The National Times - Studie: Handelskrieg könnte russische Wirtschaft um jährlich zehn Prozent schwächen

Studie: Handelskrieg könnte russische Wirtschaft um jährlich zehn Prozent schwächen


Studie: Handelskrieg könnte russische Wirtschaft um jährlich zehn Prozent schwächen
Studie: Handelskrieg könnte russische Wirtschaft um jährlich zehn Prozent schwächen

Russland hat bei lang anhaltenden Sanktionen und einem langfristigen Handelskonflikt laut Experten deutlich mehr zu verlieren als der Westen. "Ein Handelskrieg zwischen Russland sowie den USA und ihren Verbündeten würde Russlands Wirtschaft langfristig empfindlich treffen", erklärte der Handelsforscher am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW), Alexander Sandkamp, am Donnerstag. Die russische Wirtschaftsleistung könnte demnach langfristig um jährlich knapp zehn Prozent einbrechen.

Textgröße ändern:

Grundlage dieser Einschätzung sind gemeinsame Berechnungen des IfW und des Österreichischen Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO). Anhand eines Modells simulierten die Wirtschaftsforscher die Auswirkungen unterbrochener Handelsbeziehungen auf die verschiedenen Volkswirtschaften.

Das Ergebnis: Die russische Volkswirtschaft könnte ein jährliches Minus von 9,71 Prozent verzeichnen, die westlichen Bündnispartner insgesamt hingegen lediglich ein leichtes Minus von jährlich 0,17 Prozent.

Die Kosten des Sanktionsregimes wären laut den Berechnungen innerhalb des westlichen Lagers jedoch ungleich verteilt: Während die USA ein jährliches Minus von lediglich 0,04 Prozent der Wirtschaftsleistung verzeichnen würden, fiele das Minus in den baltischen Staaten deutlich höher aus. So müsste beispielsweise Litauen mit einem Minus von jährlich knapp 2,5 Prozent rechnen, Lettland und Estland mit rund zwei Prozent. In Deutschland beliefe sich das Minus auf 0,4 Prozent. Ersichtlich sei hier die stärkere wirtschaftliche Verflechtung Russlands mit der EU.

Dass Russland von einem anhaltenden Handelskrieg ungleich härter getroffen würde, liegt laut den Experten an der geringen wirtschaftlichen Bedeutung der Russischen Föderation im Vergleich mit den USA und ihren westlichen Verbündeten. So entfielen 2020 rund 37 Prozent des russischen Außenhandels auf die EU - umgekehrt waren es jedoch lediglich 4,8 Prozent.

China könnte laut den Berechnungen von dem Handelskrieg zwischen Russland und den westlichen Verbündeten nur begrenzt profitieren: Selbst wenn Russland seinen Handel mit China ausweiten sollte, würde sich die chinesische Wirtschaftsleistung laut den Modellberechnungen um lediglich 0,02 Prozent pro Jahr erhöhen. Wirtschaftlich wäre China laut dem IfW also "nicht der große Krisengewinner".

L.Johnson--TNT

Empfohlen

Kubicki will FDP mit scharfem Profil in die Offensive bringen

Der neu gewählte FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki hat seine Partei aufgerufen, offensiv Position in politischen Streitfragen zu beziehen und Gegenwind in Kauf zu nehmen. Der "Debattenraum" in Deutschland werde bei vielen Themen immer kleiner, kritisierte Kubicki am Samstagabend in seiner Rede vor dem FDP-Bundesparteitag. "Reale Probleme werden so automatisch ins rechte Lager abgeschoben." Die FDP dürfe die Kritik an der Migrationspolitik, an der Klimapolitik und an einer Einengung der Meinungsfreiheit aber nicht der AfD überlassen.

FDP wählt Kubicki-Vertrauten Hagen zum Generalsekretär - mit schwachem Ergebnis

Auf Vorschlag des neu gewählten Parteichefs Wolfgang Kubicki hat der FDP-Bundesparteitag den bayerischen Landespolitiker Martin Hagen zum Generalsekretär gewählt. Der 44-Jährige erhielt bei dem Delegiertentreffen am Samstag in Berlin 58,8 Prozent der Stimmen. Knapp 37 Prozent stimmten gegen ihn, der Rest enthielt sich. Seine Vorstellung von der Führung des neuen Amts beschrieb Hagen mit den Worten "klare Kante, klare Sprache, mutig, fröhlich, optimistisch und ohne Angst davor, auch mal anzuecken".

Tausende Menschen protestieren in Hamm gegen Bau von Gaskraftwerken

Tausende Menschen haben am Samstag in Hamm gegen die Energiepolitik der Bundesregierung und den Bau neuer Gaskraftwerke protestiert. Rund 2000 von ihnen formten laut Organisatoren in der Nähe des Gaskraftwerks Gersteinwerk ein bewegliches Windrad und stellten demnach einen Weltrekord auf. Die Umweltorganisation Greenpeace sprach von insgesamt 5000 Teilnehmern an den Kundgebungen unter dem Motto "Zukunft statt Gas - Energiewende verteidigen", die Polizei von 2700.

Kubicki in Kampfabstimmung gegen Strack-Zimmermann zum FDP-Chef gewählt

Wolfgang Kubicki ist neuer Bundesvorsitzender der FDP. In einer Kampfabstimmung setzte sich der 74-Jährige am Samstag mit 59,3 Prozent gegen Marie-Agnes Strack-Zimmermann durch, die ihre Gegenkandidatur kurzfristig auf dem Parteitag in Berlin angemeldet hatte. Kubicki erhielt 390 Stimmen, auf Strack-Zimmermann entfielen 259 Stimmen. Die Verteidigungsexpertin hatte ihre überraschende Kandidatur damit begründet, dass Kubicki nicht für den nötigen Neuanfang der Liberalen nach der Niederlage bei der Bundestagswahl stehe.

Textgröße ändern: