The National Times - Russische Kohle laut deutschen Importeuren bis Jahresende vollständig ersetzbar

Russische Kohle laut deutschen Importeuren bis Jahresende vollständig ersetzbar


Russische Kohle laut deutschen Importeuren bis Jahresende vollständig ersetzbar
Russische Kohle laut deutschen Importeuren bis Jahresende vollständig ersetzbar

Die deutschen Importeure gehen davon aus, dass Kohleimporte aus Russland bis zum Jahresende vollständig durch neue Lieferanten ersetzt werden können. "Die russische Steinkohle kann durch Kohle aus anderen Ländern wie USA, Südafrika, Australien, Kolumbien, Mosambik und Indonesien ersetzt werden", sagte der Vorstandsvorsitzende des Vereins der Kohlenimporteure, Alexander Bethe, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe vom Mittwoch. Der komplette Verzicht auf russische Kohle sollte demnach bis zum nächsten Winter möglich sein - allerdings drohten höhere Preise, da durch die langen Seewege die Kohle-Beschaffung umgestellt werden muss.

Textgröße ändern:

"Der mögliche EU-Import-Stopp für russische Kohle trifft die deutschen Kohlenimporteure nicht unvorbereitet", sagte Bethe weiter. Schon seit Herbst komme es bei russischer Kohle zu Lieferengpässen. "Seitdem suchen Handel und Verbraucher nach Alternativen", sagte der Verbandschef. Es gebe jedoch einen gut funktionierenden Weltmarkt mit etwa einer Milliarde Tonne Steinkohle. Deutschland habe im letzten Jahr rund 18 Millionen Tonnen Steinkohle aus Russland importiert.

Die EU-Kommission hatte am Dienstag angesichts der Kriegsgräuel in der Ukraine eine Ausweitung der Sanktionen gegen Russland vorgeschlagen. Dazu zählt auch ein Importstopp für Kohle. Am Mittwoch sagte EU-Ratspräsident Charles Michel, dass er mittelfristig auch mit Importstopps für russisches Öl und Gas in Europa rechne. Ein Einfuhrverbot auf Öl und Gas wird unter den EU-Mitgliedstaaten allerdings stark diskutiert. Deutschland und Österreich, die besonders von Erdgas aus Russland abhängig sind, lehnen bisher Gas-Sanktionen gegen Russland ab.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erklärte am Mittwoch, dass "die Gräueltaten in Butscha" nach einer "entschiedenen, unmissverständlichen Reaktion des Westens" verlangten. In dem Ort bei Kiew waren nach dem Rückzug der russischen Armee zahlreiche Leichen gefunden worden. Die ukrainische Regierung und westliche Verbündete werfen Russland "Kriegsverbrechen" gegen Zivilisten vor; Moskau bestreitet hingegen jegliche Verantwortung für die Tötungen.

Nach Angaben des BDI ist ein vollständiges und europaweit abgestimmtes Embargo auf russische Kohle in der Umsetzung "nicht einfach" und habe seinen "Preis" - aber die Entscheidung sei "vor dem Hintergrund der Eskalation der Gewalt mehr als nachvollziehbar", erklärte BDI-Präsident Siegfried Russwurm. Die deutsche Industrie unterstütze den Sanktionskurs der Bundesregierung und der Europäischen Union.

Es brauche dabei "zielgenaue und langfristig durchhaltbare Sanktionen, die den Aggressor stärker bestrafen als uns Europäer", erklärte Russwurm weiter. "Für Kohle trifft das zu: Sie lässt sich auf dem Weltmarkt durch Lieferungen aus anderen Ländern ersetzen und prinzipiell mit der vorhandenen Transport-Infrastruktur zu den Nutzern bringen."

Völlig anders sei die Situation beim Gas: "Ein Komplettausfall russischer Gaslieferungen, die andere Lieferanten nicht kurzfristig ersetzen können, wäre ein gewaltiger Stresstest für die EU - mit unabsehbaren Folgen für Versorgungssicherheit, Wachstum, Beschäftigung und unsere politische Handlungsfähigkeit", erklärte der BDI-Präsident.

Hinter die am Dienstag von der EU vorgeschlagenen Sanktionen stellte sich unterdessen auch der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). "Obwohl die Ausfuhrverbote von Technologie den Maschinenbau direkt und das Kohleembargo unsere Branche indirekt belasten werden, unterstützt der VDMA die neuen Maßnahmen ebenso wie die von der EU schon zuvor beschlossenen Sanktionen", erklärte VDMA-Präsident Karl Haeusgen. "Bevölkerung und Industrie müssen davon ausgehen, dass es zu weiteren Eskalationen und damit auch zu weiteren Sanktionen kommen kann", fügte er hinzu.

A.Davey--TNT

Empfohlen

Trump plant Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim noch in diesem Jahr

US-Präsident Donald Trump bemüht sich offenbar wieder um ein Treffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un. Auf die Frage, ob er plane, noch in diesem Jahr mit ihm zusammenzukommen, sagte Trump am Mittwoch: "Ja, das tue ich". Zuvor hatte der US-Präsident bereits angedeutet, mit Kim in Kontakt zu stehen. Kim Jong Uns einflussreiche Schwester Kim Yo Jong erklärte dagegen, eine solche Kommunikation sei ihr "absolut nicht bekannt".

Trump bringt Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim noch in diesem Jahr ins Spiel

US-Präsident Donald Trump hat ein Treffen mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un noch in diesem Jahr ins Spiel gebracht. "Ja, das werde ich", antwortete Trump am Mittwoch bei der Besichtigung eines neuen Hubschrauberlandeplatzes am Weißen Haus auf die Frage von Reportern, ob er plane, Kim im Laufe dieses Jahres zu treffen. Einzelheiten nannte der US-Präsident zunächst nicht.

Hackerangriff in Berlin: Offenbar keine sensiblen Daten erbeutet

Bei dem Hackerangriff auf Berliner Landesbehörden sind offenbar keine sensiblen Daten erbeutet worden. "Das ist der jetzige Kenntnisstand", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) am Mittwoch vor Journalisten. Breifwahlunterlagen für die anstehende Abgeordnetenhauswahl können inzwischen wieder online beantragt werden. Einen Tag lang war das wegen der Cyberattacke nicht möglich, wie Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte.

Thüringen: Misstrauensvotum gegen Regierungschef Voigt auf AfD-Antrag kommende Woche

Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr hat die AfD im Thüringer Landtag ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) beantragt. Wie der Landtag am Mittwoch in Erfurt mitteilte, wurde für Freitag kommender Woche eine Sondersitzung des Plenums dazu einberufen. AfD-Landtagsfraktionschef Björn Höcke erklärte zu dem Antrag, ein Verbleib Voigts im Amt sei "allein aus Gründen der politischen Hygiene" nicht möglich. Bereits im Februar war ein von der AfD beantragtes Misstrauensvotum gegen Voigt im Landtag gescheitert.

Textgröße ändern: