The National Times - Streit um Selbstverwaltungsrecht von "Disney World" in Florida verschärft sich weiter

Streit um Selbstverwaltungsrecht von "Disney World" in Florida verschärft sich weiter


Streit um Selbstverwaltungsrecht von "Disney World" in Florida verschärft sich weiter
Streit um Selbstverwaltungsrecht von "Disney World" in Florida verschärft sich weiter / Foto: © AFP/Archiv

Im US-Bundesstaat Florida hat sich der Streit um das Selbstverwaltungsrecht des Freizeitparks "Disney World" weiter verschärft. Am Montag (Ortszeit) reagierte ein vom republikanischen Gouverneur Ron DeSantis besetztes Aufsichtsgremium mit einer Gegenklage auf eine zuvor von dem US-Unterhaltungsriesen Disney eingereichte Klage. Der Schritt des Aufsichtsgremiums zielt darauf ab, die Kontrolle über den lange von Disney kontrollierten Bezirk zu behalten.

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Das Aufsichtsgremium hatte Ende April die Aufhebung früherer Vereinbarungen zum Selbstverwaltungsrecht von "Disney World" beschlossen. Daraufhin reichte Disney Klage gegen DeSantis ein. Der Konzern wirft dem erzkonservativen Politiker und potenziellen Präsidentschaftsbewerber der Republikaner eine gezielte Vergeltungskampagne aufgrund der politischen Positionen des Unternehmens vor. Die Vergeltungsaktion bedrohe das Geschäft von Disney und verletze die in der US-Verfassung verankerte Meinungsfreiheit, erklärte Disney in der Klage.

Disney und DeSantis führen schon seit dem vergangenen Jahr einen erbitterten Streit, der jetzt zunehmend eskaliert. Der Unterhaltungskonzern hatte ein von dem Gouverneur vorangetriebenes Gesetz kritisiert, das Unterricht an Kindergärten und in den ersten drei Grundschuljahren über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität verbietet.

Kritiker verurteilen das Gesetz als LGBTQ-feindlich und bezeichnen es als "Don't Say Gay"-Gesetz ("Sag nicht schwul"-Gesetz). Der damalige Disney-Chef Bob Chapek kritisierte das Gesetz ebenfalls und stoppte alle politischen Spenden seines Unternehmens in Florida.

DeSantis reagierte verärgert auf die Kritik von Disney - und ließ von Floridas Parlament ein Gesetz beschließen, das den Selbstverwaltungsstatus von "Disney World" stark einschränkt. Das bisherige Selbstverwaltungsrecht bezieht sich auf den sogenannten Reedy Creek Improvement District. Disney regiert den Bezirk, treibt Steuern ein und ist zuständig für die Grundversorgung der Bürger. Fortan hat aber das neue Aufsichtsgremium das Sagen.

DeSantis will sich mit seinen Angriffen gegen das nach seinen Worten "woke" Unternehmen aber offenbar bei der rechten Wählerschaft profilieren. Der 44-Jährige gilt als potenziell aussichtsreichster Rivale von Ex-Präsident Donald Trump im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner für die Wahl 2024.

S.O'brien--TNT

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