The National Times - Geberkonferenz sagt Moldau wegen Ukraine-Krieges Millionenhilfen zu

Geberkonferenz sagt Moldau wegen Ukraine-Krieges Millionenhilfen zu


Geberkonferenz sagt Moldau wegen Ukraine-Krieges Millionenhilfen zu
Geberkonferenz sagt Moldau wegen Ukraine-Krieges Millionenhilfen zu

Angesichts des Ukraine-Krieges hat eine internationale Geberkonferenz in Berlin der Republik Moldau humanitäre und Finanzhilfen in Höhe von insgesamt mehr als 700 Millionen Euro zugesagt. Moldau stehe angesichts des Krieges im Nachbarland vor einer "monumentalen Aufgabe", sagte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne). Das Land sei jedoch nicht allein. Von der Geberkonferenz gehe die Botschaft aus, dass kein Land "Russlands Hinterhof" sei.

Textgröße ändern:

"Niemand ist dazu verdammt, in ewiger Unfreiheit zu leben, weil die russische Regierung das in einem nationalistischen Wahn so will", betonte Baerbock. "Niemand sollte seinem stärkeren Nachbarn ausgeliefert sein, weder die Menschen in der Ukraine noch die Menschen in Moldau."

Um die "Widerstandsfähigkeit" Moldaus zu stärken, werden dem Land 695,5 Millionen Euro Finanzhilfen bereitgestellt. Wie es in einer auf die Konferenz folgenden Erklärung hieß, sollen 108,2 Millionen Euro des Betrags "als unmittelbare Zuschüsse und 530 Millionen Euro im Wege von Kreditlinien" ausgezahlt werden. Bereits am Morgen hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) der Regierung in Chisinau Hilfen im Wert von 50 Millionen Euro in Form eines sogenannten ungebundenen Finanzkredits (UFK) zugesagt.

Hinzu kommen humanitäre Hilfen im Wert von 71 Millionen Euro zur Versorgung der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Die Konferenzteilnehmer hätten sich zudem auf die "schnelle Aufnahme" von 12.000 Flüchtlingen aus dem Land verständigt, die bereits begonnenen Verteilungsflüge über eine Luftbrücke würden fortgesetzt.

Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine haben rund 400.000 ukrainische Flüchtlinge die Grenze zu Moldau überquert. Nach Angaben der moldauischen Ministerpräsidentin Natalia Gavrilita befinden sich derzeit noch 100.000 Flüchtlinge in Moldau, bei fast der Hälfte von ihnen handelt es sich demnach um Kinder. Mit Blick auf die Versorgung der Menschen sprach Gavrilita von der "größten Herausforderung für eine moldauische Regierung" seit Jahrzehnten.

Die ehemalige Sowjetrepublik Moldau ist das ärmste Land Europas. International ist die Sorge groß, dass der Kreml das Land als Teil einer russischen Einflusszone beansprucht. Verschärft wird diese Sorge angesichts der Präsenz russischer Armeeeinheiten in der separatistischen Region Transnistrien im Osten des Landes. Ihr Land sei das "vulnerabelste unter den Nachbarländern der Ukraine", betonte Moldaus Regierungschefin Gavrilita.

Baerbock und die beiden Co-Gastgeber der Berliner Konferenz, Frankreichs Außenminister Jean-Yves Le Drian und Rumäniens Außenminister Bogdan Aurescu, bezeichneten es mit Blick auf die geopolitisch brisante Lage Moldaus wichtig, die strategischen Beziehungen zu dem Land zu vertiefen. "Die Sicherheit Moldaus ist auch die Sicherheit Europas", betonte Le Drian.

Im Vorantreiben ihrer Reformagenda, beim Grenzmanagement sowie bei der Diversifizierung ihrer Energiequellen unterstützt werden soll die Regierung in Chisinau künftig über eine spezielle Unterstützungsplattform, die von den mehr als 40 Teilnehmern der Berliner Konferenz ins Leben gerufen wurde.

Gavrilita bezeichnete die hohe Abhängigkeit ihres Landes von russischer Energie als äußerst problematisch. Moldau sei das einzige Land in Europa, das bei der Gasversorgung zu hundert Prozent von einem einzigen Lieferanten abhängig sei - dem russischen Staatskonzern Gazprom, sagte die Ministerpräsidentin. Bereits vor dem Ukraine-Krieg sei der Gaspreis für die Moldauer um 360 Prozent gestiegen, hinzu komme eine hohe Inflation.

Die Regierungschefin warnte eindringlich vor den Folgen des Krieges für die Ernährungssicherheit sowohl von Flüchtlingen als auch der moldauischen Bevölkerung. Die Ukraine gilt wegen ihres hohen Anteils an der globalen Weizenproduktion als Kornkammer Europas. Die Vereinten Nationen warnten wiederholt vor möglichen Hungerkrisen durch den russischen Krieg in dem Land.

T.Bailey--TNT

Empfohlen

Bundeswehrsoldaten zu Erkundungsmission in Grönland eingetroffen

Im Rahmen einer Erkundungsmission mehrerer Nato-Länder sind am Freitagabend 15 Bundeswehrsoldaten in Grönland eingetroffen. Das Flugzeug sei um kurz vor 18.00 Uhr gelandet, sagte ein Sprecher der Bundeswehr der Nachrichtenagentur AFP. Das Erkundungsteam der Bundeswehr war zunächst ins dänische Karup geflogen, von wo deutsche und dänische Soldaten gemeinsam nach Grönland starteten. Die Mission erfolgt vor dem Hintergrund der US-Drohungen zur Übernahme Grönlands.

Umfrage sieht CDU in Berlin weiter vorn - keine Mehrheit für Koalition mit SPD

Gut acht Monate vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin sieht eine Umfrage die regierende CDU in der Bundeshauptstadt weiter in Führung. Der am Freitag veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap für den Rundfunk Berlin-Brandenburg zufolge kommen die Christdemokraten von Regierungschef Kai Wegner derzeit auf 22 Prozent. Es folgen die Linke mit 18 Prozent, die AfD mit 17 Prozent, die Grünen mit 16 Prozent und die SPD mit 14 Prozent.

Spannungen in Syrien: Treffen zwischen US-geführter Koalition und kurdischen Kräften

Im Konflikt um die syrische Großstadt Aleppo sind Vertreter der kurdischen Streitkräfte mit Vertretern der US-geführten Koalition zum Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zusammengekommen. Die Gespräche sollten zur Entschärfung der anhaltenden Spannungen zwischen Damaskus und kurdischen Kräften beitragen und fanden am Freitag rund 50 Kilometer östlich von Aleppo in Deir Hafer statt, wie ein Sprecher der mehrheitlich kurdischen Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) der Nachrichtenagentur AFP sagte.

Nach Angriffen auf Energieinfrastruktur: Schulen in Kiew bis Februar geschlossen

Nach den massiven russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur der Ukraine werden in der Hauptstadt Kiew bis Anfang Februar sämtliche Schulen geschlossen. Dies gab Bürgermeister Vitali Klitschko am Freitag im Onlinedienst Telegram bekannt. Die Schließung werde am Montag beginnen und bis 1. Februar andauern. Die Behörden der Hauptstadt gaben zudem bekannt, die Straßenbeleuchtung auf ein Fünftel zu dimmen und sämtliche dekorative Beleuchtung abzuschalten.

Textgröße ändern: