The National Times - Chinas Regierungschef Li wirbt in Neuseeland für Zusammenarbeit und warnt vor "Kluft"

Chinas Regierungschef Li wirbt in Neuseeland für Zusammenarbeit und warnt vor "Kluft"


Chinas Regierungschef Li wirbt in Neuseeland für Zusammenarbeit und warnt vor "Kluft"
Chinas Regierungschef Li wirbt in Neuseeland für Zusammenarbeit und warnt vor "Kluft" / Foto: © POOL/AFP/Archiv

Bei einem Besuch in Neuseeland hat Chinas Regierungschef Li Qiang für eine gute Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen beiden Ländern trotz aller Meinungsverschiedenheiten geworben. "Es ist ganz natürlich, dass wir nicht immer in allen Fragen einer Meinung sind", sagte Li am Donnerstag nach einem Treffen mit Neuseelands Premierminister Christopher Luxon. Dies dürfe jedoch nicht zu einer "Kluft werden, die den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen uns blockiert". Am Samstag wird Li weiter nach Australien reisen.

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Luxon zufolge wurden bei dem Treffen auch sensible Themen wir die jüngsten Eskalationen im Südchinesischen Meer angesprochen. "Ich habe mit Premier Li eine Reihe von Themen angesprochen, die für die Neuseeländer wichtig sind und die unsere Grundwerte betreffen, darunter Menschenrechte und ausländische Einmischung", sagte er.

Chinas Regierungschef Li ist der ranghöchste Vertreter Pekings, der seit 2017 nach Neuseeland und Australien reist.

Kurz nach seiner Ankunft in Neuseelands Hauptstadt Wellington erklärte der Regierungschef, er wolle Chinas "traditionelle Freundschaft" mit Neuseeland erneuern. Im Handel seien "fruchtbare Ergebnisse" zu erwarten, und auch durch Tourismus und Investitionen könnten sich neue Möglichkeiten ergeben.

Unter den westlichen Demokratien ist Neuseeland einer von Chinas engsten Partnern. Die Beziehungen haben in den vergangenen Jahren jedoch unter Chinas militärischer und diplomatischer Expansionspolitik im Pazifik gelitten.

Die neue Mitte-Rechts-Regierung in Wellington hat sich zuletzt noch stärker Australien und den USA angenähert und über einen Beitritt zum Aukus-Sicherheitspakt zwischen den USA, Australien und Großbritannien nachgedacht. Laut Premierminister Luxon äußerte die chinesische Delegation im Hinblick auf diesen Schritt in den bilateralen Gesprächen "Bedenken".

Nach Einschätzung des Analysten Geoffrey Miller von der Universität in Wellington könnte Li bei seinem Besuch in Neuseeland versuchen, mit Handelsanreizen die Position der Regierung aufzuweichen. Peking werde Neuseeland womöglich aufzeigen, "was es verlieren kann", wenn es sich bereit erklärt, sich dem Aukus-Sicherheitspakt anzuschließen, sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Nach seinem Besuch in Neuseeland reist Li am Samstag nach Australien weiter. Bei der insgesamt sechstägigen Reise wird er fünf Städte in beiden Ländern besuchen, zwei Regierungschefs treffen und Gespräche mit Wirtschaftsführern führen. Im Mittelpunkt der Reise stehen Handelsthemen, es geht aber auch um die diplomatischen Beziehungen, die sich zuletzt stark verschlechtert hatten.

Auch Australien ist als Reaktion auf das militärische Machtstreben Chinas näher an die USA herangerückt, dennoch ist Peking hier ein wichtiger Exportpartner.

Bei seinem Besuch in Australien wird der Vertreter Pekings auch auf die chinesische Panda-Diplomatie setzen: Eine von Lis ersten Stationen in dem Land wird der Zoo von Adelaide sein. Dort leben die seit 2009 aus China ausgeliehenen Großen Pandas Wang Wang und Fu Ni. Der Besuch des chinesischen Regierungschefs wird als Zeichen gewertet, dass der Aufenthalt der beiden Tiere im Ausland verlängert werden könnte.

D.Cook--TNT

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