The National Times - Deutsche IS-Anhängerin bei Rückkehr unter Terrorverdacht festgenommen

Deutsche IS-Anhängerin bei Rückkehr unter Terrorverdacht festgenommen


Deutsche IS-Anhängerin bei Rückkehr unter Terrorverdacht festgenommen
Deutsche IS-Anhängerin bei Rückkehr unter Terrorverdacht festgenommen

Die Polizei hat eine deutsche Staatsbürgerin unter Terrorverdacht festgenommen, die sich jahrelang im Irak und in Syrien für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) eingesetzt haben soll. Die Verdächtige Monika K. sei am Freitag bei ihrer Einreise am Flughafen Frankfurt am Main von der Bundespolizei festgenommen worden, teilte die Bundesanwaltschaft mit. Zuvor habe sie sich anderthalb Jahre in türkischem Gewahrsam befunden. Sie soll sich vor allem für die Finanzierung des IS engagiert haben.

Textgröße ändern:

Die Deutsche sollte nach im Laufe des Samstags dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt werden. Der Richter sollte ihr den Haftbefehl eröffnen und über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden.

Monika K. war den Angaben zufolge im Juli 2013 mit ihrem Ehemann zunächst nach Ägypten ausgereist und von dort nach Syrien weitergezogen. In Syrien habe sich das Ehepaar spätestens im Februar 2014 dem Islamischen Staat angeschlossen. Ihr Mann sei bereits 2015 bei Kämpfen für die Miliz getötet worden, Monika K. sei dann aber noch jahrelang im Herrschaftsgebiet der Miliz geblieben und habe dort zwei weitere Male geheiratet.

Sie habe unter anderem ein Spendennetzwerk für weibliche Angehörige des IS betrieben, über Messengerdienste um Spenden für IS-Mitglieder in Flüchtlingslagern geworben und Kontakte zwischen Geldbeschaffern in Deutschland und weiblichen IS-Mitgliedern in Syrien hergestellt, erklärte die Bundesanwaltschaft.

Anfang 2019 sei die Deutsche von kurdischen Kämpfern festgenommen und ins Flüchtlingslager al-Hol in Nordsyrien gebracht worden. Ende 2019 sei sie dann aber von einem höherrangigen IS-Mitglied aus dem Lager herausgeschleust worden; die beiden hätten geheiratet. Im September 2020 sei K. dann auf dem Weg nach al-Hol festgenommen worden und habe sich seitdem in türkischen Gewahrsam befunden.

Laut Verfassungsschutz waren seit 2012 mindestens 1150 Menschen aus Deutschland aus islamistischen Beweggründen ins damalige Herrschaftsgebiet der IS-Miliz nach Irak und Syrien ausgereist. Schätzungsweise ein Drittel von ihnen war weiblich.

Inzwischen sind einige von ihnen, die sich in Nordsyrien oder im Irak in Gewahrsam befanden, nach Deutschland zurückgekehrt - überwiegend Frauen mit minderjährigen Kindern. Die Zahl von Rückkehrern, die in Deutschland inzwischen rechtskräftig verurteilt wurden, bewegt sich laut Bundesamt für Verfassungsschutz im mittleren zweistelligen Bereich.

"Personen, die ein terroristisches Ausbildungslager absolviert beziehungsweise aktiv an Kampfhandlungen in Syrien oder im Irak teilgenommen haben, können bei ihrer Rückkehr ein erhebliches Sicherheitsrisiko für den Staat und seine Bürger darstellen", heißt es in einem Bericht des Verfassungsschutzes. "Ihre in den Kampfgebieten erworbenen Fähigkeiten sowie eine mögliche Brutalisierung durch exzessiv erlebte Gewalt, können als Motivationsgrundlage für die Planung und Durchführung von Anschlägen dienen."

G.Waters--TNT

Empfohlen

Proteste gegen Besuch von Syriens Präsident al-Scharaa in Berlin geplant

Aus Protest gegen den verschobenen Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin haben mehrere Organisationen für Montag (16.00 Uhr) zu einer Großkundgebung aufgerufen. Hinter den geplanten Protesten am Brandenburger Tor in Berlin stehen Organisationen und Vereine wie die Kurdische Gemeinde Deutschland und die Gesellschaft für bedrohte Völker. Damaskus verschob Al-Scharaas für Dienstag geplanten ersten Besuch in Berlin aufgrund der innenpolitischen Situation in Syrien, wie eine Sprecherin der Bundesregierung mitteilte. Die Organisatoren der Großkundgebung reagierten zunächst nicht auf die Verschiebung des Besuchs.

CDU-Vorstand verabschiedet Programmpapier mit Reformvorschlägen

Die CDU-Spitze will am Montag politische Weichenstellungen für das neue Jahr vornehmen. Der Bundesvorstand soll bei einer Sitzung in Berlin eine Erklärung verabschieden, die Vorschläge zur Belebung der Wirtschaft, zur Reform des Sozialstaats und zur Staatsmodernisierung enthält (Pressekonferenz 13.30 Uhr). Eigentlich hätte diese "Mainzer Erklärung" bereits Anfang Januar bei einer Vorstandsklausur in Mainz verabschiedet werden sollen; die Klausur war aber wegen des strengen Wintereinbruchs abgesagt worden.

Nato-Generalsekretär Rutte empfängt Minister Dänemarks und Grönlands

Vor dem Hintergrund des andauernden Konflikts um Grönland treffen der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen und die grönländische Außenministern Vivian Motzfeldt am Montag Nato-Generalsekretär Mark Rutte zu Gesprächen in Brüssel. Bei dem Treffen dürfte es um die US-Drohungen gegen Grönland und die nächsten Schritte der Nato hinsichtlich der Sicherheit in der Arktis gehen.

Zentralrat der Jesiden kritisiert mangelnde Konsequenzen aus Völkermord-Anerkennung

Der Zentralrat der Jesiden in Deutschland hat drei Jahre nach der Bundestags-Anerkennung des Völkermords an der religiösen Minderheit durch die dschihadistische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) einen Mangel an konkreten Konsequenzen kritisiert. Die Regierungen von Bund und Ländern hätten fast keine der versprochenen Maßnahmen umgesetzt, erklärte der Vorsitzende des Zentralrats der Jesiden in Deutschland, Irfan Ortac, gegenüber der "Rheinischen Post" (Montag).

Textgröße ändern: