The National Times - Italienische Abgeordnete blockieren Reform des Euro-Rettungsfonds

Italienische Abgeordnete blockieren Reform des Euro-Rettungsfonds


Italienische Abgeordnete blockieren Reform des Euro-Rettungsfonds
Italienische Abgeordnete blockieren Reform des Euro-Rettungsfonds / Foto: © AFP

In Italien hat das Abgeordnetenhaus gegen die Ratifizierung des Euro-Rettungsfonds ESM gestimmt. Mit den Stimmen unter anderem der Regierungsparteien Fratelli d'Italia (FdI) der ultrarechten Ministerpräsidentin Giorgia Meloni sowie ihres rechtsnationalen Koalitionspartners Lega lehnte die Parlamentskammer am Donnerstag einen Gesetzentwurf der Mitte-Links-Opposition ab. Die ESM-Reform kann somit bis auf Weiteres nicht in Kraft treten, da Italien diese als einziges Land der Eurozone nicht ratifiziert hat.

Textgröße ändern:

Die Abgeordneten lehnten den Vorschlag zur Ratifizierung mit 184 zu 72 Stimmen und bei 44 Enthaltungen ab. Beim Abstimmungsverhalten zeigte sich allerdings eine Spaltung innerhalb des Regierungslagers: Im Gegensatz zu Melonis FdI und der Lega enthielt sich unter anderem die Forza Italia von Außenminister Antonio Tajani. Mit FdI und Lega stimmte dagegen die oppositionelle populistische Fünf-Sterne-Bewegung. Für die ESM-Ratifizierung votierten die Abgeordneten der Mitte-Links-Opposition.

Italienische Beobachter rechnen nun damit, dass Melonis Regierungsmehrheit demnächst einen eigenen Entwurf zur Ratifizierung der ESM-Reform ins Parlament einbringen wird. Darin könnte sie demnach eine Zustimmung Italiens an Bedingungen knüpfen - etwa ein Entgegenkommen der anderen EU-Staaten bei den Regeln des EU-Stabilitätspakts. Auf dessen Reform hatten sich die EU-Staaten erst am Mittwoch nach langem Ringen geeinigt.

Der 2012 mitten in der Euro-Finanzkrise gegründete ESM soll als eine Art Feuerwehr bei Finanzkrisen einen Flächenbrand in Europa verhindern. Der Fonds kann 500 Milliarden Euro zur Krisenbekämpfung einsetzen. Bis zum Inkrafttreten seiner nun von Italien blockierten Reform bleibt er in seiner bisherigen Form in Kraft.

C.Bell--TNT

Empfohlen

Sachsen-Anhalt: AfD-Politiker Rausch schließt Neuwahl nicht aus

Die AfD in Sachsen-Anhalt schließt bei einem Scheitern der von der Partei angestrebten Regierungsbildung eine Neuwahl nicht aus. "Wenn wir im ersten Wahlgang keine Mehrheit haben, haben wir auch auf die Dauer der Periode keine Mehrheit - dann ist es vom Parlament nicht gewollt, dass wir regieren", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Landtagsfraktion, Tobias Rausch, am Dienstag in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv.

Industrie warnt vor AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt

Vor der konstituierenden Sitzung des Landtags in Sachsen-Anhalt kommen aus der Industrie Warnungen vor einer AfD-Regierung in Magdeburg. "Ein Aufschwung wäre mit einer AfD-Regierung nicht zu erwarten, weil das Vertrauen in gute Rahmenbedingungen leidet", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Tanja Gönner, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Dienstag. "Die AfD ist keine Wirtschaftspartei."

US-Zwischenwahlen: Trump will Wahlspots für sich aus eigener Tasche bezahlen

Nach Kritik an steuerfinanzierter Wahlwerbung hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, Werbespots für sich vor den anstehenden Kongress-Zwischenwahlen aus eigener Tasche zu bezahlen. Er habe beschlossen, "patriotische Anzeigen" zu schalten und diese selbst zu bezahlen - "mit Geld, das ich für Maga gesammelt habe", schrieb Trump am Montag (Ortszeit) auf seiner Onlineplattform Truth Social. Die Abkürzung Maga steht für Trumps Wahlslogan "Make America Great Again" (Macht Amerika wieder großartig).

Angriffe der Huthi-Miliz: Türkei und Pakistan entsenden Truppen nach Saudi-Arabien

Aufgrund der anhaltenden Angriffe der pro-iranischen Huthis auf Saudi-Arabien haben die Türkei und Pakistan die Entsendung von Truppen zur Unterstützung des Königreichs bekannt gegeben. Sie hätten sich darauf geeinigt, unverzüglich mit der Umsetzung eines gegenseitigen Verteidigungsabkommens zu beginnen, erklärten die drei Länder nach einem Treffen in Riad am Montag. Derweil nahmen die Huthis erneut Ziele in Saudi-Arabien ins Visier, darunter den internationalen Flughafen der Hauptstadt.

Textgröße ändern: