The National Times - ExxonMobil und Eni ziehen sich aus russischen Projekten zurück

ExxonMobil und Eni ziehen sich aus russischen Projekten zurück


ExxonMobil und Eni ziehen sich aus russischen Projekten zurück
ExxonMobil und Eni ziehen sich aus russischen Projekten zurück

Weitere westliche Ölkonzerne fahren wegen des Ukrainekriegs ihre Geschäftsbeziehungen mit Russland herunter. Der US-Ölkonzern ExxonMobil kündigte am Dienstag an, dass er sich schrittweise aus dem Betrieb eines großen Ölfelds in Russland zurückziehen will. "Als Reaktion auf die jüngsten Ereignisse beginnen wir mit dem Prozess der Einstellung der Aktivitäten und ergreifen Maßnahmen, um schrittweise aus dem Ölprojekt auszusteigen", erklärte das Unternehmen.

Textgröße ändern:

Exxon Mobil betreibt im Namen eines Konsortiums, dem der russische Ölkonzern Rosneft, ein indisches sowie ein japanisches Unternehmen angehören, seit 1995 das Sachalin-1-Ölfeld, das ganz im Osten des Landes liegt. Der US-Konzern besitzt 30 Prozent der Anteile an dem Projekt. Wie ExxonMobil am Dienstag weiter mitteilte, will der Konzern zudem nicht mehr in neue Projekte in Russland zu investieren.

Unterdessen hatte der italienische Ölkonzern Eni am Dienstag erklärt, dass er sich aus der Blue-Stream-Gaspipeline zwischen Russland und der Türkei zurückziehen wird. Eni hält 50 Prozent der Anteile, die andere Hälfte gehört dem russischen Gaskonzern Gazprom. "Eni beabsichtigt, seinen Anteil an Blue Stream zu verkaufen", sagte ein Unternehmenssprecher.

Darüber hinaus besitze Eni kaum Geschäftsbeziehungen zu Russland. "Die derzeitige Präsenz von Eni in Russland ist marginal", betonte der Sprecher. Gemeinschaftsunternehmen mit Rosneft, die mit Explorationslizenzen in der Arktis verbunden sind, sind aufgrund der seit 2014 gegen Russland verhängten Sanktionen bereits "seit Jahren eingefroren", sagte er.

ExxonMobil und Eni schließen sich damit der britisch-niederländischen Ölfirma Shell und der britischen BP an, die bereits ihren Rückzug vom russischen Markt angekündigt hatten. Shell erklärte am Montag, es werde seinen 27,5-Prozent-Anteil an dem Öl- und Gasprojekt Sachalin-2 im Fernen Osten Russlands abstoßen. Zudem werde es seine 50-prozentige Beteiligung an dem Ölfeld Salim in Westsibirien und an dem Gydan-Erkundungsprojekt auf der gleichnamigen Halbinsel im Nordwesten Sibiriens beenden.

Shell habe zudem die Absicht, seine Beteiligung an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 zu beenden. Shell ist eines von fünf Energieunternehmen, das an der umstritten Pipeline zwischen Russland und Deutschland beteiligt ist.

BP hatte wiederum am Sonntag bekanntgegeben, dass es seine Rosneft-Anteile verkauft. BP war mit knapp 20 Prozent an dem russischen Ölkonzern beteiligt.

Der französische Energieriese TotalEnergies hatte unterdessen am Dienstag erklärt, er werde nicht mehr in neue Projekte in Russland investieren. Die Franzosen erklärten jedoch gleichzeitig, dass sie nicht vorhaben, sich aus laufenden Projekten zurückziehen.

Weil sich immer mehr westliche Firmen wegen der Sanktionen aus Russland zurückziehen, bereitet der Kreml einen Präsidialerlass vor, der die Kapitalflucht verhindern soll. "Um den Unternehmen die Möglichkeit zu geben, fundierte Entscheidungen zu treffen, wurde der Entwurf eines Präsidialdekrets vorbereitet, mit dem vorübergehende Beschränkungen für den Abzug russischer Vermögenswerte eingeführt werden sollen", sagte Regierungschef Michail Mischustin am Dienstag.

Russland hatte vergangenen Donnerstag die Ukraine angegriffen und wurde deshalb vom Westen mit zahlreichen Sanktionen belegt. Zu den Wirtschaftssanktionen gehören unter anderem ein Ausschluss russischer Banken vom internationalen Swift-Zahlungssystem sowie Exportbeschränkungen für zahlreiche Industriezweige.

N.Johns--TNT

Empfohlen

Proteste im Iran: Aktivisten prangern "Massaker" an - Regierung ruft zu Gegenkundgebungen auf

Die Massenproteste im Iran reißen trotz massiver Gewalt der Sicherheitskräfte nicht ab. Die Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) erklärte am Sonntag, es gebe mindestens 192 bestätigte Todesfälle. Die tatsächliche Opferzahl könne aber weitaus höher liegen. Aktivisten sprachen von einem "Massaker" der Sicherheitskräfte, um die Proteste zu unterdrücken. US-Präsident Donald Trump sagte den Demonstranten Unterstützung zu, Irans Parlamentspräsident drohte den USA mit Vergeltung im Falle eines militärischen Eingreifens.

Bei Dobrindt-Besuch: Deutschland und Israel unterzeichnen Sicherheitspakt

Deutschland und Israel haben einen Sicherheitspakt unterzeichnet, um die Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung und der Abwehr von Cyberangriffen auszubauen. Dies teilte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu am Sonntagabend mit. Er verwies auf die Gefahr durch den Iran und seine Verbündeten. Diese bedrohten "nicht nur Israel, sondern auch die regionale Stabilität und die internationale Sicherheit". Der Sicherheitspakt wurde von Netanjahu und Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) unterzeichnet.

Tausende Menschen demonstrieren in Paris und London für Protestbewegung im Iran

Mehr als 2000 Menschen sind am Sonntag in Paris zur Unterstützung der Protestbewegung im Iran auf die Straße gegangen. Die Menschen schwenkten Fahnen des ehemaligen Schahs sowie Flaggen Israels. Zur iranischen Botschaft in der französischen Hauptstadt durften sie aufgrund einer Anordnung der Behörden nicht ziehen.

Trump verschärft Drohungen gegen Kuba - Präsident der Karibikinsel will kämpfen

Nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela gerät Kuba zunehmend ins Visier von US-Präsident Donald Trump. Nach der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro werde "kein weiteres Öl oder Geld nach Kuba gehen", schrieb Trump am Sonntag auf seiner Onlineplattform Truth Social. "Ich rate ihnen dringend, einen Deal abzuschließen, bevor es zu spät ist." Der kubanische Präsident Miguel Díaz-Canel kündigte an, sein Land "bis zum letzten Tropfen Blut" zu verteidigen.

Textgröße ändern: