The National Times - Unterdrückung von Samen in Schweden: Wahrheitskommission fordert Wiedergutmachung

Unterdrückung von Samen in Schweden: Wahrheitskommission fordert Wiedergutmachung


Unterdrückung von Samen in Schweden: Wahrheitskommission fordert Wiedergutmachung
Unterdrückung von Samen in Schweden: Wahrheitskommission fordert Wiedergutmachung / Foto: © AFP/Archiv

In Schweden hat eine Wahrheitskommission massive Ungerechtigkeiten im Umgang mit der Minderheit der Samen festgestellt und von der Regierung eine Entschuldigung und Wiedergutmachung gefordert. "Die Diskriminierung der Samen, Rassismus, Hass und Drohungen müssen aufhören", erklärte die Kommission am Mittwoch vor der Vorlage ihres Abschlussberichts.

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Das Volk der Samen, das als das einzige indigene Volk Europas gilt, umfasst ungefähr 80.000 bis 100.000 Menschen, die in Schweden, Finnland, Norwegen und Russland leben. Die Ureinwohner des nördlichen Skandinaviens lebten tausende von Jahren als Nomaden von Jagd, Fischerei und Rentierhaltung. Seit dem 17. Jahrhundert wurden sie im Zuge der Kolonisierung ihres Lands systematisch unterdrückt: Sie wurden etwa von ihrem Land verdrängt, ihnen wurde das Christentum aufgezwungen, ihre Sprache wurde verboten und Kinder der Samen wurden gewaltsam von ihren Familien getrennt und in Internate gesteckt.

Die Wahrheitskommission in Schweden war 2021 eingesetzt worden. Ihr Bericht stützt sich vor allem auf Zeitzeugenberichte, die in rund 300 Interviews und schriftlichen Berichten zusammengetragen wurden.

Die Kommission will der Regierung sowie Behörden, Museen und der Schwedischen Kirche nach eigenen Angaben nun insgesamt 71 Vorschläge unterbreiten. Es gehe darum, die Menschenrechte der Samen anzuerkennen, Entschädigungen zu leisten und in der Zukunft "die Gleichberechtigung und die Wahrung der Menschenrechte des Volkes der Samen" sicherzustellen.

Die "Kontrolle und Vormundschaft des Staates" habe die Selbstbestimmung der Samen massiv eingeschränkt und sie ihrer Rechte beraubt, kritisierte die Kommission. Staat und Kirche hätten darüber bestimmt, wo und wie sie lebten, welche Schulbildung ihre Kinder erhielten, welche Sprache sie sprachen und wie sie ihre Kultur, Religion und traditionellen Lebensweisen ausüben konnten.

Die schwedische Kirche hatte sich schon 2021 für jahrhundertelange "schwere Verletzungen der Menschenwürde" der Samen entschuldigt. In Norwegen hat eine vom Parlament eingesetzt Kommission im Juni 2023 einen Bericht über die brutale Assimilierungspolitik vorgelegt. In Finnland stellte eine Wahrheitskommission im Dezember historische Ungerechtigkeiten im Umgang mit den Samen fest.

F.Lim--TNT

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