Partei hinter sich hatte.

Itula zeigte sich bei der Stimmabgabe optimistisch, dass seine Partei "die revolutionäre Bewegung absetzen" könne - ein Verweis auf die Vergangenheit der Swapo als Unabhängigkeitsbewegung. Für den Fall eines Wahlsiegs prophezeite Itula eine "neue Ära in der Herangehensweise, wie wir unsere öffentlichen Angelegenheiten in diesem Land führen".

Die ehemalige deutsche Kolonie ist ein wichtiger Exporteur von Diamanten und Uran. Doch nur wenige der rund drei Millionen Einwohner haben von diesem Ressourcenreichtum profitiert.

Hohe Arbeitslosigkeit, anhaltende soziale Ungleichheit und das Heranwachsen einer neuen Generation haben dazu geführt, dass die Unterstützung für die Südwestafrikanische Volksorganisation (Swapo) in dem Land zurückgegangen ist. Sollte die Swapo ihre absolute Parlamentsmehrheit, das Rennen um die Präsidentschaft oder beides verlieren, wäre sie nach dem südafrikanischen African National Congress (ANC) und der botsuanischen BDP bereits die dritte Regierungspartei im Süden Afrikas, die nach Jahrzehnten an der Macht abgestraft wird.

Der Vater von Wähler Marvyn Pescha kämpfte mit Swapo für die Unabhängigkeit Namibias. Er wolle der Partei nicht den Rücken zudrehen, sagte Pescha, "aber ich will, dass Swapo herausgefordert wird, bessere Politik zu machen".

"Das Ergebnis wird eng", sagte der 32-jährige Handry Amupanda vor einem Wahllokal wartend. "Ich möchte, dass es dem Land besser geht und Menschen Arbeit bekommen."

Rund 1,5 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen, mit ersten Ergebnissen wird spätestens am Samstag gerechnet. Sollte bei der Präsidentschaftswahl keiner der Kandidaten die erforderliche absolute Mehrheit erhalten, muss innerhalb von 60 Tagen eine Stichwahl stattfinden.

S.Ross--TNT

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