The National Times - Nach Unterwäsche-Protest: Iranerin in Zentrum für "Spezialbehandlungen" gebracht

Nach Unterwäsche-Protest: Iranerin in Zentrum für "Spezialbehandlungen" gebracht


Nach Unterwäsche-Protest: Iranerin in Zentrum für "Spezialbehandlungen" gebracht
Nach Unterwäsche-Protest: Iranerin in Zentrum für "Spezialbehandlungen" gebracht / Foto: © AFP

Eine iranische Studentin, die aus Protest gegen die Sittenwächter kurz in Unterwäsche durch die Hauptstadt Teheran gelaufen war, ist in ein Zentrum für "Spezialbehandlungen" gebracht worden. Die Studentin leide an "psychischer Labilität" und sei in einem Krankenwagen in eine spezialisierte Einrichtung gebracht worden, erklärte die iranische Botschaft in Paris am Mittwoch.

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Die an der Islamischen Asad-Universität in Teheran studierende Frau hatte sich am Samstag aus Protest gegen die Basidsch-Miliz ausgezogen und war in Unterwäsche über den Campus und eine Straße der iranischen Hauptstadt gelaufen. Videos der Protestaktion verbreiteten sich auf Online-Netzwerken rasant.

Das Video der Frau, die in Unterwäsche seelenruhig durch die Stadt spaziert, während die anderen Passantinnen in einen schwarzen Tschador gehüllt sind, hat die Studentin zu einem Symbol für den Kampf für Frauenrechte im Iran gemacht.

Der iranische Forschungsminister Hossein Simaei kritisierte die Protestaktion als "unmoralisch". Die junge Frau habe mit ihrem Verhalten gegen Gesetze verstoßen, ihr Verhalten beruhe nicht auf der Scharia, sagte er.

Nach der Aktion war der Verbleib der Frau zunächst unklar - Aktivisten fürchteten, dass die Behörden sie in eine psychiatrische Anstalt einweisen könnten. Aufnahmen zeigen, wie die Frau von Männern in Zivilkleidung gewaltsam in ein Auto verfrachtet wird.

Der Botschaft in Paris zufolge handelt es sich bei der Frau um eine Mutter von zwei Kindern, die von ihrem Mann getrennt ist. "Sobald sie sich erholt hat, wird sie ihr Studium an der Universität wieder aufnehmen", erklärte die Botschaft. Die endgültige Entscheidung liege jedoch bei der Hochschule.

Persischsprachigen Auslandsmedien zufolge hatte Sicherheitspersonal der Universität die Frau wegen ihrer Kleidung kritisiert und ihr Kopftuch zerrissen. Daraufhin habe sich die Frau entblößt.

Das islamische Gesetz im Iran schreibt Frauen eine strenge Kleiderordnung vor, derzufolge sie ein Kopftuch und weite, den Körper verhüllende Kleidung tragen müssen.

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte die Studentin ihre Kleider abgelegt, um gegen "die missbräuchliche Durchsetzung der Kopftuchpflicht durch Sicherheitsbeamte" zu protestieren. Sie sei daraufhin "gewaltsam festgenommen" worden.

Berichte, wonach die Frau "in eine nicht genannte psychiatrische Klinik" gebracht worden sei, bezeichnete Amnesty International als sehr alarmierend.

Die in den USA lebende Oppositionelle Masih Alinedschad, die sich seit Jahren für die Abschaffung des Kopftuchzwangs im Iran einsetzt, erklärte, die Studentin sei "nicht nur geistig gesund, sondern auch eine lebhafte, mutige Frau voller Fröhlichkeit und Energie".

P.Sinclair--TNT

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