The National Times - Russland und Ukraine beanspruchen Erfolge bei Gegenoffensive für sich

Russland und Ukraine beanspruchen Erfolge bei Gegenoffensive für sich


Russland und Ukraine beanspruchen Erfolge bei Gegenoffensive für sich
Russland und Ukraine beanspruchen Erfolge bei Gegenoffensive für sich / Foto: © THE STATE EMERGENCY SERVICE OF UKRAINE/AFP

Kurz nach Beginn der ukrainischen Gegenoffensive haben Russland und die Ukraine jeweils Erfolge für sich beansprucht. Der russische Präsident Wladimir Putin bescheinigte der ukrainischen Armee am Dienstag "nahezu katastrophale" Verluste. Dagegen seien die russischen Verluste "zehn Mal geringer", erklärte der Kremlchef. Derweil teilte Kiew mit, die ukrainischen Streitkräfte erzielten Gewinne und rückten vorwärts. Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nannte die ukrainische Gegenoffensive einen Weg, um Russland an den Verhandlungstisch zu zwingen.

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In einem im Fernsehen übertragenen Gespräch mit russischen Kriegskorrespondenten sagte Putin, die Ukraine habe ihre Gegenoffensive an "mehreren" Bereichen der Front gestartet. "Der Feind hatte in keinem dieser Bereiche Erfolg. Er hat schwere Verluste erlitten", sagte er. Kiew habe "etwa 25 oder vielleicht 30 Prozent seiner Ausrüstung" verloren. Die Angaben konnten nicht von unabhängiger Seite überprüft werden.

Putin gab zu, dass Moskaus Truppen in der Ukraine unter einem Mangel an militärischer Ausrüstung litten. Es sei klar geworden, "dass viele Dinge fehlten", etwa "Hochpräzisionsmunition, Kommunikationsgeräte, Drohnen".

Die Regierung in Moskau meldete zudem, russische Soldaten hätten mehrere deutsche Leopard-Kampfpanzer und US-Schützenpanzer vom Typ Bradley im Süden der Ukraine erbeutet. "Das sind unsere Trophäen", erklärte das russische Verteidigungsministerium zu einem im Onlinedienst Telegram veröffentlichten Video, das beschädigte Panzer zeigt. Ob es sich um dieselben Panzer handelt, deren Verlust bereits am Montag von ukrainischer Seite bestätigt worden war, blieb zunächst unklar.

Kiew hielt dagegen. Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Walery Saluschny, erklärte in den Onlinediensten, dass "sowohl die defensiven als auch die offensiven" Kämpfe im Süden und Osten der Ukraine weitergingen. "Wir haben Gewinne, wir wenden unseren Plan an, und wir rücken vorwärts", fügte Saluschny hinzu. In den vergangenen Tagen hatte Kiew bereits die Rückeroberung mehrere Dörfer im Süden und Osten des Landes gemeldet.

Indes bescheinigte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg der Ukraine bei einem Besuch im Weißen Haus in Washington "Fortschritte" bei ihrer Gegenoffensive. "Je mehr Land die Ukrainer befreien können, desto stärker ist ihre Position am Verhandlungstisch", sagte er in einem Gespräch mit US-Präsident Joe Biden. Dem US-Sender CNN sagte Stoltenberg, dass Putin angesichts der Gewinne der Ukrainer "verstehen wird, dass er sich an den Verhandlungstisch setzten muss".

In der Nacht zuvor waren bei russischen Raketenangriffen auf die Heimatstadt des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj elf Menschen getötet worden. Die Raketen schlugen in mehrere Gebäude in Kriwij Rih ein, darunter ein fünfstöckiges Wohnhaus. Selenskyj warf Russland vor, einen Krieg "gegen "Wohnhäuser, normale Städte und Leute" zu führen. Auch in der Hauptstadt Kiew und der im Osten des Landes gelegenen Stadt Charkiw gab es russische Drohnen- und Raketenangriffe.

Unterdessen reiste der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, nach Kiew. Nach Gesprächen in der ukrainischen Hauptstadt war auch ein Besuch im Atomkraftwerk von Saporischschja geplant, wo Grossi sich nach der Teilzerstörung des Kachowka-Staudamms ein Bild von der Lage machen wollte. Infolge einer Explosion waren riesige Mengen Wasser aus dem Stausee ausgetreten, der auch zur Kühlung der sechs Reaktoren des Akw genutzt wird.

Die Zahl der Todesopfer im russisch kontrollierten Teil des überschwemmten Gebiets stieg nach russischen Angaben bis Dienstag auf 17. Auf ukrainischer Seite wurde die Zahl der Todesopfer zuletzt mit zehn angegeben.

S.Collins--TNT

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