The National Times - Schottlands Ex-Regierungschefin Sturgeon festgenommen und stundenlang befragt

Schottlands Ex-Regierungschefin Sturgeon festgenommen und stundenlang befragt


Schottlands Ex-Regierungschefin Sturgeon festgenommen und stundenlang befragt
Schottlands Ex-Regierungschefin Sturgeon festgenommen und stundenlang befragt / Foto: © AFP/Archiv

Die im Februar zurückgetretene schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon ist im Zuge von Ermittlungen zu den Finanzen ihrer Partei vorübergehend festgenommen und sieben Stunden lang befragt worden. Die schottische Polizei erklärte am Sonntag, die 52-Jährige werde "als Verdächtige in Verbindung mit den laufenden Ermittlungen zur Finanzierung und den Finanzen der Schottischen Nationalpartei" (SNP) befragt. Nach ihrer Freilassung erklärte Sturgeon am Abend, sie sei unschuldig und habe sich "nichts zu Schulden kommen lassen".

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"Ich würde nie etwas tun, was der SNP oder dem Land schaden könnte", betonte Sturgeon. Es sei "sowohl ein Schock als auch zutiefst verstörend" für sie, "in diese Situation geraten zu sein, obwohl ich sicher bin, keine Straftat begangen zu haben". Aufgrund der laufenden Ermittlungen könne sie nur begrenzt über die Angelegenheit sprechen.

Eine Sprecherin der Ex-Regierungschefin hatte zuvor laut der britischen Nachrichtenagentur PA gesagt, Sturgeon habe sich freiwillig zur Vernehmung durch die Ermittler begeben und kooperiere bei den Ermittlungen. Laut PA wurde das Haus von Sturgeon und ihrem Ehemann durchsucht, im Garten stehe ein von den Ermittlern errichtetes Zelt. Auch die SNP-Parteizentrale in Edinburgh wurde demnach durchsucht.

Die langjährige Regierungschefin und Vorsitzende der Schottischen Nationalpartei (SNP) hatte sich vehement für die schottische Unabhängigkeit stark gemacht. Im Februar kündigte sie nach mehr als acht Jahren an der Spitze der Regierung in Edinburgh überraschend ihren Rücktritt an - nach eigenen Angaben, weil ihr die "Energie" zum Weitermachen fehlte. Damals wurde jedoch bereits gegen ihren Mann, den inzwischen zurückgetretenen SNP-Generalsekretär Peter Murrell, ermittelt. Im März schied Sturgeon dann aus dem Amt, nachdem ihr Nachfolger gewählt war.

Sturgeon ist die dritte prominente SNP-Vertreterin, die im Zusammenhang mit Ermittlungen zu den Parteifinanzen festgenommen wurde. Im April wurde zunächst Sturgeons Ehemann zeitweise festgenommen. Im April folgte die zeitweise Festnahme von SNP-Schatzmeister Colin Beattie. Auch er trat danach zurück.

Zuvor hatte unter anderem der Umgang mit rund 600.000 Pfund (etwa 700.600 Euro) an Parteispenden Fragen aufgeworfen. Außerdem hatte Murrell es versäumt, ein persönliches Darlehen an die Partei in Höhe von rund 100.000 Pfund (etwa 116.000 Euro) zu deklarieren - das könnte ein Bruch von Gesetzen zur Transparenz der Parteienfinanzierung sein.

Die Festnahme Murrells hatte die SNP tiefer in eine seit Längerem schwelende Krise gestürzt. Bereits der polarisierende Wahlkampf um die Nachfolge Sturgeons hatte in den Wochen vor der Abstimmung im März Bruchlinien in der Frage zur Zukunft der Partei offengelegt. Die Forderung der SNP nach einem erneuten Referendum über eine schottische Unabhängigkeit war von der britischen Regierung in London und dem Obersten Gericht abgewiesen worden.

Sturgeons Nachfolger Humza Yousaf hatte nach der Festnahme von Murrell bestritten, dass Sturgeon in dem Wissen zurückgetreten sein könnte, dass die Ermittlungen ihr gefährlich nahe kämen. "Nicolas Vermächtnis steht für sich", erklärte Yousaf damals.

B.Scott--TNT

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