The National Times - Ukrainische Armee meldet erste Erfolge bei Gegenoffensive

Ukrainische Armee meldet erste Erfolge bei Gegenoffensive


Ukrainische Armee meldet erste Erfolge bei Gegenoffensive
Ukrainische Armee meldet erste Erfolge bei Gegenoffensive / Foto: © AFP

Die ukrainische Armee hat erste militärische Erfolge ihrer Gegenoffensive gegen die russischen Truppen verkündet. Die ukrainischen Streitkräfte meldeten am Sonntag die Rückeroberung von zwei Ortschaften in der Region Donezk im teilweise russisch besetzten Osten des Landes. Ukrainische Soldaten bestätigten derweil die Zerstörung vom Westen gelieferter Panzer durch russischen Beschuss in der weiter südlich gelegenen Region Saporischschja.

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Zunächst erklärte das ukrainische Heer, ukrainische Soldaten hätten die Siedlung Blagodatne "befreit", später meldeten die ukrainischen Grenzschutztruppen die Rückeroberung der Ortschaft Neskutschne: Über dem Ort wehe wieder "die ukrainische Flagge". Bei ihren Geländegewinnen nahmen die ukrainischen Truppen einem Armeesprecher zufolge zahlreiche russische Soldaten und pro-russische Kämpfer gefangen.

Grundsätzlich hielt sich die ukrainische Regierung am Wochenende weiterhin bedeckt zu ihrer seit Monaten erwarteten Großoffensive. Am Samstag hatte Staatschef Wolodymyr Selenskyj lediglich von "Gegenoffensive- und Defensiv-Aktionen" gesprochen, zu denen er aber "keine Einzelheiten" nennen werde.

Experten zufolge versucht die Ukraine derzeit, Schwachstellen in den stark befestigten russischen Verteidigungslinien auszumachen und diese für Angriffe zur Rückeroberung von russisch besetztem Gebiet zu nutzen. Sollte den ukrainischen Truppen ein Durchbruch in der Region Saporischschja gelingen, könnten sie dadurch die Landverbindung zwischen dem russischen Staatsgebiet und der 2014 von Moskau annektierten ukrainischen Halbinsel Krim kappen, was einen erheblichen Rückschlag für Russland bedeuten würde.

Eine Gruppe von nahe Orichiw im Süden der Region Saporischschja eingesetzten ukrainischen Infanteristen bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP den Verlust mehrerer von westlichen Verbündeten gelieferter Panzer durch russische Angriffe. Von den in ihrer mechanisierten Infanterie-Einheit eingesetzten Panzern vom US-Typ Bradley und vom deutschen Typ Leopard seien sechs vollständig zerstört worden und drei beschädigt, könnten aber repariert werden, nur einer sei unbeschädigt.

Kiews Bürgermeister Witali Klitschko forderte mit Blick auf die ukrainischen Materialverluste neue Panzerlieferungen. "Wir sehen in der jetzigen Lage: Es braucht weitere Panzerlieferungen auch aus Deutschland", sagte Klitschko der "Bild am Sonntag". "Wir können erst dann sagen, dass genug geliefert wurde, wenn der Krieg vorbei ist und die Ukraine gewonnen hat."

Am Sonntag wurden nach ukrainischen Angaben bei einem Angriff während der Evakuierung von Zivilisten im südukrainischen Überschwemmungsgebiet mindestens drei Menschen getötet. Weitere zehn Menschen seien bei dem Beschuss eines Rettungsboots am Sonntag verletzt worden, erklärte der ukrainische Regionalgouverneur von Cherson, Oleksandr Prokudin, im Online-Dienst Telegram.

Zuvor war die Zahl der Todesopfer im nach dem Bruch des Kachowka-Staudamms überfluteten ukrainisch kontrollierten Gebiet nach Behördenangaben auf mindestens sieben gestiegen, 35 weitere Menschen wurden dem Innenministerium zufolge vermisst.

Unterdessen sank in der stark betroffenen Großstadt Cherson nach Berichten von AFP-Journalisten der Wasserstand. Die ersten Einwohner kehrten zu ihren Wohnungen zurück, um sich ein Bild von den Schäden zu machen, während andernorts die Evakuierungen weitergingen.

In Odessa wurden ukrainischen Angaben zufolge in der Nacht zum Samstag drei Menschen bei einem russischen Drohnenangriff getötet. Demnach zerstörte die ukrainische Luftabwehr alle Drohnen, herunterfallende Trümmerteile trafen jedoch ein Hochhaus, wodurch ein Brand ausgelöst wurde. 26 weitere Menschen seien verletzt worden.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau sicherte der Ukraine bei einem Besuch in Kiew am Samstag neue Militärhilfen in Höhe von umgerechnet rund 346 Millionen Euro zu. Kanada will sich zudem an der Ausbildung ukrainischer Kampfflugzeugpiloten beteiligen.

A.Wood--TNT

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