The National Times - Inflation in Eurozone steigt im Februar auf Höchstwert von 5,8 Prozent

Inflation in Eurozone steigt im Februar auf Höchstwert von 5,8 Prozent


Inflation in Eurozone steigt im Februar auf Höchstwert von 5,8 Prozent
Inflation in Eurozone steigt im Februar auf Höchstwert von 5,8 Prozent

Angetrieben von hohen Energiepreisen hat die Inflation in der Eurozone im Februar einen neuen Höchststand erreicht. Wie das EU-Statistikamt Eurostat in Luxemburg am Mittwoch auf der Grundlage einer Schnellschätzung mitteilte, waren die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 5,8 Prozent höher. Energie verteuerte sich für Verbraucher und Unternehmen um 31,7 Prozent und damit um fast ein Drittel.

Textgröße ändern:

Auch die Preise für Industriegüter und Dienstleistungen zogen in der Währungsunion vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts im Februar überdurchschnittlich an. Lebensmittel, Alkohol und Tabak verteuerten sich um 4,1 Prozent.

Für Deutschland geht das EU-Statistikamt Eurostat von einer Preissteigerung von 5,5 Prozent aus. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden rechnet bisher mit einer Inflationsrate von 5,1 Prozent für Februar. Die höhere Eurostat-Zahl erklärt sich mit einer harmonisierten Berechnungsmethode für die 19 Länder mit dem Euro.

Die hohe Inflationsrate verstärkt den Druck auf die Europäische Zentralbank (EZB), eine raschere Abkehr von ihrer lockeren Geldpolitik einzuläuten. Die EZB strebt eine Inflation von zwei Prozent als optimal für die konjunkturelle Entwicklung bei gleichzeitiger größtmöglicher Wahrung der Preisstabilität an.

Bundesbank-Präsident Joachim Nagel mahnte am Mittwoch, dass "die Normalisierung unserer Geldpolitik" im Blick behalten werden müsse. Die Fachleute der Bundesbank rechnen für Deutschland für 2022 aktuell mit einer Gesamtinflation von bis zu fünf Prozent. Die genauen Folgen des Ukraine-Krieges lassen sich laut Nagel aktuell aber noch nicht abschätzen. Klar sei jedoch, dass ein weiterer Anstieg der Energiepreise auch zu höheren Verbraucherpreisen führen werde.

Die Kommission in Brüssel war in ihrer am 10. Februar vorgestellten Wirtschaftsprognose zuletzt von 3,5 Prozent Inflation für die Eurozone in diesem Jahr ausgegangen. Analyst Jack Allen-Reynolds von Capital Economics warnte am Mittwoch, es sei derzeit mit einer Inflation von mehr als sechs Prozent in den kommenden Monaten zu rechnen.

Zudem verwies er darauf, dass sich Lebensmittel mit dem Plus von 4,1 Prozent im Februar in der Eurozone so stark wie seit Oktober 2008 nicht mehr verteuert hätten. Außerdem sei angesichts der derzeit steigenden Öl- und Gaspreise eine weitere Verteuerung bei Energie zu erwarten. Auch sei die Inflationsrate mit nun 5,8 Prozent viel stärker gestiegen als von Analysten erwartet. Im Januar hatte die Inflationsrate in der Eurozone 5,1 Prozent erreicht - ebenfalls ein Rekordhoch seit Beginn der Aufzeichnungen von Eurostat zur Inflation.

C.Stevenson--TNT

Empfohlen

Bericht: Jüdische Gruppe in Australien warnte kurz vor Bondi-Beach-Angriff vor Terror

Wenige Tage vor dem Amoklauf am australischen Bondi Beach im Dezember hat eine jüdische Gruppe die Polizei vor der Gefahr eines Terrorschlags gewarnt. Dies geht aus einem vorläufigen Untersuchungsbericht hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. "Ein Terroranschlag gegen die jüdische Gemeinde von New South Wales ist wahrscheinlich, und es herrscht ein hohes Maß an antisemitischer Herabwürdigung", schrieb die jüdische Gruppierung Community Security Group wenige Tage vor dem Angriff an die örtliche Polizei.

Ifo-Umfrage: Versorgung mit Vorprodukten hat sich "deutlich verschlechtert"

Der Iran-Krieg und die Einschränkungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus wirken sich einer Umfrage des Münchner Ifo-Instituts zufolge zunehmend auf die Versorgung mit Vorprodukten in Deutschland aus. Im April berichteten 13,8 Prozent der Unternehmen in der Industrie von Engpässen bei der Beschaffung von Materialien - nach 5,8 Prozent im Januar, wie das Ifo am Donnerstag mitteilte. "Die Lieferketten geraten spürbar unter Druck", erklärte der Leiter der Ifo-Umfragen, Klaus Wohlrabe.

Organisatoren von Gaza-Hilfsflotte: Boote wurden von israelischer Armee "umzingelt"

Die Boote einer Hilfsflotte für den Gazastreifen mit pro-palästinensischen Aktivisten an Bord sind nach Angaben der Organisatoren des Projekts von der israelischen Armee "umzingelt" worden. Israelische Armeeboote hätten "die Hilfsflotte in internationalen Gewässern illegal umzingelt und mit Entführung und Gewalt gedroht", erklärten die Organisatoren der "Global Sumud Flotilla" am Donnerstag im Onlinedienst X. Die Kommunikation mit elf Booten sei unterbrochen.

Zahl der Abschiebungen aus Deutschland im ersten Quartal 2026 gesunken

Nach fünf Jahren kontinuierlichen Anstiegs ist die Zahl der Abschiebungen aus Deutschland im ersten Quartal 2026 erstmals wieder gesunken. Insgesamt mussten in den ersten drei Monaten dieses Jahres 4807 Menschen das Land zwangsweise verlassen, wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" (noz, Donnerstagsausgabe) unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion berichtete. Das waren demnach 1344 weniger als im Vorjahreszeitraum, als 6151 Menschen abgeschoben wurden.

Textgröße ändern: