The National Times - Wissler bekräftigt Aufforderung an Wagenknecht zu Mandatsverzicht

Wissler bekräftigt Aufforderung an Wagenknecht zu Mandatsverzicht


Wissler bekräftigt Aufforderung an Wagenknecht zu Mandatsverzicht
Wissler bekräftigt Aufforderung an Wagenknecht zu Mandatsverzicht / Foto: © SID/Archiv

Linken-Parteichefin Janine Wissler hat die Aufforderung des Bundesvorstands an die Parteilinke Sahra Wagenknecht zum Verzicht auf ihr Bundestagsmandat gegen Kritik aus Partei und Fraktion verteidigt. Sie verwies am Montag in Berlin auf konkrete Schritte Wagenknechts zur Abwerbung von Mitgliedern zugunsten der von ihr angestrebten Parteineugründung. Für den Vorstandsbeschluss gebe es auch viel Unterstützung aus der Partei.

Textgröße ändern:

"Ich nehme eine sehr breite Unterstützung für den Beschluss des Parteivorstands wahr", sagte Wissler, "auch von Landesvorsitzenden und aus den Fraktionen". Ziel des Vorstands sei es, für eine starke Linke zu kämpfen. "Wer das aus welchen Gründen auch immer nicht möchte, der muss auch die Konsequenzen ziehen", sagte die Parteivorsitzende mit Blick auf Wagenknecht und ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Wissler betonte, jeder habe das Recht, eine Partei zu gründen. Es sei aber nicht in Ordnung, dies "mit den Ressourcen einer anderen Partei zu machen". Es gebe konkrete Hinweise, dass Wagenknecht Amts- und Mandatsträgerinnen und -träger der Linken abtelefoniere, um sie abzuwerben. Viele aus der Partei sagten daher auch, der Schritt des Vorstands sei "überfällig" gewesen. Wenn es einen Fehler gebe, dann vielleicht den, dass die Parteispitze die Sache "zu lange hat schweben lassen".

Der Vorstand der Linkspartei hatte am Samstag Wagenknecht zur Rückgabe ihres Bundestagsmandats aufgefordert. "Die Zukunft der Linken ist eine Zukunft ohne Sahra Wagenknecht", hieß es in dem einstimmig gefassten Beschluss. Der wiederholten Aufforderung, von der Gründung eines konkurrierenden Parteiprojekts Abstand zu nehmen, sei Wagenknecht "bis heute nicht nachgekommen".

Wagenknecht hatte erst am Freitag in einem Interview bekräftigt, Gespräche über die Gründung einer neuen Partei zu führen. Ungeachtet der Aufforderung der Linken-Führung, sich bald über ihren Verbleib in der Linkspartei zu entscheiden, hatte sie ihrem Plan bekräftigt, diese Entscheidung erst bis Jahresende zu treffen.

Fraktionschefin Amira Mohamed Ali und der frühere Parteichef Klaus Ernst hatten den Vorstandsbeschluss gleichwohl kritisiert. Mohamed Ali sprach auf Twitter von einem "großen Fehler". Wagenknecht "spricht für Millionen Menschen in der Bevölkerung und für Tausende Mitglieder an der Parteibasis, die sich von diesem Vorstand und seinem Kurs nicht mehr vertreten fühlen", sagte Ernst der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Auch Fraktionsvize Gesine Lötzsch kritisierte die Abgrenzung von Wagenknecht. "Ich möchte, dass sie mit der Linken in der Linken für die Verbesserung der Gesellschaft kämpft", sagte sie Lötzsch am Montag im ZDF. Der Beschluss des Parteivorstandes führe zu "keiner Lösung" und sei "vor allem in der Sache wirkungslos".

Eine Bundestagsfraktion dürfe "nicht leichtfertig aufs Spiel" gesetzt werden, sagte Lötzsch auch. Sie spielte damit darauf an, dass die Linke den Fraktionsstatus im Bundestag verlieren könnte, wenn Wagenknecht und ihr Umfeld diese verlassen würden.

Wissler wies darauf hin, dies würde dann vermieden, wenn Wagenknecht und ihr Umfeld nicht die Fraktion verlassen, sondern gemäß der Aufforderung des Parteivorstands ihre Mandate niederlegen würden - dann könnten andere Politikerinnen und Politiker der Linken nachrücken. Es wurde erwartet, dass über das Thema auf der Fraktionssitzung am Dienstag kontrovers diskutiert wird.

M.Wilson--TNT

Empfohlen

Israelischer Minister: "Terrorist" wollte Flydubai-Flugzeug zum Absturz bringen

Ein "Terrorist" hat nach Angaben des israelischen Sicherheitsministers Itamar Ben Gvir ein Flugzeug der Fluggesellschaft Flydubai zum Absturz bringen wollen, das in Saudi-Arabien notlanden musste. Ziel sei es gewesen, "die 180 Israelis an Bord zu ermorden", sagte Ben Gvir. Die Maschine befand sich am Morgen auf dem Weg von Dubai nach Tel Aviv, als sie nach Angaben der Airline wegen eines "Zwischenfalls" ins saudiarabische Tabuk umgeleitet wurde.

Ukraine: Mindestens vier Tote bei russischen Angriffen auf Energieinfrastruktur

Bei russischen Drohnen- und Raketenangriffen auf Energieinfrastruktur in der Ukraine sind örtlichen Behörden zufolge mindestens vier Menschen getötet worden. Nach Angaben Kiews handelte es sich um den Auftakt einer russischen Offensive zur Lahmlegung der Strom- und Wärmeversorgung vor dem Winter. Diese Taktik hatte Moskau bereits in den vergangenen Jahren angewandt.

Unterdrückung von Samen in Schweden: Wahrheitskommission fordert Wiedergutmachung

In Schweden hat eine Wahrheitskommission massive Ungerechtigkeiten im Umgang mit der Minderheit der Samen festgestellt und von der Regierung eine Entschuldigung und Wiedergutmachung gefordert. "Die Diskriminierung der Samen, Rassismus, Hass und Drohungen müssen aufhören", erklärte die Kommission am Mittwoch vor der Vorlage ihres Abschlussberichts.

Linnemann zu Pflegereform: "Werden Einsparungen vornehmen müssen"

Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat geplante Einsparungen bei der Pflege verteidigt. Das Pflegesystem stehe "massiv finanziell unter Druck", sagte Linnemann am Mittwoch in Berlin. Die Zahl der Pflegenden habe sich innerhalb von 20 Jahren auf sechs Millionen verdreifacht. "Wir werden Einsparungen vornehmen müssen", betonte der Minister. "Einnahmen und Ausgaben müssen in eine Balance gebracht werden."

Textgröße ändern: