The National Times - Nach Macrons Sieg fassen Politiker in Frankreich die Parlamentswahl ins Auge

Nach Macrons Sieg fassen Politiker in Frankreich die Parlamentswahl ins Auge


Nach Macrons Sieg fassen Politiker in Frankreich die Parlamentswahl ins Auge
Nach Macrons Sieg fassen Politiker in Frankreich die Parlamentswahl ins Auge / Foto: © AFP

Am Tag nach der Wiederwahl von Präsident Emmanuel Macron haben die Politiker in Frankreich bereits die Parlamentswahlen im Juni ins Auge gefasst. Macron wolle persönlich über die Kandidaten für die Wahlen am 12. und 19. Juni entscheiden, berichtete der Sender FranceInfo am Montag. Wahlplakate und Broschüren seien bereits vorbereitet. Vor der Wahl solle es ein Treffen aller von Macrons Partei unterstützten Kandidaten in Paris geben, wie bereits 2017.

Textgröße ändern:

Wirtschaftsminister Bruno Le Maire kündigte als Maßnahme mit Blick auf die Kaufkraft eine Anpassung der Sprit-Subventionen an. "Wir werden eine Unterstützung bei den Treibstoffpreisen beibehalten, da die Preise immer noch sehr hoch sind", sagte er. Diese Unterstützung solle aber "effizienter" sein und in erster Linie denen zugute kommen, die auf ihr Auto angewiesen sind und geringere Einkommen haben.

Das Thema Kaufkraft war im Präsidentschaftswahlkampf vor allem von der Rechtspopulistin Marine Le Pen besetzt worden. Sie unterlag zwar in der Stichwahl gegen Macron, schnitt aber so gut ab wie nie.

Im Rechtsaußen-Lager sieht es trotz des kämpferischen Auftretens von Le Pen nach ihrer Niederlage derzeit nicht nach einer Allianz zwischen den beiden Flügeln aus. Der rechtsextreme Ex-Kandidat Eric Zemmour hatte am Sonntagabend zu einem Wahlbündnis aufgerufen, aber zugleich süffisant darauf hingewiesen, "dass der Name Le Pen sich zum achten Mal mit einer Niederlage verbindet".

Louis Aliot, Vizechef von Le Pens Partei Rassemblement National, empfahl Zemmour daraufhin, "von seinem hohen Ross runter zu steigen". "Ich sehe nicht, wie es ein Bündnis mit (Zemmours Partei) Reconquête geben könnte", betonte er. Aus dem Umfeld von Le Pen war zu hören, dass diese nicht wieder die Parteiführung übernehmen wolle, die sie zu Beginn des Wahlkampfs an Jordan Bardella abgegeben hatte.

Macron nahm unterdessen Glückwünsche aus aller Welt entgegen, angefangen bei Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), der ihn als erster ausländischer Regierungschef am Sonntagabend angerufen hatte. US-Präsident Joe Biden erklärte im Onlinedienst Twitter, er freue sich darauf, die "enge Zusammenarbeit fortzusetzen". Auch die Präsidenten der Ukraine, Russlands und China, Wolodymyr Selenskyj, Wladimir Putin und Xi Jinping gratulierten ihm.

In der nächsten Woche wird Macron seine neue Regierungsmannschaft zusammenstellen. Im Gespräch ist Arbeitsministerin Elisabeth Borne als Ministerpräsidentin. Sie wäre die zweite Frau überhaupt auf diesem Posten nach der 1991 ernannten Edith Cresson, die nicht einmal ein Jahr im Amt blieb. Die erste Auslandsreise des französischen Präsidenten führt traditionell nach Berlin, es ist aber noch kein Termin bekannt.

Macron hatte sich in der Stichwahl mit 58,5 Prozent gegen Le Pen durchgesetzt. Es ist das erste Mal seit 2002, dass ein französischer Präsident im Amt bestätigt wurde. Der Abstand zu Le Pen fiel allerdings geringer aus als 2017. Die Wahlenthaltung lag bei rund 28 Prozent, ein Höchststand seit 1969.

In Deutschland lebende Franzosen stimmten mit 94 Prozent für Macron. Von den etwa 96.000 hierzulande eingetragenen Wählern aus Frankreich beteiligte sich aber nur knapp die Hälfte an der Wahl.

Der Staatsrat wird das offizielle Endergebnis am Mittwoch bekanntgeben. Die Amtseinführung muss dann vor dem 14. Mai geschehen, da Macrons erstes Mandat offiziell am 13. Mai um Mitternacht endet. Vermutlich wird die Zeremonie schlichter ausfallen als 2017. Möglicherweise verzichtet Macron so wie Jacques Chirac bei seiner Wiederwahl 2002 auf die Fahrt über den Prachtboulevard Champs-Elysées.

G.Waters--TNT

Empfohlen

Französische Rechtspopulistin Le Pen spricht sich gegen russische Einflussnahme aus

Gut sieben Monate vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich ist die Kandidatin des rechtspopulistischen Rassemblement National (RN), Marine Le Pen, auf Distanz zur russischen Regierung gegangen. Diese könne nicht darauf hoffen, durch "Einschüchterung, Drohungen, Destabilisierung oder psychologischen Druck direkt oder indirekt die Politik Frankreichs zu diktieren", hieß es in einer am Samstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung mit RN-Parteichef Jordan Bardella.

Weißes Haus verwehrt Journalisten von CNN und weiteren US-Medien den Zutritt

Einen Tag nach einem von US-Präsident Donald Trump gegen sie verhängten Hausverbot hat das Weiße Haus Journalisten der US-Sender CNN und MS NOW sowie des Nachrichten-Portals Politico am Samstag den Zutritt verwehrt. Die betroffenen Medien verurteilten Trumps Schritt als Verletzung der US-Verfassung und kündigten an, weiterhin über die Regierung zu berichten.

Bundeswehr-Generalinspekteur Breuer wird neuer Vorsitzender des Nato-Militärausschusses

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, wird neuer Vorsitzender des Nato-Militärausschusses. Die Generalstabschefinnen und -chefs der Nato-Mitgliedstaaten wählten Breuer am Samstag einstimmig, wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte. Er wird damit Mitte kommenden Jahres die Nachfolge von Giuseppe Cavo Dragone auf dem Posten antreten. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sprach von einer "ausgezeichneten Nachricht" für das Verteidigungsbündnis.

Zusammenstöße zwischen Polizei und Rechtsradikalen in Den Haag

Im niederländischen Den Haag ist es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und hunderten Rechtsradikalen gekommen. Trotz eines Verbots zogen am Samstag rund 500 Demonstranten durch das Stadtzentrum, skandierten antisemitische Parolen und attackierten die Beamten mit Feuerwerk und Wurfgeschossen. Es gab mehrere Festnahmen, die Polizei setzte Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.

Textgröße ändern: