The National Times - Angriff auf ZDF-Team in Berlin: Bewährungsstrafen für drei Männer und eine Frau

Angriff auf ZDF-Team in Berlin: Bewährungsstrafen für drei Männer und eine Frau


Angriff auf ZDF-Team in Berlin: Bewährungsstrafen für drei Männer und eine Frau
Angriff auf ZDF-Team in Berlin: Bewährungsstrafen für drei Männer und eine Frau / Foto: © AFP/Archiv

Mehr als dreieinhalb Jahre nach einem Angriff auf ein Team der ZDF-Sendung "heute-show" am Rande einer Demonstration sogenannter Querdenker in Berlin sind drei Männer und eine Frau zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten verhängte gegen die vier Angeklagten am Montag wegen gefährlicher Körperverletzung jeweils eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wurde, wie eine Gerichtssprecherin sagte.

Textgröße ändern:

Zudem muss jeder Angeklagte eine Geldbuße von 5000 Euro als Schmerzensgeld an die Geschädigten zahlen. Vorausgegangen war eine Verständigung der Parteien. Im Gegenzug zu Geständnissen stellte das Gericht einen Strafrahmen zwischen eineinhalb Jahren und zwei Jahren auf Bewährung in Aussicht.

Während die Verteidigung Strafen im unteren Bereich forderte, plädierte die Staatsanwaltschaft auf Strafen an der oberen Grenze. Dem folgte das Amtsgericht nun. Der Prozess, der eigentlich bis Mitte März dauern sollte, verkürzte sich durch die Verständigung nun deutlich.

Das Motiv der Angreifer konnte das Gericht nicht aufklären. Die Einlassung der Angeklagten, nach der es sich um eine Verwechselung gehandelt habe, war nach Aussage der Vorsitzenden Richterin nicht widerlegbar. Es habe sich aber um eine konzertierte Aktion gehandelt, eine Spontantat sei ausgeschlossen.

Der Anklage zufolge hatten die drei Männer zwischen 28 und 34 Jahren und die 31-jährige Frau am 1. Mai 2020 gemeinsam mit etwa zehn weiteren unbekannten Tätern ein sechsköpfiges Fernsehteam brutal angegriffen. Sie schlugen demnach mit Metallstangen und Fäusten auf ihre Opfer ein. Darüber hinaus hätten sie "teilweise mehrfach mit großer Wucht gegen die Köpfe der bereits am Boden liegenden Geschädigten eingetreten". Zwei Geschädigte hätten bei dem Angriff zeitweise das Bewusstsein verloren.

Die Geschädigten erlitten zum Teil erhebliche Verletzungen, unter anderem einen Nasenbeinbruch sowie Schwellungen und Rissverletzungen am Kopf. Einige der Geschädigten litten den Angaben zufolge noch Monate nach der Tat unter Schmerzen und den psychischen Belastungen der Tat. Ein 34-jähriger Angeklagte war darüber hinaus wegen Widerstands gegen seine Festnahme angeklagt.

Die Angeklagten hatten sich bei dem Angriff vermummt. Der Staatsanwaltschaft zufolge wurden für die Ermittlungen DNA-Proben entnommen. Bei den Opfern handelte es sich um ein Team der Satiresendung "heute-show" rund um den Comedian Abdelkarim und einen begleitenden Sicherheitsangestellten, die filmten und zum Zeitpunkt des Angriffs gerade eine Pause einlegten.

C.Blake--TNT

Empfohlen

Israelische Siedler greifen AFP-Journalisten an und verletzten einen Fotografen

Israelische Siedler haben am Dienstag zwei Journalisten der Nachrichtenagentur AFP im besetzten Westjordanland angegriffen und einen von ihnen verletzt. Die Fotografen Jaafar Ashtiyeh und John Wessels wurden nach eigener Aussage zunächst von einem Quad aus beschossen. Anschließend schlugen mehrere Männer mit ihren Schusswaffen auf Ashtiyeh ein, der mit Prellungen an Kopf und Oberkörper ins Krankenhaus kam.

AfD stellt in Sachsen-Anhalt bundesweit ersten Landtagspräsidenten

Zum ersten Mal in Deutschland ist mit dem Abgeordneten Tobias Rausch in Sachsen-Anhalt ein Politiker der in Teilen rechtsextremistischen AfD zum Landtagspräsidenten gewählt worden. Der 35-Jährige erhielt am Dienstag im Magdeburger Landtag 48 Stimmen und damit neun Stimmen von außerhalb seiner eigenen Fraktion. Auch sein Stellvertreter von der AfD, Hans-Thomas Tillschneider, wurde von anderen Abgeordneten mitgewählt. Oppositionsparteien sprachen von einem "schwarzen Tag für den Parlamentarismus" in Deutschland.

Empörung über mutmaßlichen Trump-Aufruf an den Iran zur Auslöschung von US-Städten

US-Präsident Donald Trump hat mit Äußerungen zu möglichen Angriffen des Iran auf die US-Metropolen Los Angeles und San Diego für Empörung gesorgt. "Sollen sie doch Los Angeles auslöschen, sollen sie doch San Diego auslöschen", sagte Trump am Montag bei einer Wahlkampfveranstaltung. Dies sei "ein sehr kleiner Preis". Die oppositionellen Demokraten, die den Bundesstaat Kalifornien regieren, in dem Los Angeles und San Diego liegen, warfen Trump vor, Teheran zu einem Angriff auf die beiden Städte zu ermutigen.

Hunderttausende bei Schülerprotesten in Frankreich auf den Straßen

Unterstützt von Gewerkschaften haben sich in Frankreich am Dienstag hunderttausende Menschen an den seit Wochen andauernden Schülerprotesten beteiligt. Nach Gewerkschaftsangaben gab es landesweit Kundgebungen mit insgesamt 450.000 Menschen Teilnehmern, davon 100.000 allein in Paris. In mehreren Städten kam es zu Ausschreitungen, bei denen die Polizei Tränengas und Wasserwerfer einsetzte.

Textgröße ändern: