The National Times - Baerbock fordert bei Serbien-Besuch europäische Geschlossenheit gegenüber Putin

Baerbock fordert bei Serbien-Besuch europäische Geschlossenheit gegenüber Putin


Baerbock fordert bei Serbien-Besuch europäische Geschlossenheit gegenüber Putin
Baerbock fordert bei Serbien-Besuch europäische Geschlossenheit gegenüber Putin

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hat bei einem Besuch in Serbien eine gesamteuropäische Geschlossenheit gegenüber Russlands Präsident Wladimir Putin angemahnt. Wer die europäischen Werte "Frieden, Freiheit, Demokratie und Wohlstand" teile, der könne angesichts des Ukraine-Kriegs "jetzt nicht an der Seitenlinie stehen", sagte Baerbock am Freitag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Serbiens Staatschef Aleksandar Vucic in Belgrad. Deutschland und Serbien, die beide historisch enge Verbindungen zu Russland hätten, komme dabei eine besondere Verantwortung zu.

Textgröße ändern:

Auch Serbien habe "immer Wert darauf darauf gelegt, dass ein klarer EU-Kurs und eine enge kulturelle Nähe zu Russland kein Widerspruch sind", sagte Baerbock. "Aber gerade deshalb sind jetzt angesichts dieses Völkerrechtsbruchs von unseren beiden Ländern klare Worte und Taten gefragt."

Serbien ist energiepolitisch stark von Russland abhängig. Hinzu kommt eine in der Bevölkerung des Landes verbreitete pro-russische Haltung. In den vergangenen zwei Wochen gab es in dem Land mehrere Kundgebungen von Putin-Anhängern, die den Ukraine-Krieg guthießen. Moskau ist auch im Streit um die Unabhängigkeit des Kosovo ein zentraler Verbündeter Serbiens.

Baerbock begrüßte ausdrücklich die Zustimmung Belgrads zu einer Resolution zur Verurteilung des "brutalen russischen Vorgehens in der Ukraine" Anfang März in der UN-Vollversammlung. Dieser "wichtigen Verurteilung" müssten nun auch entsprechende Taten folgen, unterstrich sie. Wer der EU beitreten wolle, müsse die Bereitschaft mitbringen, die "gemeinsame Außenpolitik der EU mitzutragen".

Serbien ist EU-Beitrittskandidat. Die Bundesregierung wolle, dass das Land "vollwertiges Mitglied" der Europäischen Union werde, betonte Baerbock. Auf dem Weg dorthin brauche es insbesondere "sichtbare Fortschritte" im Normalisierungsprozess zwischen Serbien und Kosovo. In ihrem bilateralen Gespräch mit Vucic sei es zudem um "Aktivitäten" gegangen, "die sich gegen die territoriale Integrität und Souveränität von Bosnien-Herzegowina richten". Diese Aktivitäten seien eine Bedrohung der Stabilität der ganzen Region.

Baerbock befindet sich derzeit auf einer mehrtägigen Westbalkan-Reise. Bei einem Besuch in Bosnien-Herzegowina am Donnerstag hatte sie eine stärkere deutsche Präsenz in den Balkanländern angekündigt und betont, dass Deutschland "keine Erosion der Sicherheitslage" in dem Land zulassen wolle.

Die politische Führung der bosnischen Serben hatte Ende vergangenen Jahres einen beschleunigten Rückzug aus den drei zentralen Institutionen von Bosnien-Herzegowina angekündigt. Das Parlament der Republika Srpska in Banja Luka beschloss den Rückzug aus der gemeinsamen Armee, dem Justiz- und dem Steuersystem. Zuletzt trat der bosnische Serbenführer Milorad Dodik bei seinen Abspaltungsbestrebungen jedoch auf die Bremse. Die Regierung in Sarajevo befürchtet allerdings ein Überschwappen der Krise in der Ukraine auch auf den Balkan.

Ihre Reise schließt Baerbock am Samstag mit einem Besuch der Republik Moldau ab. In dem an der Grenze zur Ukraine gelegenen Land kommen derzeit viele Kriegsflüchtlinge an.

R.Hawkins--TNT

Empfohlen

Neun Tote bei Selbstmordanschlag während Demonstration in Pakistan

Bei einem Selbstmordanschlag während einer Demonstration im Norden Pakistans sind neun Menschen getötet worden. 20 Menschen wurden bei dem Vorfall im Bezirk Swat in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa verletzt, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Der Angreifer habe an einer belebten Kreuzung in der Nähe einer Polizeistation einen Sprengstoffgürtel gezündet, teilte Polizeivertreter Fida Hussain der Nachrichtenagentur AFP mit.

Söder: Kanzler Merz steht "sehr stabil und stark"

CSU-Parteichef Markus Söder lässt keinen Zweifel an der Kanzlerschaft von Friedrich Merz (CDU) aufkommen. Merz sei "sehr, sehr stabil und stark", sagte der bayerische Ministerpräsident am Sonntag im ARD-"Sommerinterview". "Ich bin fest überzeugt, dass Friedrich Merz der Kanzler bleibt", fügte Söder hinzu.

Neuer britischer Premier Burnham möchte schriftliche Verfassung für sein Land

Der britische Premierminister Andy Burnham hat sich für die Einführung einer schriftlichen Verfassung für Großbritannien ausgesprochen. Der seit zwei Wochen amtierende Premier plädierte am Sonntag für "eine neue Sammlung klarer Grundsätze darüber, wie dieses Land regiert werden sollte", und betonte die Notwendigkeit einer schriftlichen Verfassung. Großbritannien hat - anders als die meisten Länder - keinen verbindlich geltenden, aufgeschriebenen Verfassungstext.

Bas: SPD muss sich neu aufstellen und sichtbarer werden

Angesichts schwacher Umfragewerte sieht SPD-Chefin Bärbel Bas ihre Partei in einer schwierigen Lage. "Da kann keiner mit zufrieden sein. Wir müssen uns neu aufstellen", sagte Bas am Sonntag im ZDF-"Sommerinterview. Zwar habe die SPD in der Koalition mit der Union auch "viel durchgesetzt", sie müsse aber gleichwohl als Partei "sichtbarer werden".

Textgröße ändern: