The National Times - Mindestens zwei Tote bei verheerendem russischen Angriff auf Odessa

Mindestens zwei Tote bei verheerendem russischen Angriff auf Odessa


Mindestens zwei Tote bei verheerendem russischen Angriff auf Odessa
Mindestens zwei Tote bei verheerendem russischen Angriff auf Odessa / Foto: © AFP

Bei einem verheerenden russischen Angriff auf die Schwarzmeer-Hafenstadt Odessa sind nach ukrainischen Angaben mindestens zwei Menschen getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden. Der ukrainischen Luftwaffe zufolge wurden in der Nacht auf Sonntag bei dem fünften nächtlichen Angriff auf die Stadt binnen einer Woche 19 Geschosse abgefeuert, darunter Marschflugkörper der Typen Oniks und Kalibr sowie ballistische Iskander-Raketen. Der russische Präsident Wladimir Putin traf sich unterdessen erstmals seit der Rebellion der Wagner-Söldnergruppe mit dem belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko.

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Der russische Angriff auf Odessa zerstörte nach ukrainischen Angaben unter anderem die Verklärungskathedrale in der zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Altstadt von Odessa. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte am Sonntagmorgen in mehreren Online-Netzwerken, für das Vorgehen in Odessa werde "mit Sicherheit Vergeltung gegen die russischen Terroristen" geübt.

Bei den Todesopfern der Angriffe handelt es sich nach ukrainischen Angaben um zwei Männer. Unter den nach Angaben der Regionalverwaltung von Odessa mindestens 22 weiteren Verletzten sind demnach vier Kinder. Die beiden Menschen, die sich zum Zeitpunkt des Angriffs in der Verklärungskathedrale befanden, seien jedoch unverletzt geblieben, sagte Andrij Paltschuk, Archdiakon der Kathedrale. Die Altstadt der ukrainischen Hafenstadt Odessa gehört zum Unesco-Weltkulturerbe.

Der ukrainischen Luftwaffe zufolge fing die Luftabwehr neun der 19 von Russland abgefeuerten Geschosse ab. Die nicht gestoppten Raketen beschädigten dem Südkommando der ukrainischen Armee zufolge unter anderem den Hafen der Stadt sowie "sechs Wohngebäude, darunter Mehrfamilienhäuser". Außerdem habe es Stromausfälle gegeben.

Der Stabschef des ukrainischen Präsidialamtes, Andrij Jermak, forderte mit Blick auf den erneuten russischen Beschuss mehr Raketenabwehrsysteme und taktische Raketen für sein Land. Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, schrieb im Kurzbotschaftendienst Twitter: "Wir brauchen mehr Flugabwehr."

Seit dem Auslaufen des Abkommens zum Export ukrainischen Getreides aus Schwarzmeerhäfen am Montag hatte Russland nach ukrainischen Angaben wiederholt die Hafenstädte Odessa und Mykolajiw angegriffen. Kiew zufolge nahm Russland insbesondere die Hafen-Infrastruktur ins Visier, um eine Wiederaufnahme ukrainischer Getreideexporte über das Schwarze Meer unmöglich zu machen.

Die russische Armee erklärt, nur Militäranlagen zu beschießen. Zu dem Angriff in der Nacht auf Sonntag erklärten die Streitkräfte in Moskau, sie hätten Orte getroffen, an denen "Terrorakte gegen Russland mithilfe von Marinedrohnen" vorbereitet worden seien. Mit Marinedrohnen war Sicherheitskreisen zufolge am vergangenen Montag die Brücke zwischen Russland und der von Moskau annektierten Halbinsel Krim attackiert worden.

In der Nacht zum Sonntag wehrte die russische Armee nach eigenen Angaben drei ukrainische Angriffe in der Gegend von Saporischschja ab, wo sich das von Russland besetzte größte Atomkraftwerk Europas befindet. Die ukrainische Armee schoss demnach in Richtung von Rabotino.

Die ukrainische Armee erklärte ihrerseits, Russland sei daran gescheitert, eine "verlorene Position" südlich von Nowodariwka in der Region Saporischschja wiederzugewinnen. Der ukrainischen Armee sei es gelungen, an Frontabschnitten nahe Melitopol und Berdjansk "gewonnene Stellungen zu verteidigen".

Der russische Präsident Putin bekräftigte indes bei seinem Treffen mit seinem belarussischen Kollegen Lukaschenko in Sankt Petersburg seine Ansicht, die ukrainische Gegenoffensive sei "gescheitert".

Lukaschenko und Putin gaben sich bei ihrem Treffen volksnah. Die Zeitung "Kommersant" verbreitete im Online-Dienst Telegram ein kurzes Video von einem Bad in der Menge der beiden Staatschefs. AFP konnte nicht verifizieren, ob das Treffen spontan oder inszeniert war.

Die Gespräche zwischen Putin und Lukaschenko sollen dem russischen Präsidenten zufolge zwei Tage dauern. Dabei werde es "sicherlich" um die Sicherheit in der Region gehen, sagte Putin. Der Chef der Söldnergruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, soll sich in Belarus im Exil befinden.

F.Harris--TNT

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