The National Times - Haushaltsausschuss gibt erste Gelder für Kauf von Raketenschutzschirm frei

Haushaltsausschuss gibt erste Gelder für Kauf von Raketenschutzschirm frei


Haushaltsausschuss gibt erste Gelder für Kauf von Raketenschutzschirm frei
Haushaltsausschuss gibt erste Gelder für Kauf von Raketenschutzschirm frei / Foto: © Israeli Ministry of Defence/AFP/Archiv

Deutschland kann mit der Anschaffung eines Raketenschutzschirms beginnen: Der Haushaltsausschuss gab am Mittwoch in Berlin eine erste Tranche in Höhe von 560 Millionen Euro für den Kauf des Systems Arrow 3 in Israel frei, wie aus dem Ausschuss gegenüber AFP verlautete. Die Gesamtkosten für den Schutzschirm sollen sich auf vier Milliarden Euro belaufen. Zudem gab der Ausschuss rund 950 Millionen Euro für den Kauf von sechs Flugabwehrsystemen des Typs Iris T SLM aus deutscher Produktion frei.

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Die Bundesregierung peilt einen verbindlichen Vertragsabschluss mit Israel zur Anschaffung von Arrow 3 für Ende 2023 an. Das System soll bis Ende 2025 in Deutschland einsatzbereit sein.

Die nun freigegebenen 560 Millionen Euro sind für eine Vorvertrags-Vereinbarung mit Israel zum Kauf des Systems gedacht, wie aus der Vorlage des Bundesfinanzministeriums an den Ausschuss hervorgeht; das Dokument liegt AFP vor. Mit den Geldern solle der Aufbau der Fertigung und die Produktion in Israel angeschoben werden. Die Gesamtkosten für die Anschaffung beziffert das Finanzministerium auf "3,99 Milliarden Euro nach derzeitigem Kenntnisstand".

Das Bundesfinanzministerium weist in seiner Vorlage für den Ausschuss auch auf die finanziellen Risiken hin. Für den Fall, dass der Vertrag mit Israel nicht zustande kommt, müsse Deutschland den israelischen Partnern Kosten von bis zu 560 Millionen Euro erstatten.

Der Bundesrechnungshof warnte vor diesen Risiken. In einem Bericht, aus dem der "Tagesspiegel" zitierte, kritisieren die Experten, dass die Baumaßnahmen für den Einsatz von Arrow 3 in Deutschland nicht beendet seien - und trotzdem schon Geld dafür freigegeben werde. Der vorgesehene Standort in Brandenburg könne wegen des "sandigen Untergrunds" Probleme bereiten.

Das Arrow-System wird von dem Unternehmen Israeli Aerospace Industries in Zusammenarbeit mit dem US-Flugzeugbauer Boeing entwickelt und hergestellt. Auf israelischen Luftwaffenstützpunkten kommt Arrow 3 seit 2017 zum Einsatz. Das System ist für die Abwehr von Langstreckenraketen konzipiert. Israel schützt sich damit etwa vor Angriffen aus dem Iran oder Syrien.

Das System ist laut dem israelischen Hersteller IAI in der Lage, ballistische Raketen oberhalb der Atmosphäre abzufangen, die aus einer Entfernung von bis zu 2400 Kilometern abgefeuert wurden. Es gilt als leistungsfähig genug, um auch benachbarten EU-Ländern Schutz zu gewähren, sollte es in Deutschland installiert werden. Das System könnte somit einen entscheidenden Beitrag zum europäischen Luftverteidigungsprojekt Sky Shield leisten.

Die Arrow-Raketen haben eine deutlich höhere Reichweite als das bisher in Deutschland eingesetzte Patriot-Luftabwehrsystem und das System IRIS-T. Arrow 3 wäre also eine Ergänzung der bestehenden deutschen Raketenabwehr. Das System besteht aus einem Führungsgefechtsstand, Radargeräten, Startgeräten und Lenkflugkörpern.

S.Ross--TNT

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