The National Times - FDP wirbt für "wehrhafte liberale Demokratie"

FDP wirbt für "wehrhafte liberale Demokratie"


FDP wirbt für "wehrhafte liberale Demokratie"
FDP wirbt für "wehrhafte liberale Demokratie" / Foto: © AFP

Angesichts des Kriegs in der Ukraine hat sich die FDP auf ihrem Parteitag in Berlin zur Verteidigung der liberalen Demokratie bekannt. Die Delegierten verabschiedeten am Samstag nahezu einstimmig einen Leitantrag des Bundesvorstands, in dem unter anderem gefordert wird, "auf allen Ebenen unsere Resilienz" zu stärken und "unsere Freiheit, unsere Demokratie, unsere soziale Marktwirtschaft" zu verteidigen. Der Antrag trägt den Titel "Freiheit sichern, Werte schaffen - für eine wehrhafte liberale Demokratie in Deutschland und Europa".

Textgröße ändern:

Die aktuell "herausfordernden Zeiten" ließen nichts anderes zu, als sich "noch leidenschaftlicher für gesellschaftliche und individuelle Freiheit einzusetzen", sagte der frisch gewählte Generalsekretär Bijan Djir-Sarai bei der Vorstellung des Antrags. Es solle mit dem Papier eine "Agenda für die Freiheit" formuliert werden.

Der russische Angriffskrieg in der Ukraine habe deutlich gemacht, wie sehr Deutschland "die Fähigkeit zur Verteidigung unseres Friedens und unserer Freiheit in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt" habe, heißt es in dem Antrag. Gefordert wird deswegen unter anderem, "die Bundeswehr zu einer der modernsten und schlagkräftigsten Armeen Europas zu machen". In der Energieversorgung müsse Deutschland möglichst schnell unabhängig von Russland werden. "Eine Modifizierung unserer Ausstiegspläne bei Kohle- und Kernenergie behalten wir uns vor."

Die Liberalen fordern außerdem, die kritische Infrastruktur - dazu zählen beispielsweise Strom- und Wasserversorgung - "vor Angriffen und hybriden Bedrohungen" zu schützen. Auch die Cybersicherheit müsse verbessert werden. Zudem brauche Deutschland einen "modernen und schnell handlungsfähigen Katastrophenschutz".

In dem Leitantrag bekennen sich die Liberalen außerdem dazu, die Schuldenbremse künftig wieder einzuhalten, und lehnen Steuererhöhungen sowie neue Steuern ab. Für die Wirtschaft soll es ein "Belastungsmoratorium" geben, damit "Unternehmen nicht mit zusätzlicher Bürokratie belastet werden".

Enthalten ist außerdem ein Seitenhieb auf Altkanzler Gerhard Schröder (SPD), der für russische Energiefirmen tätig ist: Die FDP fordert, "ehemaligen Repräsentanten der obersten Verfassungsorgane, insbesondere Bundeskanzlern und Bundespräsidenten, die bezahlte Positionen in ausländischen Staatsunternehmen autoritärer Staaten annehmen, die Finanzierung des Büros durch Steuermittel umgehend zu streichen".

P.Johnston--TNT

Empfohlen

Weißes Haus verwehrt Journalisten von CNN und weiteren US-Medien den Zutritt

Einen Tag nach einem von US-Präsident Donald Trump gegen sie verhängten Hausverbot hat das Weiße Haus Journalisten der US-Sender CNN und MS NOW sowie des Nachrichten-Portals Politico am Samstag den Zutritt verwehrt. Die betroffenen Medien verurteilten Trumps Schritt als Verletzung der US-Verfassung und kündigten an, weiterhin über die Regierung zu berichten.

Bundeswehr-Generalinspekteur Breuer wird neuer Vorsitzender des Nato-Militärausschusses

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, wird neuer Vorsitzender des Nato-Militärausschusses. Die Generalstabschefinnen und -chefs der Nato-Mitgliedstaaten wählten Breuer am Samstag einstimmig, wie das Verteidigungsministerium in Berlin mitteilte. Er wird damit Mitte kommenden Jahres die Nachfolge von Giuseppe Cavo Dragone auf dem Posten antreten. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sprach von einer "ausgezeichneten Nachricht" für das Verteidigungsbündnis.

Zusammenstöße zwischen Polizei und Rechtsradikalen in Den Haag

Im niederländischen Den Haag ist es zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Polizei und hunderten Rechtsradikalen gekommen. Trotz eines Verbots zogen am Samstag rund 500 Demonstranten durch das Stadtzentrum, skandierten antisemitische Parolen und attackierten die Beamten mit Feuerwerk und Wurfgeschossen. Es gab mehrere Festnahmen, die Polizei setzte Schlagstöcke und Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.

US-Abkommen mit Dänemark zu Grönland wird von jeder Seite als Erfolg verbucht

Die Einigung zwischen den USA und Dänemark zur Sicherheit Grönlands hat jede Seite für sich als Erfolg verbucht. Die Vereinbarung sei "gut für die Nato und für Europa", erklärte die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen am späten Freitagabend. US-Präsident Donald Trump betonte seinerseits, die Vereinbarung über die Zukunft der autonomen dänischen Arktisinsel übertrage die "dauerhafte Kontrolle über die Sicherheit und alle anderen Belange in Grönland" an Washington. Um die Zukunft Grönlands hatte es lange ein erbittertes Ringen mit Drohungen von Trumps Seite gegeben.

Textgröße ändern: