The National Times - EU beschließt Ausschluss "einiger russischer Banken" aus Swift

EU beschließt Ausschluss "einiger russischer Banken" aus Swift


EU beschließt Ausschluss "einiger russischer Banken" aus Swift
EU beschließt Ausschluss "einiger russischer Banken" aus Swift

Als Strafmaßnahme gegen den russischen Einmarsch in der Ukraine haben sich die EU-Mitgliedstaaten auf den Ausschluss "einiger russischer Banken" aus dem internationalen Zahlungssystem Swift geeinigt. Das teilte die französische EU-Ratspräsidentschaft am Dienstagabend mit. Unterdessen ordnete die EU-Bankenaufsicht ein Insolvenzverfahren für die europäische Tochter der größten russischen Bank, der Sberbank, an.

Textgröße ändern:

Die 27 Mitgliedstaaten gaben auch grünes Licht für ein Verbot der russischen Staatsmedien RT und Sputnik in der Europäischen Union. Die Maßnahmen sollen am Mittwoch mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der EU in Kraft treten. Dann werden auch die Namen der betroffenen Banken veröffentlicht. Die Vertreter der EU-Mitgliedstaaten billigten zudem das Verbot für Europäer, sich an Projekten zu beteiligen, die auch vom russischen Staatsfonds (RDIF) finanziert werden, wie die EU-Ratspräsidentschaft auf Twitter mitteilte.

Großbritannien setzte am Dienstag die russische Sberbank auf ihre Sanktionsliste. Auch der russische Staatsfonds und dessen Chef Kirill Dmitrijew wurden auf die Liste gesetzt.

Die USA hatten bereits am Montag Sanktionen gegen den Staatsfonds und seinen Chef verhängt. "Dieser Fonds und seine Führung sind Symbole für tiefsitzende Korruption und das Hausieren für weltweite Einflussnahme", erklärte US-Außenminister Antony Blinken. RDIF hatte die Entwicklung des russischen Corona-Impfstoffes Sputnik V finanziert und ihn im Ausland vermarktet. In Indien war Sputnik V der erste eingesetzte ausländische Impfstoff.

Am Dienstagabend teilte der Einheitliche Abwicklungsausschuss (SRB) der EU-Bankenunion mit, dass die zahlungsunfähige europäische Tochtergesellschaft der Sberbank ein Insolvenzverfahren nach nationalem Recht in Österreich durchlaufen soll. Die Sberbank, die mehrheitlich vom russischen Staat kontrolliert wird, war eines der ersten Ziele der Finanzsanktionen gegen Moskau. Daraufhin kam es zu Massenabhebungen, die die Tochtergesellschaft in Liquiditätsprobleme brachten. Wegen der Sanktionen konnte Moskau keine Mittel nachschießen.

Die EU hatte in der vergangenen Woche ein erstes Sanktionspaket als Reaktion auf die Anerkennung der pro-russischen Separatistengebiete in der Ostukraine durch Präsident Wladimir Putin verhängt. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine am Donnerstag kamen weitere Sanktionen hinzu, die sich auch gegen Putin und seinen Außenminister Sergej Lawrow richteten. Zudem einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU darauf, Russlands Zugang zu den Finanzmärkten und zu wichtigen Technologien zu beschränken.

Nach langem Zögern insbesondere Deutschlands einigten sich die Verbündeten der Ukraine am Samstag darauf, eine Reihe russischer Banken aus dem Swift-System auszuschließen. Betroffen ist neben der Sberbank auch die VTB.

Swift ist der Kommunikationskanal der internationalen Finanzwelt. Der Ausschluss aus dem Zahlungssystem soll die russische Wirtschaft hart treffen: Die betroffenen Banken können keine Transaktionen mehr in anderen Ländern abwickeln. Dies wird Zahlungs- und Warenströme verlangsamen oder ganz verhindern. Von den Sanktionen sind daher auch ausländische Firmen betroffen, die in Russland tätig sind.

In der EU trat am Montag zudem ein Verbot für Transaktionen der russischen Zentralbank in Kraft. Damit kann sie dort nicht mehr mit Finanzgeschäften den Kurs des Rubel stützen und nicht auf ihre Auslands-Devisen zugreifen, die international auf bis zu 600 Milliarden US-Dollar (rund 530 Milliarden Euro) geschätzt werden.

Ebenfalls seit Montag gilt ein EU-weites Überflugverbot für russische Flugzeuge. Am Dienstag zogen die USA nach.

Indessen erklärten die US-Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard, dass als Folge der Sanktionen mehrere russische Finanzinstitute aus ihren Zahlungsnetzwerken ausgeschlossen werden.

P.Murphy--TNT

Empfohlen

Grüne und Linke enttäuscht von Reform-Treffen von Koalition und Sozialpartnern

Die Grünen und die Linkspartei haben sich enttäuscht vom Spitzengespräch der Koalition mit Gewerkschaften und Arbeitgebern gezeigt. Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann warf der Bundesregierung am Donnerstag vor, dieses Gespräch über die Reformvorhaben viel zu spät gesucht zu haben.

Taiwan: China dringt erstmals in Gewässer um Taiping-Insel ein

China ist nach Angaben aus Taiwan erstmals mit Schiffen in die Gewässer um die Insel Taiping im Südchinesischen Meer eingedrungen. Zwei chinesischen Schiffe seien durch die "verbotenen" Gewässer um die von Taiwan beanspruchte Insel gefahren, teilte die taiwanische Küstenwache am Donnerstag mit. Die Schiffe hätten sich dort 15 Minuten lang aufgehalten, bevor sie von der Küstenwache vertrieben worden seien.

Haßelmann an Merz: Reißen Sie sich zusammen - "die Leute fühlen sich verarscht"

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Britta Haßelmann hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) mit scharfen Worten dazu aufgefordert, seiner Regierungsverantwortung nachzukommen. "Reißen Sie sich zusammen, liefern Sie, begegnen Sie den Menschen mit Respekt", sagte sie am Donnerstag im Bundestag angesichts der gewaltigen Reformen, die das Land benötige. "Die Leute fühlen sich verarscht", rief sie ins Plenum. Denn die Kürzungsbemühungen würden auf ihrem Rücken ausgetragen.

Ukrainisches Akw Saporischschja erneut von äußerer Stromversorgung abgeschnitten

Das russisch kontrollierte Atomkraftwerk Saporischschja in der Ukraine ist durch einen Angriff in der Nacht zum Donnerstag erneut von der Stromversorgung von außen abgeschnitten worden. Ein Reserveumspannwerk sei getroffen worden, erklärte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit Sitz in Wien im Onlinedienst X.

Textgröße ändern: