The National Times - Biden-Regierung verschärft Maßnahmen gegen Geisterwaffen

Biden-Regierung verschärft Maßnahmen gegen Geisterwaffen


Biden-Regierung verschärft Maßnahmen gegen Geisterwaffen
Biden-Regierung verschärft Maßnahmen gegen Geisterwaffen

Im Kampf gegen die grassierende Schusswaffengewalt in den USA hat die Regierung von Präsident Joe Biden strengere Regeln für sogenannte Geisterwaffen beschlossen. Wie Biden am Montag im Rosengarten des Weißen Hauses sagte, müssen die wichtigsten Einzelteile solcher Waffen, die vom Käufer selbst zusammengebaut werden können, künftig mit Seriennummern versehen werden. Außerdem müssen Händler beim Verkauf von Geisterwaffen eine Hintergrundüberprüfung des Käufers vornehmen wie bei normalen Schusswaffen auch.

Textgröße ändern:

Biden beklagte eine rapide Verbreitung von Geisterwaffen, die als Bausätze im Internet bestellt werden und wegen fehlender Seriennummern bislang nur sehr schwer nachverfolgt werden können. Im vergangenen Jahr hätten die Ermittlungsbehörden rund 20.000 mutmaßliche Geisterwaffen beschlagnahmt. Das sei eine Verzehnfachung innerhalb von fünf Jahren.

"Diese Waffen sind bevorzugte Waffen vieler Krimineller", sagte der Präsident, der im Rosengarten des Weißen Hauses einen Waffen-Bausatz zeigte. "Es ist nicht schwierig, sie zusammenzubauen", betonte Biden. "Verbrecher, Terroristen und Täter häuslicher Gewalt können in nur 30 Minuten aus einem Waffen-Bausatz eine Waffe zusammenbauen."

Die neuen Regeln zu Geisterwaffen seien deswegen nicht "extrem", sagte Biden. "Sie entsprechen dem gesunden Menschenverstand."

Mit der neuen Verordnung der US-Regierung wird klargestellt, dass für Geisterwaffen dieselben Vorgaben gelten wie für andere Schusswaffen auch. Außerdem werden Waffenhändler, die in den Besitz von bereits zirkulierenden Geisterwaffen gelangen, dazu verpflichtet, diese nachträglich mit einer Seriennummer zu versehen.

Justizminister Merrick Garland erklärte, die neue Regelung würde es Kriminellen "erschweren, nicht nachverfolgbare Schusswaffen zu erhalten". Zudem werde dadurch die Arbeit der Ermittler erleichtert, da sie "die Informationen abrufen können, die sie zur Aufklärung von Verbrechen benötigen".

Nach Angaben der US-Behörden wurden zwischen Januar 2016 und Dezember 2021 mehr als 45.000 Geisterwaffen beschlagnahmt. Sie stehen den Angaben zufolge in Verbindung mit mehr als 690 Fällen von Mord oder versuchtem Mord. In nur knapp einem Prozent der Fälle konnten die Waffen einem Käufer zugeordnet werden.

Die USA werden immer wieder von Schusswaffenattacken erschüttert. Nach Angaben der Website "Gun Violence Archive" wurden allein im vergangenen Jahr knapp 21.000 Menschen durch Schusswaffen getötet, Suizide nicht eingeschlossen.

Biden hat seit seinem Amtsantritt mehrere Dekrete zur Eindämmung der Waffengewalt erlassen. Für weitergehende Maßnahmen bräuchte er aber den Kongress. Dort sind Vorstöße für ein schärferes Waffenrecht immer wieder am Widerstand der konservativen Republikaner gescheitert. Biden rief die Parlamentarier am Montag erneut dazu auf, ein Verkaufsverbot für Sturmgewehre sowie umfassendere Hintergrundchecks für Waffenkäufer zu beschließen.

Der Präsident nominierte zudem den früheren Bundesstaatsanwalt Steve Dettelbach als neuen Chef der Schusswaffenbehörde ATF, die schon seit 2015 keinen vom Senat bestätigten Leiter mehr hat. Die ATF - mit vollem Namen Behörde für Alkohol, Tabak, Schusswaffen und Sprengstoffe - ist unter anderem für die Verfolgung von Verstößen gegen das Waffenrecht zuständig.

Biden hatte vor einem Jahr den früheren ATF-Ermittler David Chipman, einen Verfechter einer strikten Waffenkontrolle, als neuen Direktor der Bundesbehörde nominiert. Er musste die Nominierung aber im vergangenen September angesichts von Widerstand der oppositionellen Republikaner und Vorbehalten bei einigen Demokraten zurückziehen.

H.Davies--TNT

Empfohlen

Witkoff: Trump wundert sich über ausbleibende "Kapitulation" des Iran

US-Präsident Donald Trump wundert sich nach den Worten seines Sondergesandten Steve Witkoff darüber, dass der Iran trotz des verstärkten US-Militäraufgebots in der Region und fortgesetzter Drohungen nicht "kapituliert". Der Präsident sei "neugierig" auf die Haltung der iranischen Regierung, nachdem er dem Land im Fall einer ausbleibenden Einigung über das iranische Atomprogramm mit ernsten Konsequenzen gedroht hatte, sagte Witkoff am Samstag (Ortszeit) in einem Interview mit Trumps Schwiegertochter Lara Trump im Sender Fox News.

Trump: USA schicken Lazarettschiff nach Grönland

Die USA schicken nach den Worten von Präsident Donald Trump ein Lazarettschiff zur von ihm beanspruchten Insel Grönland, die zu Dänemark gehört. Dieses solle den "vielen" Menschen dort helfen, die krank seien und keine medizinische Versorgung erhielten, erklärte Trump am Samstag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Angaben dazu, wen er damit meinte, machte der US-Präsident nicht. Auch nicht äußerte er sich dazu, wie vielen Menschen das Lazarettschiff helfen soll."Es ist auf dem Weg!!!", schrieb Trump weiter.

Trump kündigt Anhebung neuer weltweiter Zölle von zehn auf 15 Prozent an

Die von US-Präsident Donald Trump angekündigten neuen Zölle auf Importe aus aller Welt sollen bei 15 Prozent statt den zuvor von ihm genannten zehn Prozent liegen. Trump schrieb am Samstag in seinem Onlinedienst Truth Social, den Zollsatz von 15 Prozent habe er nach einer "gründlichen, detaillierten und kompletten" Überprüfung des Supreme-Court-Urteils zu seiner Zollpolitik festgelegt. Die neuen Zölle sollten "unverzüglich" in Kraft treten.

Mehr als 3000 Teilnehmer bei Gedenkmarsch für ultrarechten Aktivisten in Lyon

Mehr als 3000 Menschen haben am Samstag in Lyon an einem Gedenkmarsch für einen bei einer Schlägerei mit Linksextremen getöteten ultrarechten Aktivisten teilgenommen. Rund 3200 Menschen, teilweise mit vermummten Gesichtern, zogen begleitet von einem großen Polizeiaufgebot durch die Großstadt im Südosten Frankreichs, wie die Präfektur mitteilte. Vor Beginn des Gedenkmarsches hatte der französische Präsident Emmanuel Macron alle Seiten zur "Ruhe" aufgerufen.

Textgröße ändern: